Bilingualismus – ein Begriff, der viele Facetten in sich trägt. Ein Begriff, der von unterschiedlichen Definitionsansätzen geprägt ist. Doch was verbirgt sich wirklich dahinter? Ist es wahr, dass zweisprachige Kinder Sprachprobleme besitzen, weil sie mit dem doppelten Spracherwerb schlichtweg überfordert sind?
Diese Arbeit geht der Frage nach, ob eine bilinguale Früherziehung das Risiko der Sprachretardierung bei Vorschulkindern im Alter von fünf bis sechs Jahren erhöht.
In der vorliegenden Studie wurden 35 monolignuale deutschsprachige und 33 bilinguale deutsch-englischsprachige Kinder mittels eines eigen entwickelten Sprachtests befragt. Dieser soll sowohl die rezeptiven als auch die produktiven Sprachfähigkeiten der Kinder überprüfen. Der methodische Einblick lässt die Intention hinter den Sprachtests erkennen und bietet einen Überblick über die Untersuchungsform sowie die Versuchsplanung.
Die Fragestellung wurde in den letzten Jahren bereits häufig untersucht. Trotzdessen gibt es bis heute keine einheitliche Antwort darauf. Frühkindliche Zweisprachigkeit ist immer noch durch Mythen belastet. Doch besonders momentan besitzt das Thema eine ausschlaggebende gesellschaftliche Relevanz, weil die Globalisierung aktueller ist als je zuvor. Es gilt als kulturelles Vermögen, sobald eine Person mehrere Sprachen fließend beherrscht. Mindestens genauso groß ist die Angst, dass das eigene Kind nicht mal den Zugang zu einer Sprache besitzt, zurückzuführen auf den Begriff des Semilingualismus. Ist eine bilinguale Erziehung also eher ein Risiko oder doch eine Chance? Da diese Frage bis heute kontrovers diskutiert wird, soll diese Arbeit Klarheit schaffen. Das Ergebnis soll nicht nur den linguistischen Diskurs beleben, es soll auch eine Hilfestellung für Eltern und Erzieher bieten, die sich mit Bilingualität beschäftigen.
Alle erwähnten Sprachprobleme werden in dieser Studie unvoreingenommen betrachtet und auf ihre Merkmale untersucht. Zudem ist zu sagen, dass die Begriffe Bilingualität und Zweisprachigkeit als Synonyme verwendet werden. Das gilt auch für Monolingualität und Einsprachigkeit.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Spracherwerb im Kleinkindalter
- 2.1 Dimensionen der Bilingualität – Ein Definitionsversuch
- 2.2 Spracherwerbstypen
- 2.3 Spracherziehungsmethoden im familiären Kontext
- 3. Probleme der Sprachentwicklung im Vorschulalter
- 3.1 Allgemeine Sprachprobleme
- 3.2 Spezifische Sprachprobleme bilingualer Kinder
- 4. Methode
- 5. Der Sprachtest
- 5.1 Entwicklung und Intention
- 5.2 Auswertung
- 6. Durchführung/Vorgehen
- 7. Ergebnisse
- 8. Schlussbetrachtung
- 9. Literaturverzeichnis
- 10. Abstract
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob eine bilinguale Früherziehung das Risiko einer Sprachretardierung bei Vorschulkindern im Alter von fünf bis sechs Jahren erhöht. Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des bilingualen Spracherwerbs, untersucht verschiedene Spracherwerbstypen und Erziehungsmethoden und betrachtet die spezifischen Sprachprobleme bilingualer Kinder.
- Bilingualer Spracherwerb im Kleinkindalter
- Sprachprobleme im Vorschulalter
- Sprachretardierung bei bilingualen Kindern
- Entwicklung und Durchführung eines Sprachtests
- Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und die methodische Vorgehensweise der Arbeit vor. Kapitel 2 befasst sich mit dem Spracherwerb im Kleinkindalter und beleuchtet verschiedene Dimensionen der Bilingualität. Kapitel 3 widmet sich den Sprachproblemen im Vorschulalter, sowohl im Allgemeinen als auch im Hinblick auf die spezifischen Herausforderungen bilingualer Kinder. Die Methode des Projekts, einschließlich des eigens entwickelten Sprachtests, wird in Kapitel 4 beschrieben.
Schlüsselwörter
Bilingualismus, Sprachretardierung, Früherziehung, Sprachentwicklung, Vorschulalter, Sprachtest, Deutsch, Englisch, Sprachprobleme, Monolingualität, Zweisprachigkeit, Spracherwerbstypen, Erziehungsmethoden, Semilingualismus, Forschung, Vergleichsstudie.
Häufig gestellte Fragen
Erhöht bilinguale Früherziehung das Risiko einer Sprachretardierung?
Die Arbeit untersucht diese kontroverse Frage und kommt zu dem Schluss, dass Mehrsprachigkeit eher eine Chance als ein Risiko darstellt, sofern die Rahmenbedingungen stimmen.
Was versteht man unter Semilingualismus?
Semilingualismus bezeichnet die Befürchtung, dass ein Kind in keiner der beiden Sprachen eine vollständige Kompetenz erwirbt. Die Arbeit setzt sich kritisch mit diesem Mythos auseinander.
Wie wurde die Studie durchgeführt?
Es wurden 35 monolinguale und 33 bilinguale Kinder (deutsch-englisch) im Alter von fünf bis sechs Jahren mit einem speziellen Sprachtest befragt.
Welche Dimensionen der Bilingualität gibt es?
Die Arbeit unterscheidet verschiedene Spracherwerbstypen und Erziehungsmethoden im familiären Kontext, um die Vielfalt der Zweisprachigkeit abzubilden.
Bietet die Arbeit eine Hilfestellung für Eltern?
Ja, die Ergebnisse sollen Eltern und Erziehern als Orientierung dienen und zur Versachlichung des linguistischen Diskurses beitragen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2015, Sprachprobleme im Kindesalter. Erhöht eine bilinguale Früherziehung das Risiko einer Sprachretardierung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305453