Edith Nesbit wird in Arbeiten, die sich mit ihrem Leben und Werk beschäftigen, häufig als moderne Kinderbuchautorin bezeichnet, deren Texte einen Wendepunkt in der Geschichte der Kinderliteratur darstellen. Für Julia Briggs ist sie „the first modern writer for children. [...] Her books established a style and approach still widely used today.“ Anita Moss sieht in Nesbits Texten den Versuch, ,,a new and modern kind of children’s story” zu schaffen, und auch Marcus Crouch äußert sich in ähnlicher Weise:
E. Nesbit stands squarely in the doorway between the nineteenth and the twentieth centuries. She owed much to the Victorians, even if she made affectionate fun of them. She transmuted their good solid base metal into pure gold. In her hand s the Victorian conscience lost its self-consciousness; […]. After E. Nesbit children’s literature might explore new worlds of ideas and themes; it would never return to the stuffily enclosed nurseries of the nineteenth century.
Worin genau besteht die ihr zugeschriebene Modernität?
Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von Edith Nesbits realistischer Kinderliteratur zu zeigen, wie sie innerhalb der für Kinder geschaffenen Literatur eine ganz neue Richtung einschlägt, indem sie dem lesenden Kind, dem dargestellten Kind und dem (dargestellten) erzählenden Kind gewisse Freiheiten einräumt, die es in vorhergehenden Werken für Kinder nicht hatte. Diese drei Instanzen sollen im Folgenden nun etwas genauer beleuchtet werden. Die dazu herangezogenen Werke sind in erster Linie The Story of the Treasure Seekers von 1899 (im Folgenden zitiert als Story), The Wouldbegoods von 1901 (im Folgenden zitiert als Would) und The Railway Children von 1906 (im Folgenden zitiert als Railway).
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das freie dargestellte Kind
- Das freie erzählende Kind
- Das freie lesende Kind
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert Edith Nesbits realistische Kinderliteratur und zeigt auf, wie sie eine neue Richtung in der Kinderliteratur einschlägt, indem sie dem lesenden Kind, dem dargestellten Kind und dem (dargestellten) erzählenden Kind Freiheiten einräumt, die in früheren Werken nicht existierten.
- Das freie dargestellte Kind und seine Moralentwicklung
- Der Einfluss von Erwachsenen auf die Kinder
- Die Rolle des Spiels und Abenteuers in Nesbits Texten
- Die Konfrontation mit realen Herausforderungen und Problemen
- Die Verbindung zwischen kindlicher Freiheit und moralischer Verantwortung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik ein und beleuchtet Edith Nesbits Modernität als Kinderbuchautorin.
Das Kapitel "Das freie dargestellte Kind" analysiert, wie Nesbit Kinder in ihren Geschichten darstellt, die weitestgehend sich selbst überlassen sind und ohne eine moralisierende Instanz agieren. Es werden die Kinderfiguren aus "The Story of the Treasure Seekers", "The Wouldbegoods" und "The Railway Children" näher betrachtet, um die Freiheit und gleichzeitig die moralische Verantwortung der Kinder in Nesbits Texten zu verdeutlichen.
Häufig gestellte Fragen
Warum gilt Edith Nesbit als Begründerin der modernen Kinderliteratur?
Nesbit brach mit den moralisierenden Traditionen des 19. Jahrhunderts. Ihre Bücher zeigen Kinder, die realistische Abenteuer erleben, Fehler machen und ohne ständige elterliche Belehrung agieren.
Was versteht man unter dem "freien dargestellten Kind" bei Nesbit?
Es bezeichnet Kinderfiguren, die weitgehend sich selbst überlassen sind, eigene moralische Entscheidungen treffen und deren Handeln nicht sofort von Erwachsenen bewertet oder bestraft wird.
Welche Werke von Edith Nesbit werden in der Arbeit analysiert?
Die Analyse konzentriert sich auf "The Story of the Treasure Seekers" (1899), "The Wouldbegoods" (1901) und "The Railway Children" (1906).
Wie verändert Nesbit die Rolle des Erzählers?
Das "freie erzählende Kind" bei Nesbit (oft eine der Kinderfiguren selbst) erzählt die Geschichte aus einer kindlichen Perspektive, was dem Leser eine größere Nähe und Freiheit zur Interpretation bietet.
Was bedeutet "das freie lesende Kind" in diesem Kontext?
Nesbit räumt dem Leser die Freiheit ein, sich ein eigenes Urteil über die Handlungen der Kinder zu bilden, anstatt eine vorgefertigte moralische Lehre aufzudrängen.
- Quote paper
- Nora Pröfrock (Author), 2004, Das freie Kind in Edith Nesbits realistischer Kinderliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30598