Niedergelassene Ärzte sind heutzutage mehr denn je gezwungen, sich mit betriebswirtschaftlichen Fragen auseinander zu setzen. Die Gesundheitswirtschaft ist mittlerweile ein knallhartes Geschäft wie beispielsweise die Immobilien- oder Automobilbranche. Der Konkurrenzkampf wird immer härter. Als Antwort darauf reagieren viele Arztpraxen mit einem Marketingkonzept. Es wird durch unterschiedliche Methoden und Instrumente versucht, Patienten in die eigene Praxis zu locken bzw. sie längerfristig an die eigene Praxis zu binden. Jeder niedergelassene Arzt ist gleichzeitig Unternehmer und verfolgt deshalb eine Gewinnerzielungsabsicht. Folglich ist ein Marketingkonzept für Arztpraxen ein absolut legitimes betriebswirtschaftliches Instrument, das immer mehr an Bedeutung zunimmt. Allerdings darf die oberste Priorität einer Arztpraxis, die Behandlung des Patienten, nie aus den Augen gelassen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Aufgaben und Ziele des Marketings
2 Besonderheiten des Dienstleistungsmarketings
3 Notwendigkeit des Marketings in Arztpraxen
4 Marketinginstrumente für die Arztpraxis
4.1 Standort
4.2 Praxisbroschüre
4.3 Internetauftritt
4.4 Informationsveranstaltungen
4.5 Mitarbeiter und Service
4.6 Verabschiedung und Nachbearbeitung
5 Marketing-Mix – 4 P‘s
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die steigende Bedeutung betriebswirtschaftlicher Marketingstrategien für niedergelassene Ärzte im heutigen wettbewerbsorientierten Gesundheitswesen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie spezifische Marketinginstrumente dazu beitragen können, Patienten zu gewinnen, die Praxisbindung zu stärken und gleichzeitig die medizinische Versorgungsqualität zu wahren.
- Grundlagen des Dienstleistungsmarketings im medizinischen Sektor
- Notwendigkeit strategischer Patientenorientierung
- Analyse praktischer Marketinginstrumente (Standort, Broschüren, Internetauftritt)
- Die Rolle der Praxismitarbeiter und des Servicemanagements
- Anwendung des klassischen Marketing-Mix (4 P’s) in der Arztpraxis
Auszug aus dem Buch
Besonderheiten des Dienstleistungsmarketings
Die Dienstleistungsbranche ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Der traditionelle Marketingansatz der auf die Vermarktung von Produkten ausgerichtet ist, kann nicht ohne weiteres angewendet werden.
In der Regel sind Dienstleistungen immaterielle Güter. Das heißt es wird zum Beispiel Wissen ausgetauscht. Also ein Arzt begutachtet den Gesundheitszustand eines Patienten. Des Weiteren ist eine Dienstleistung keine Lagerfähige Leistung. Die Leistung entsteht im Moment der Inanspruchnahme. Außerdem sind sämtliche Leistungen individuell. Dadurch ist die Leistung nicht standardisierbar. Jeder Patient bekommt seine individuelle auf die Krankheit abgestimmte Behandlung. Da der Behandlungserfolg meistens vom Patienten abhängt (regelmäßige Medikamenteneinnahme), ist er ein entscheidender Faktor des Erfolgs der Leistung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Aufgaben und Ziele des Marketings: Dieses Kapitel definiert Marketing als Management-Prozess, der über bloße Werbung hinausgeht und darauf abzielt, Austauschprozesse zwischen Unternehmen und Kunden zu gestalten.
2 Besonderheiten des Dienstleistungsmarketings: Hier wird erläutert, warum sich medizinische Leistungen durch Immateriellität, mangelnde Lagerfähigkeit und Individualität von klassischen Produkten abheben.
3 Notwendigkeit des Marketings in Arztpraxen: Das Kapitel beleuchtet den wachsenden Wettbewerbsdruck und ökonomische Faktoren, die niedergelassene Ärzte zur professionalisierten Vermarktung zwingen.
4 Marketinginstrumente für die Arztpraxis: Es werden konkrete operative Werkzeuge vorgestellt, von der Standortwahl über Praxisbroschüren bis hin zur gezielten Patientenansprache und Servicequalität.
5 Marketing-Mix – 4 P‘s: Das abschließende Kapitel überträgt die klassischen Marketing-Instrumente (Product, Place, Promotion, Price) auf den spezifischen Kontext der Arztpraxis.
Schlüsselwörter
Marketing, Arztpraxis, Dienstleistungsmarketing, Patientenbindung, Gesundheitswirtschaft, Standortanalyse, Praxisbroschüre, Internetauftritt, Servicequalität, Marketing-Mix, Patientenzufriedenheit, Praxismanagement, Individuelle Gesundheitsleistungen, Wettbewerb, Kundenorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung betriebswirtschaftlicher Marketinggrundsätze auf den niedergelassenen ärztlichen Sektor, um in einem zunehmend kompetitiven Gesundheitsmarkt erfolgreich bestehen zu können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Dienstleistungsmarketing, der strategischen Patientenkommunikation sowie der Implementierung eines effektiven Marketing-Mix in der Arztpraxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, niedergelassenen Ärzten aufzuzeigen, wie sie durch marketingorientiertes Handeln ihre Sichtbarkeit erhöhen und die Bindung zu Patienten nachhaltig festigen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung des Dienstleistungsmarketings und dessen Adaption auf die spezifischen Rahmenbedingungen ambulanter Arztpraxen unter Einbeziehung aktueller Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung medizinischer Dienstleistungen, die Notwendigkeit von Marketing sowie eine detaillierte Auflistung praktischer Instrumente von der Standortwahl bis zur Nachbearbeitung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Patientenorientierung, Praxis-Marketing, Dienstleistungsmanagement und den klassischen 4-P-Marketing-Mix.
Warum ist die Wahl des Standortes für Ärzte laut der Arbeit so entscheidend?
Der Standort bildet die erste Hürde bei der Praxiseröffnung und sollte nicht dem Zufall überlassen werden, da die Patientenstruktur und das örtliche Leistungsspektrum massiven Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg haben.
Wie kann eine Arztpraxis den Multiplikatoreffekt positiv für sich nutzen?
Durch exzellenten Service und eine persönliche Patientenbetreuung kann ein zufriedener Patient dazu bewegt werden, positive Erfahrungen im Schnitt an fünf weitere Personen weiterzugeben, was zur Neukundengewinnung beiträgt.
Welche Bedeutung kommt dem Beschwerdemanagement zu?
Ein aktives Beschwerdemanagement wird als wertvolles Instrument der Patientenbindung gesehen, da es der Praxis ermöglicht, Kritik als Verbesserungsvorschläge zu nutzen und Unzufriedenheiten gezielt auszuräumen.
Warum sollte eine Praxis-Website laut der Arbeit lieber veraltet sein als gar nicht existieren?
Die Arbeit argumentiert, dass eine veraltete Website ein schlechtes Image hinterlässt und Unprofessionalität signalisiert, weshalb ständige Aktualität für die Außenwahrnehmung essenziell ist.
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- Anonym (Author), 2014, Marketing in der Arztpraxis. Methoden und Instrumente im Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308681