In dieser Hausarbeit wird der Fragestellung nachgegangen, weshalb der Persönlichkeit Theoderichs des Großen im Mittelalter so viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde und inwiefern er deshalb als historische Figur im kollektiven Gedächtnis blieb.
In einem Kapitel wird über das spektakuläre Leben des Theoderich berichtet.
Gegensätzliche Darstellungen seiner Person aus byzantinischer und römischer Perspektive erklären die Bedeutung seiner facettenreichen Persönlichkeit.
Ein Schwerpunkt bildet die Thematik des "Herrscherideals". Letztendlich lebt seine Person in der historischen Dichtung der Dietrichsepen bis in die Neuzeit fort.
In der Tradition existierte von Anfang an ein zweigeteiltes von Symphathie und Antipathie geprägtes Theoderichbild, welches eine mögliche Erklärung der Faszination seiner Persönlichkeit ausmachen könnte.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Typische und bedeutende Kriterien für einen Herrscher im Mittelalter
- Entsprach Theoderich dem Herrscherideal?
- Biographie des Ostgotenkönigs
- Bedeutungszuweisung der facettenreichen Persönlichkeit Theoderich des großen frühmittelalterlicher literaler Geschichtsschreiber
- Die ambivalente Darstellung aus byzantinischer Perspektive
- Verherrlichung aus römischer Sicht - Cassiodor und Jordanis
- Die Tradition des negativen Theoderich-Bildes – Papst Gregor der Große
- Darstellung Theoderichs in der lateinisch-gelehrten Geschichtsschreibung – klerikale Perspektive
- Reichsfürst und Bischof Otto von Freising und seine Weltchronik im 12. Jahrhundert
- Unrechtmäßige Herrschaft?
- Theoderichs Heiratspolitik
- Religionszugehörigkeit
- Reichsfürst und Bischof Otto von Freising und seine Weltchronik im 12. Jahrhundert
- Dichtung als eine Form der historischen Überlieferung – Theoderich als Held in den Dietrichsepen
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht die Rezeption der historischen Figur Theoderichs des Großen im Mittelalter und analysiert, warum er im kollektiven Gedächtnis präsent blieb. Sie betrachtet die Kriterien und Erwartungen an einen Herrscher im Mittelalter und untersucht, inwieweit Theoderich diese erfüllte. Die Arbeit beleuchtet die unterschiedlichen Perspektiven auf Theoderich in verschiedenen literarischen Quellen, von der byzantinischen Sichtweise bis hin zu den Dietrichsepen.
- Theoderichs Rolle als Herrscher im Kontext des mittelalterlichen Herrscherideals
- Die ambivalente Darstellung Theoderichs in verschiedenen historischen Quellen
- Die Bedeutung der Gotenherrschaft im mittelalterlichen Bewusstsein
- Die Rolle der Literatur bei der Rezeption Theoderichs als Held
- Die Frage nach der Präsenz Theoderichs im kollektiven Gedächtnis
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Hausarbeit ein und stellt die Forschungsfrage nach der Rezeption Theoderichs des Großen im Mittelalter. Sie beleuchtet die Bedeutung des Herrscherbildes und die Rolle der Goten in der Geschichte.
- Typische und bedeutende Kriterien für einen Herrscher im Mittelalter: Dieses Kapitel analysiert die Erwartungen und Kriterien, die an einen Herrscher im Mittelalter gestellt wurden. Es untersucht die Rolle der Religion, der Gottesgnade und die wichtigsten Eigenschaften eines idealen Herrschers.
- Bedeutungszuweisung der facettenreichen Persönlichkeit Theoderich des großen frühmittelalterlicher literaler Geschichtsschreiber: Dieses Kapitel untersucht die unterschiedlichen Perspektiven auf Theoderich in verschiedenen literarischen Quellen. Es beleuchtet die byzantinische, römische und die Sichtweise von Papst Gregor dem Großen.
- Darstellung Theoderichs in der lateinisch-gelehrten Geschichtsschreibung – klerikale Perspektive: Dieses Kapitel analysiert die Darstellung Theoderichs in der lateinisch-gelehrten Geschichtsschreibung, insbesondere durch Bischof Otto von Freising. Es betrachtet die Frage nach der rechtmäßigen Herrschaft, Theoderichs Heiratspolitik und seiner Religionszugehörigkeit.
- Dichtung als eine Form der historischen Überlieferung – Theoderich als Held in den Dietrichsepen: Dieses Kapitel untersucht die Rolle der Literatur bei der Rezeption Theoderichs als Held in den Dietrichsepen. Es beleuchtet die Bedeutung der Sagen für die Präsenz Theoderichs im kollektiven Gedächtnis.
Schlüsselwörter
Die Hausarbeit befasst sich mit den Themenfeldern Herrscherideal, historische Rezeption, mittelalterliche Literatur, Goten, Theoderich der Große, Dietrichsepen, kollektives Gedächtnis, Herrscherbild, Arianismus, Christentum, und die Rolle der Literatur im Geschichtsbild.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Theoderich der Große?
Theoderich war der bedeutendste König der Ostgoten, der über Italien herrschte und als historische Figur eine Brücke zwischen Antike und Mittelalter schlug.
Warum blieb Theoderich im kollektiven Gedächtnis des Mittelalters?
Dies lag an seinem spektakulären Leben, seiner facettenreichen Persönlichkeit und seiner Verklärung zum Sagenhelden „Dietrich von Bern“.
Entsprach Theoderich dem mittelalterlichen Herrscherideal?
Die Arbeit untersucht dies ambivalent: Während Römer seine Verwaltung lobten, sahen ihn klerikale Quellen wegen seines arianischen Glaubens oft kritisch.
Was sind die Dietrichsepen?
Es handelt sich um historische Dichtungen, in denen Theoderich als heldenhafter Dietrich von Bern fortlebt und die Fakt mit Fiktion vermischen.
Wie beurteilte Papst Gregor der Große Theoderich?
Gregor prägte ein negatives Bild von Theoderich, vor allem aufgrund religiöser Differenzen und der Hinrichtung des Philosophen Boethius.
- Citation du texte
- Claudia Stosik (Auteur), 2010, Theoderich der Große und sein Bild im Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306325