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Der Heimkehrer in deutschen Nachkriegsdramen. Brechts „Trommeln in der Nacht“ und Borcherts „Draußen vor der Tür“

Titel: Der Heimkehrer in deutschen Nachkriegsdramen. Brechts „Trommeln in der Nacht“ und Borcherts  „Draußen vor der Tür“

Bachelorarbeit , 2015 , 39 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Daniel Konhäuser (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach beiden Weltkriegen hat die Figur des Heimkehrers in deutschen Nachkriegsdramen einen festen Platz. Besonders die erste Berührung mit der Heimat und den Zuhausegebliebenen trägt erhebliches Konfliktpotenzial in sich. Die Folgen des Krieges und die Veränderungen der privaten und gesellschaftlichen Verhältnisse erschweren dem Rückkehrer häufig die Wiedereingliederung ins zivile Leben. Dadurch entstehen Probleme, die es für den Repatriierten zu lösen gilt. Mit Andreas Kragler in „Trommeln in der Nacht“ (1922) und Beckmann in „Draußen vor der Tür“ (1947) stellten Bertolt Brecht und Wolfgang Borchert zwei unterschiedliche Kriegsheimkehrer auf die deutsche Bühne.

Diese Arbeit versteht sich als vergleichende Analyse zwischen den Heimkehrerfiguren Andreas Kragler und Beckmann. Hinsichtlich der Folgen des Fronterlebnisses und der Gefangenschaft, ihrer ersten Begegnung mit der Heimat und den hierdurch auftretenden Schwierigkeiten werden sie einander gegenübergestellt. Es wird untersucht, ob den Akteuren nach ihrer Rückkehr die Reintegration ins private Umfeld und in die Nachkriegsgesellschaft gelingt, um anschließend die Gründe für den Erfolg oder Misserfolg zu diskutieren.

In einem theoretischen Einführungsteil wird auf den besonderen Stellenwert der Figur des Heimkehrers im deutschen Nachkriegsdrama eingegangen. An eine Skizze der Problemfelder der Kriegsheimkehr schließt die die Einzelanalyse der Protagonisten der ausgewählten Dramen an. Die Erkenntnisse der vergleichenden Analyse werden abschließend im Fazit dargelegt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Heimkehrer in deutschen Nachkriegsdramen: Ein Vergleich zwischen Andreas Kragler in „Trommeln in der Nacht“ und Beckmann in „Draußen vor der Tür“

2.1 Die Heimkehrerfigur in deutschen Nachkriegsdramen

2.1.1 Das Heimkehrmotiv in der deutschen Literatur

2.1.2 Der Heimkehrer im deutschen Nachkriegsdrama der zwei Weltkriege

2.1.3 Die Problemfelder der Kriegsheimkehr

2.2 Andreas Kragler in Bertolt Brechts „Trommeln in der Nacht“ (1922)

2.2.1 Die Ausgangslage: Die Heimkehr des Andreas Kragler

2.2.2 Der Weg in die Revolution: Im Rhythmus der Trommeln

2.2.3 Die Entscheidung: Revolution vs. Liebe

2.3 Beckmann in Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“ (1947)

2.3.1 Beckmann vor dem Abgrund: Suizidversuch

2.3.2 Beckmann und das Private: Frau, Mädchen, Eltern

2.3.3 Beckmann und die Gesellschaft: Oberst, Direktor

2.3.4 Beckmann vor dem Nichts: Die Schlusssequenz

2.4 Vergleich der Kriegsheimkehrer Andreas Kragler und Beckmann

2.4.1 Die Folgen des Krieges und der Gefangenschaft

2.4.2 Die Schwierigkeiten nach der Heimkehr

2.4.3 Die Wiedereingliederung: Rückkehr gleich Heimkehr?

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit führt einen systematischen Vergleich der Heimkehrerfiguren Andreas Kragler (Bertolt Brecht, "Trommeln in der Nacht") und Beckmann (Wolfgang Borchert, "Draußen vor der Tür") durch, um die zentralen Schwierigkeiten der Reintegration nach dem Krieg zu analysieren und zu ergründen, warum Kragler einen privaten Rückzug findet, während Beckmann scheitert.

  • Analyse der Heimkehrerfiguren in deutschen Nachkriegsdramen.
  • Gegenüberstellung der Protagonisten hinsichtlich ihrer Kriegserfahrungen.
  • Untersuchung der Reintegrationsversuche in privates Umfeld und Gesellschaft.
  • Diskussion von Erfolg und Misserfolg durch individuelle Charaktereigenschaften.
  • Dialektik zwischen Individuum und Gesellschaft in der Nachkriegszeit.

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Die Problemfelder der Kriegsheimkehr

Der Begriff Kriegsheimkehr impliziert bereits zwei aufeinander folgende Themenkomplexe: Den anfänglichen Aufbruch in den und der Aufenthalt im Krieg sowie die anschließende Rückkehr in die Heimat und die Wiederbegegnung mit den Daheimgebliebenen. Demnach schließt eine Untersuchung zur Kriegsheimkehr neben dem Heimkehrer, dessen Fronterlebnis und den auftretenden Folgen also immer auch die Perspektive der und Interaktion mit den Zuhausegebliebenen ein. Bei der Ankunft und nach der Rückkehr wird der Heimkehrer mit diversen Problemen konfrontiert.

Nach dem Krieg folgte häufig eine Phase der Gefangenschaft. Als Soldat und vor allem als Kriegsgefangener war der Heimkehrer fremdbestimmt. Als Teil einer kriegerischen Masse bestimmten Gewalt und Gehorsam sein Leben, was zum Verlust oder zumindest der Auflösung der Identität führt. Nach der substanziellen Krisenerfahrung kann der Soldat die Frage nach der eigenen Existenz häufig nicht mehr eindeutig beantworten. Neben dem äußeren Schaden ist auch sein Inneres aus dem Gleichgewicht geraten. Durch die Heimkehr ist er aufgefordert diesem Persönlichkeitszerfall entgegen zu wirken, indem er sich selbst wieder findet. Die Erinnerung an die Heimat und die zurückgelassenen Menschen ist oftmals das Einzige, was den Soldaten in der Ferne noch aufrecht hält. Vor seinem inneren Auge ist die Heimat ein Ort des Rückzugs und der Geborgenheit. Um das erlebte Trauma zu verarbeiten und zu vergessen, hofft er sich nach seiner Rückkehr auf eben diese Insel der Geborgenheit zurückziehen zu können. Als Veränderter und vom Krieg Gezeichneter kommt er mit hoffnungsvollen Erwartungen nach Hause zurück.

Bei der Ankunft muss er allerdings schockierend feststellen, dass sich während seiner Abwesenheit auch die Situation zu Hause verändert hat. Hierdurch „zerfällt sein Bild der Heimat, zerbricht seine innere Vorbereitung. Er hat s e i n e Wandlung erlebt, aber nicht jene der Heimat“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Heimkehrproblematik nach den Weltkriegen und Erläuterung der vergleichenden Analyse von Kragler und Beckmann.

2. Der Heimkehrer in deutschen Nachkriegsdramen: Ein Vergleich zwischen Andreas Kragler in „Trommeln in der Nacht“ und Beckmann in „Draußen vor der Tür“: Umfassende Untersuchung der Heimkehrerfigur, ihrer historischen Einordnung und der spezifischen Problemfelder von der Heimkehr bis zur Identitätssuche.

3. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse über die unterschiedlichen Integrationswege der beiden Protagonisten und die Gründe für deren Erfolg oder Scheitern.

Schlüsselwörter

Heimkehrer, Kriegsheimkehr, Andreas Kragler, Beckmann, Bertolt Brecht, Wolfgang Borchert, Nachkriegsdrama, Reintegration, Identitätsverlust, Traumata, Gesellschaftskritik, Fronterlebnis, Schuldfrage, Individuum, Existenzkrise

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht vergleichend die Schicksale und Integrationsversuche zweier berühmter Heimkehrerfiguren aus der deutschen Nachkriegsliteratur: Andreas Kragler und Beckmann.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Im Zentrum stehen die Folgen von Krieg und Gefangenschaft, die Schwierigkeiten der Wiedereingliederung in das private und gesellschaftliche Leben sowie die psychische Verfassung der Heimkehrer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit analysiert, warum Kragler erfolgreich ins Private zurückkehren kann, während Beckmann in der Nachkriegsgesellschaft scheitert, und welche individuellen Charaktereigenschaften hierfür ausschlaggebend sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine chronologische Einzelanalyse der beiden Protagonisten, gefolgt von einem direkten literaturwissenschaftlichen Vergleich, basierend auf einer fundierten Auswertung der Forschungsliteratur.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Einzelanalysen der Stücke "Trommeln in der Nacht" und "Draußen vor der Tür" sowie einen detaillierten Vergleich der Figuren in Bezug auf ihre Entfremdung und gesellschaftliche Rolle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kriegsheimkehr, Reintegration, Identitätsverlust, gesellschaftliche Anpassung und die Dialektik zwischen Individuum und Gesellschaft.

Warum unterscheidet sich Beckmanns Ende von dem von Kragler?

Während Kragler als Opportunist kompromissbereit handelt und den privaten Neuanfang wählt, bleibt Beckmann als kompromissloser Moralist, der die Welt und sich selbst anklagt, letztlich lebensunfähig und scheitert.

Welche Rolle spielen die "Requisiten" bei Beckmanns Scheitern?

Die Gasmaskenbrille dient Beckmann als Mahnmal und Zeichen seiner Unfähigkeit, den Krieg zu vergessen, was ihn von der restlichen, den Krieg verdrängenden Gesellschaft isoliert.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Heimkehrer in deutschen Nachkriegsdramen. Brechts „Trommeln in der Nacht“ und Borcherts „Draußen vor der Tür“
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,0
Autor
Daniel Konhäuser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
39
Katalognummer
V307883
ISBN (eBook)
9783668063426
ISBN (Buch)
9783668063433
Sprache
Deutsch
Schlagworte
heimkehrer nachkriegsdramen vergleich brechts trommeln nacht borcherts draußen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Konhäuser (Autor:in), 2015, Der Heimkehrer in deutschen Nachkriegsdramen. Brechts „Trommeln in der Nacht“ und Borcherts „Draußen vor der Tür“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307883
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  39  Seiten
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