In der kontrastiven Linguistik ist es immer das Ziel, Sprache, genauer gesagt Sprachen, zu vergleichen. Wenn die Überschrift nun ankündigt, dass deutsche und englische Stellenanzeigen unter dem Aspekt der Personenbezeichnungen kontrastiert werden sollen, so ist dies eine spezielle Form der kontrastiven Linguistik, die eine bestimmte Gruppe oder Art von Wörtern untersucht. In diesem Fall sollen englische und deutsche Stellenanzeigen synchron verglichen werden. Dabei sollen zufällig ausgewählte Stellenanzeigen auf Bezeichnungen, Wörter und Inhalte untersucht werden, die geschlechtsspezifisch für Männer und/oder für Frauen stehen.
Es soll analysiert werden, welche Wörter geschlechtsspezifisch sind und entweder weibliche oder männliche Personen, die diese Stellenanzeigen lesen, ansprechen oder im Gegenteil, eine dieser Personengruppen direkt oder indirekt ausschließen. Gleichwohl, wenn dieses Thema schon oft diskutiert wurde und zahlreiche, auch empirische, Studien vorliegen, so will ich trotzdem eine Analyse versuchen, mit dem Ziel, die Unterschiede der geschlechtsspezifischen Bezeichnungen in zwei Sprachen darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.0 Einleitung
- 2.0 Analyse der Stellenanzeigen in deutscher Sprache
- 3.0 Analyse der Stellenanzeigen in englischer Sprache
- 4.0 Kontrastive Analyse der deutschen und englischen Stellenanzeigen
- 5.0 Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit zielt darauf ab, die Verwendung geschlechtsspezifischer Personenbezeichnungen in deutschen und englischen Stellenanzeigen kontrastiv zu analysieren. Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Sprache aufzuzeigen und zu untersuchen, wie diese Bezeichnungen auf Leserinnen und Leser unterschiedlichen Geschlechts wirken.
- Analyse der Verwendung geschlechtsspezifischer Bezeichnungen in Stellenanzeigen
- Kontrastive Analyse der deutschen und englischen Sprache im Hinblick auf die Gender-Thematik
- Untersuchung der Auswirkungen von geschlechtsspezifischer Sprache auf die Rezeption von Stellenanzeigen
- Identifizierung von diskriminierenden Wortwahl und sprachlichen Strategien zur Vermeidung von Geschlechterdiskriminierung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die Thematik der kontrastiven Analyse von Personenbezeichnungen in Stellenanzeigen in deutscher und englischer Sprache vor und erläutert die Zielsetzung der Untersuchung. Dabei wird auf die Bedeutung von geschlechtergerechter Sprache in Stellenanzeigen hingewiesen und die Relevanz der Analyse im Kontext aktueller Debatten um Gleichberechtigung hervorgehoben.
- Analyse der Stellenanzeigen in deutscher Sprache: Dieses Kapitel konzentriert sich auf die Analyse der Verwendung von Personenbezeichnungen in deutschen Stellenanzeigen. Hierbei wird insbesondere auf das Phänomen des "Splitting" eingegangen, d.h. die Verwendung von geschlechterneutralen Bezeichnungen wie "(m/w)" oder die Kombination von maskulinen und femininen Bezeichnungen (z.B. "Mitarbeiter/in"). Die Arbeit untersucht die Häufigkeit und Variationen des Splitting in den untersuchten Anzeigen und diskutiert mögliche Auswirkungen auf die Rezeption der Anzeigen durch potenzielle Bewerberinnen und Bewerber.
- Analyse der Stellenanzeigen in englischer Sprache: In diesem Kapitel wird die Verwendung von Personenbezeichnungen in englischen Stellenanzeigen analysiert. Die Arbeit befasst sich mit den Besonderheiten der englischen Sprache in Bezug auf die Geschlechtermarkierung und untersucht, wie diese in Stellenanzeigen zum Ausdruck kommt. Der Fokus liegt auf der Analyse von grammatikalischen Strukturen, Wortwahl und sprachlichen Strategien, die in englischen Stellenanzeigen verwendet werden, um geschlechtsspezifische Bezeichnungen zu vermeiden oder zu verwenden.
- Kontrastive Analyse der deutschen und englischen Stellenanzeigen: Dieses Kapitel stellt die Ergebnisse der Analysen der deutschen und englischen Stellenanzeigen gegenüber. Dabei wird die Verwendung von Personenbezeichnungen in beiden Sprachen kontrastiv betrachtet und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Sprachen im Hinblick auf die Gender-Thematik herausgearbeitet. Die Arbeit diskutiert die Ergebnisse im Kontext der sprachlichen und kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und England.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen der kontrastiven Linguistik, Gender-Sprache, Stellenanzeigen, Personenbezeichnungen, Splitting, diskriminierende Wortwahl, geschlechtergerechte Sprache, feministische Linguistik, deutsche und englische Sprache.
Häufig gestellte Fragen zu Personenbezeichnungen in Stellenanzeigen
Was ist das Ziel einer kontrastiven Analyse von Stellenanzeigen?
Ziel ist es, die Verwendung geschlechtsspezifischer Bezeichnungen in verschiedenen Sprachen (hier Deutsch und Englisch) zu vergleichen und deren Wirkung auf die Leserschaft zu untersuchen.
Was bedeutet "Splitting" in deutschen Stellenanzeigen?
Splitting bezeichnet die explizite Nennung beider Geschlechter (z. B. "Mitarbeiter/in") oder die Verwendung von Zusätzen wie "(m/w/d)", um Diskriminierung zu vermeiden.
Wie unterscheidet sich die englische Sprache bei Personenbezeichnungen?
Im Englischen sind viele Berufsbezeichnungen von Natur aus geschlechtsneutral (z. B. "Manager", "Assistant"), weshalb die Problematik der Geschlechtermarkierung anders gelagert ist als im Deutschen.
Warum ist geschlechtergerechte Sprache in Anzeigen wichtig?
Sie soll sicherstellen, dass sich alle qualifizierten Personen gleichermaßen angesprochen fühlen und niemand direkt oder indirekt aufgrund des Geschlechts ausgeschlossen wird.
Welche Rolle spielt die feministische Linguistik in dieser Arbeit?
Die feministische Linguistik liefert die theoretische Basis, um diskriminierende Wortwahlen zu identifizieren und Strategien für eine gerechtere Sprache zu entwickeln.
- Quote paper
- Felix Braune (Author), 2010, Kontrastive Analyse von Personenbezeichnungen in Stellenanzeigen in englischer und deutscher Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307437