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Der Bildungsbegriff in der frühen Kindheit aus pädagogischer, entwicklungspsychologischer und neurobiologischer Perspektive

Title: Der Bildungsbegriff in der frühen Kindheit aus pädagogischer, entwicklungspsychologischer und neurobiologischer Perspektive

Bachelor Thesis , 2014 , 40 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Olga Siebert (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
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Zur Frage steht: Was lässt sich unter dem Begriff Bildung aus pädagogischer, entwicklungspsychologischer und neurobiologischer Sicht verstehen?

Zunächst möchte ich den Bildungsbegriff in der Pädagogik der frühen Kindheit nach Gerd E. Schäfer betrachten und im weiteren, sowohl die Perspektiven der Entwicklungspsychologie auf Bildung herausarbeiten, als auch Erkenntnisse der Neurobiologie, wie sie unter anderen Gerald Hüther beschreibt, aufzeigen. Ich möchte Gemeinsamkeit, Unterschiede und mögliche Ergänzungen der verschiedenen Disziplinen beschreiben, um die Bedeutung und das Verständnis des Begriffs Bildung in der frühen Kindheit ein stückweit zu klären.

Zum Schluss folgt die Betrachtung des Entwurfs zur Bildungsförderung in NRW, auch in Hinblick darauf, welches Verständnis von Bildung in der frühen Kindheit darin beschrieben wird.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Frühe Kindheit

2. Bildung und Erziehung

3. Zum pädagogisches Verständnis von Bildung

3.1. Der Bildungsbegriff nach Wilhelm von Humboldt

3.2. Fröbels und Montessoris Beitrag zum pädagogischen Bildungsverständnis

3.2.1. Friedrich Fröbel

3.2.2. Maria Montessori

3.3. Zusammenfassung

3.4. Thesen zur frühkindlichen Bildung ( Gerd Schäfer)

4. Entwicklungspsychologische Perspektiven zur Bildung in der frühen Kindheit

4.1. Einfluss der Entwicklungspsychologie

4.2. Selbst und Bildung

4.3. Universelle Entwicklungsaufgaben- individuelle Entwicklungsverläufe

4.4. Bildung in sensiblen Phasen

4.5. Sichere Bindung

4.6. Zusammenfassung Entwicklungspsychologie

5. Beitrag der Hirnforschung- Neurobiologische Sicht auf Bildungs- und Lernprozesse

5.1. Das prä- und postnatale Gehirn

5.2. Neuroplastizität

5.3. Sensible Phasen

5.4. Selbst-Initiative

5.5. Emotionen und äußere Wirkungsfaktoren

5.6. Zusammenfassung: Bildung in der Hirnforschung/ Neurobiologie

6. Zusammenfassung Bildungsverständnis

6.1 Begriff der Bildung in der frühen Kindheit aus pädagogischer, entwicklungspsychologischer und neurobiologischer Sicht

6.1.1. Die neurobiologische Ebene - Bildung von neuronalen Netzwerken

6.1.2. Die psychologische Ebene - Bildung des Selbst

6.1.3. Die pädagogische Ebene- Selbstbildungspotenzial

7. Bildungsarbeit in der frühen Kindheit

7.1. Bildungsförderung in NRW

7.1.1. Bild vom Kind

7.1.2. Bildung als Selbstbildung

7.1.3. Rolle des Erwachsenen

7.1.4. Raum, Material und Zeit

7.7.5. Bildungsinhalte und Bildungsbereiche

8. Abschluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Bildungsbegriff in der frühen Kindheit aus einer interdisziplinären Perspektive. Dabei wird das Ziel verfolgt, ein tieferes Verständnis für kindliche Bildungsprozesse zu entwickeln, indem pädagogische, entwicklungspsychologische und neurobiologische Erkenntnisse zusammengeführt und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die frühkindliche Bildungsarbeit reflektiert werden.

  • Pädagogische Traditionslinien und das Verständnis von Selbstbildung
  • Entwicklungspsychologische Aspekte wie Bindung und Entwicklungsaufgaben
  • Neurobiologische Grundlagen der Hirnentwicklung und Neuroplastizität
  • Die aktive Rolle des Kindes als Konstrukteur seines Wissens
  • Kritische Analyse von Bildungsförderungsansätzen (Beispiel NRW)

Auszug aus dem Buch

5.4. Selbst-Initiative

Für die Entwicklung des jungen Gehirns ist es entscheidend, dass das Kind etwas selbst macht. Im Rahmen einer Interaktion mit der Umwelt wirken Sinnessignale nur dann auf die Hirnstrukturentwicklung des Kindes, wenn das Kind aktiv ist und die Initiative von ihm ausgeht (Haug-Schnabel / Bensel 2009, S.28 f.).

Die Suche nach neuen Erfahrungen wird vom Kind selbst in Gang gesetzt, denn es verfügt über die Fähigkeit, Neues hinzuzulernen und hat das Bestreben, Neues entdecken zu wollen. Dabei ist das kindliche Gehirn, aber auf ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Anregungen aus seiner Umgebung angewiesen. Die im Gehirn bereits entstandenen Verschaltungsmuster können besonders gut ergänzt und erweitert werden, wenn das Kind die Möglichkeit bekommt, selbst zu bestimmen nach welchen neuen Erfahrungen es sucht und wofür es sich interessiert (Hüther 2012, S.15).

Eine gewisse Spannung und Unruhe herrscht im Gehirn, solange das Kind noch mit der Suche nach etwas beschäftigt ist. Sobald das Kind bei seiner Suche etwas findet, wenn dann aus der Erregung Beruhigung wird, aus dem Durcheinander eine Ordnung, wird ein Erfolgserlebnis ausgelöst und das Kind freut sich. Dabei werden im Gehirn bestimmte Botenstoffe freigesetzt, die ein Gefühl von Wohlbehagen und Zufriedenheit auslösen. Dies wiederum beeinflusst die Bereitschaft des Kindes, sich immer wieder auf die Suche nach neuen Entdeckungen und Erfahrungen zu machen. Für kleine Kinder gibt es unendlich viel Neues zu entdecken und in ihren Erfahrungsschatz einzuordnen, da ihnen alles in ihrer Umwelt zunächst fremd ist. Die Entdeckungs- und Lernlust des Kindes wird normalerweise nur durch Erschöpfungsphasen unterbrochen. Diese Erschöpfungsphasen stellen sich ein, damit das in der Wachphase Gelernte und Entdeckte, dann während des Schlafs, im Gehirn verarbeitet, stabilisiert und mit bereits vorhandenen inneren Mustern verbunden werden kann (Hüther 2012, S.16).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Frühe Kindheit: Dieses Kapitel definiert die frühe Kindheit als eigenständige, produktive Lebensphase und thematisiert den Wandel gesellschaftlicher Kinderbilder.

2. Bildung und Erziehung: Hier erfolgt eine theoretische Abgrenzung zwischen Erziehung als absichtsvollem Einwirken und Bildung als selbstständigem Aneignungsprozess des Individuums.

3. Zum pädagogisches Verständnis von Bildung: Das Kapitel beleuchtet historische Traditionslinien und hebt die Bedeutung von Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit durch Ansätze wie die von Fröbel und Montessori hervor.

4. Entwicklungspsychologische Perspektiven zur Bildung in der frühen Kindheit: Der Fokus liegt auf der Bildung des Selbst, der Bewältigung universeller Entwicklungsaufgaben sowie der kritischen Bedeutung sicherer Bindungserfahrungen.

5. Beitrag der Hirnforschung- Neurobiologische Sicht auf Bildungs- und Lernprozesse: Dieses Kapitel erläutert die neuronale Plastizität, die Bedeutung sensibler Phasen und die Notwendigkeit aktiver Selbst-Initiative für die Ausbildung komplexer Hirnstrukturen.

6. Zusammenfassung Bildungsverständnis: Es werden die Erkenntnisse der drei Disziplinen zusammengeführt, um ein ganzheitliches Bild vom kompetenten Kind zu zeichnen, das aktiv seine Umwelt konstruiert.

7. Bildungsarbeit in der frühen Kindheit: Der Abschnitt transferiert die theoretischen Grundlagen in die Praxis, unter anderem durch die Analyse der nordrhein-westfälischen Bildungsgrundsätze für Kinder von 0 bis 10 Jahren.

8. Abschluss: Eine abschließende Reflexion fasst die zentralen Argumente zusammen und unterstreicht die Verantwortung der Erwachsenen für die Gestaltung anregender Lebensumwelten.

Schlüsselwörter

Frühkindliche Bildung, Selbstbildungspotenzial, Entwicklungspsychologie, Hirnforschung, Neuroplastizität, Bindungstheorie, Selbsttätigkeit, Bildungsverständnis, Erziehung, Kindheitspädagogik, Selbstwirksamkeit, Bildungsbereiche, Entwicklungsprozesse, Lernprozesse, NRW-Bildungsgrundsätze

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition und Bedeutung von Bildung in der frühen Kindheit. Sie verbindet dabei theoretische pädagogische Konzepte mit psychologischen und neurobiologischen Erkenntnissen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen das Selbstbildungspotenzial des Kindes, die Rolle der emotionalen Bindung, die Hirnentwicklung durch Neuroplastizität sowie die pädagogische Umsetzung in frühkindlichen Bildungseinrichtungen.

Was ist die primäre Zielsetzung der Bachelor-Arbeit?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Ergänzungen zwischen Pädagogik, Entwicklungspsychologie und Hirnforschung aufzuzeigen, um ein fundiertes Verständnis für die Bedeutung frühkindlicher Bildungsprozesse zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Untersuchung zugrunde?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene fachwissenschaftliche Diskurse und Forschungsansätze (wie etwa die Hirnforschung von Hüther oder die Pädagogik nach Schäfer) analysiert und miteinander in Beziehung setzt.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die pädagogische Sichtweise (Humboldt, Fröbel, Montessori), die entwicklungspsychologische Perspektive (Bindung, Entwicklungsaufgaben) und die neurobiologische Sichtweise (Hirnreifung, sensible Phasen) sowie die Anwendung in der Praxis anhand von Bildungskonzepten.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Schlüsselbegriffe sind insbesondere "Selbstbildung", "Neuroplastizität", "Kindheitspädagogik" und "Selbst-Initiative" des Kindes.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Erziehung und Bildung für die Autorin wichtig?

Die Unterscheidung verdeutlicht den Wechsel von einem passiven Bild des Kindes (Erziehung als Vermittlung) zu einem aktiven, selbstbestimmten Bild (Bildung als Aneignungstätigkeit), was die pädagogische Praxis maßgeblich verändert.

Wie bewertet die Arbeit den Einfluss des Umfelds auf die neuronale Entwicklung?

Die Arbeit betont, dass das Gehirn zwar genetisch für Überlebensfunktionen vorbereitet ist, seine komplexe Struktur jedoch entscheidend von den frühen sozialen Interaktionen, der emotionalen Geborgenheit und den spezifischen Umweltanregungen abhängt (Neuroplastizität).

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Details

Title
Der Bildungsbegriff in der frühen Kindheit aus pädagogischer, entwicklungspsychologischer und neurobiologischer Perspektive
College
University of Applied Sciences Bielefeld
Grade
1,3
Author
Olga Siebert (Author)
Publication Year
2014
Pages
40
Catalog Number
V306284
ISBN (eBook)
9783668042612
ISBN (Book)
9783668042629
Language
German
Tags
Frühkindliche Bildung Bildung Bildungsbegriff Gerd E. Schäfer Gerald Hüther Pädagogik Neurobiologie Entwicklungspsychologie Fröbel Montessori
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Olga Siebert (Author), 2014, Der Bildungsbegriff in der frühen Kindheit aus pädagogischer, entwicklungspsychologischer und neurobiologischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306284
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