Die Arbeit beschäftigt sich ausgehend vom Akzeptanzbegriff als solchem im Speziellen mit der Akzeptanz neuer Arbeitsmodelle und damit einhergehend neuer Lebens- bzw. Lebensstilformen im Zuge des gesellschaftlichen Wandels vom Industriezeitalter zur postmodernen Gesellschaft.
Während in den Anfängen der Industriegesellschaft einzig und allein die Erwerbsarbeit den Status von Arbeit zuerkannt bekam, wohingehgen außerberufliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel die Haushaltsführung im privaten Bereich als Nebenaufgabe abgetan wurde, hat sich im Laufe eines Prozesses der zunehmenden Arbeitsverkürzung ein neues Verhältnis in der klassischen Trennung des (Arbeits-)Lebens von "Arbeit" und "Reproduktion" herausgeschält. Ein daraus resultierender zunhmend höherer Stellenwert der Freizeit ließ mit wachsendem Wohlstand den Wunsch in der Bevölkerung aufkommen, die dadurch ermöglichten Angebote stärker zu nutzen. Damit ging ein ansteigender Trend zur Individualisierung in der Lebensgestaltung, eine ausdifferenzierte Bedürfnisstruktur in den sich verwischenden sozialen Schichten und Klassen und aufgrund der daraufhin verschwindenden Grenzen, die gleichsam in so manchen Teilen der Bevölkerung einen anomischen Zustand – im Durkheimschen Sinne – hervorriefen, eine Identitätskrise einher. Folglisch ist es notwendig moderne Arbeitsstrukturen zu legitimieren, die veränderte Lebensführungskonzepte ermöglichen. Dabei stellen sich Fragen wie z.B.: lassen sich moderne neu entstehende Schichten oder Klassen ausmachen und inwiefern sind diese mit Ansprüchen an Arbeitsbedingungen in Verbindung mit persönlichen Präferenzen im privaten Bereich erfaßbar?
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- EINLEITUNG
- I. Zur Einordnung des „Akzeptanzbegriffs“
- II. Veränderte Arbeitszeiten als zentrales Faktum für veränderte Arbeitsstrukturen
- III. Die Bedeutung von Lebensführung, Identität und Werte-Haltung im Arbeitsleben
- IV. Die normative Subjektivierung der Arbeit
- V. Neue Lebens- und Arbeitswelten - Ein Modell
- VI. Schlußbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, wie sich veränderte Arbeitsstrukturen in der Industriegesellschaft auf die Akzeptanz von Arbeit auswirken. Im Mittelpunkt steht dabei der Wandel von traditionellen Arbeitszeitmodellen hin zu flexibleren Formen der Arbeitszeitgestaltung und dessen Einfluss auf die Lebensführung der Erwerbstätigen.
- Der Wandel des Akzeptanzbegriffs im Kontext der Arbeitswelt
- Die Bedeutung veränderter Arbeitszeiten für die Arbeitsstrukturen
- Der Einfluss von Lebensführung und Identität auf die Akzeptanz von Arbeit
- Die Rolle der normativen Subjektivierung in der Arbeitswelt
- Die Entstehung neuer Lebens- und Arbeitswelten
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Problematik der Akzeptanz von Arbeit in der modernen Industriegesellschaft dar und beleuchtet die Herausforderungen, die sich aus der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitszeit ergeben. Sie skizziert die Notwendigkeit, veränderte Lebensführungskonzepte im Kontext der Arbeit zu untersuchen.
- I. Zur Einordnung des „Akzeptanzbegriffs“: Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Definition des Akzeptanzbegriffs im Kontext der Arbeitswelt. Es wird erläutert, warum der Begriff der Legitimität in diesem Zusammenhang relevant ist und wie sich die traditionelle Arbeitswelt durch gesetzliche Regelungen und Interessenvertretungen auszeichnet.
- II. Veränderte Arbeitszeiten als zentrales Faktum für veränderte Arbeitsstrukturen: Das Kapitel analysiert den Einfluss der Entwicklung der Arbeitszeitstruktur auf das Verhältnis der Erwerbstätigen zur Arbeit. Es werden verschiedene Formen der Arbeitszeitgestaltung, wie z.B. Gleitzeit, Teilzeit und Schichtarbeit, vorgestellt und deren Auswirkungen auf die Lebensführung der Arbeitnehmer betrachtet.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Akzeptanz von Arbeit, Arbeitsstrukturen, Arbeitszeitgestaltung, Lebensführung, Identität, normative Subjektivierung, Flexibilisierung, Industriegesellschaft, Legitimität und Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Akzeptanz im Kontext der Arbeitswelt?
Akzeptanz bezieht sich hier auf die Legitimität und die Bereitschaft von Arbeitnehmern, neue Arbeitsmodelle und flexible Strukturen anzunehmen, die über das traditionelle Industriekonzept hinausgehen.
Wie hat sich das Verhältnis von Arbeit und Freizeit gewandelt?
Vom Fokus auf reine Erwerbsarbeit im Industriezeitalter hat sich ein Wandel vollzogen, bei dem Freizeit und individuelle Lebensgestaltung einen deutlich höheren Stellenwert einnehmen.
Was sind Beispiele für veränderte Arbeitsstrukturen?
Dazu gehören flexible Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit, Teilzeit, Schichtarbeit und die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitsorte.
Welchen Einfluss hat die Individualisierung auf die Arbeit?
Der Trend zur Individualisierung führt dazu, dass Arbeitnehmer Arbeitsbedingungen fordern, die mit ihren persönlichen Präferenzen und Lebensführungskonzepten vereinbar sind.
Was ist mit der "normativen Subjektivierung" der Arbeit gemeint?
Dies beschreibt den Prozess, bei dem persönliche Werte, Identität und subjektive Bedürfnisse der Individuen eine zentrale Rolle in der Gestaltung und Akzeptanz des Arbeitslebens spielen.
- Quote paper
- Frank Findeiß (Author), 1999, Akzeptanz von veränderten Arbeitsstrukturen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308462