Die folgende Arbeit ist ein Unterrichtsentwurf zu dem Thema Sterbehilfe, der sich an die 11. Jahrgangsstufe richtet. Der Entwurf ist für eine Doppelstunde vorgesehen. Da das Fach Philosophie kein Kerncurriculum besitzt, wie die übrigen Fächer in Niedersachsen, liegt es an mir selbst, den Unterricht sinnvoll zu gestalten und Themen auszuwählen, die ich als Lehrer als geeignet und wichtig empfinde. Zu einem dieser Themen gehört für mich die Sterbehilfe.
Wiederholt wird in Deutschland in den letzten Jahren über die Selbstbestimmung im Sterbeprozess debattiert. Man diskutiert über die Gültigkeit von Patientenverfügungen, rechtmäßigem Behandlungsabbruch und darüber, ob die Tötung von unheilbar Kranken auf deren ausdrücklichen Wunsch hin nicht nur ausnahmsweise möglich, sondern ein ethisches Erfordernis sein kann Auch die Schülerinnen und Schüler (SuS) können von diesem Phänomen früher oder spätere betroffen sein. Vielleicht haben sie auch schon einen langen Sterbeprozess miterlebt. Dieses Thema vereint Aktualität und die Schulung von der ethischen Urteilskompetenz, welche im weiteren Verlauf des Lebens ein wichtiges Gut darstellt.
Der Unterrichtsentwurf gliedert sich in drei Teile: Im ersten Schritt soll die Sterbehilfe selbst erörtert werden. Anschließend erfolgt die didaktische Analyse der Unterrichtsstunde und zum Schluss geht es um die Methodik, die näher beschrieben werden soll. Eine Lerngruppenbeschreibung bleibt bei diesem Entwurf aus, da er sich nicht an eine bestimmte Lerngruppe richtet.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Sachanalyse
- Didaktische Analyse
- Unterrichtszusammenhang
- Legitimation
- Schwerpunktsetzung und Reduktion
- Transformation und Antizipation
- Ziel der Stunde
- Methodische Analyse
- Entscheidung für bestimmte Sozialformen
- Steuerungsverhalten
- Material und Medien
- Verlaufsplanung
- Anhang
- Fallbeispiele aus der Erarbeitungsphase
- Texte für die Vertiefungsphase
- Quellenverzeichnis
- Literaturquellen
- Internetquellen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Unterrichtsentwurf zielt darauf ab, Schülerinnen und Schülern der 11. Jahrgangsstufe ein tieferes Verständnis für die Thematik der Sterbehilfe zu vermitteln und sie zur ethischen Urteilsbildung zu befähigen. Der Entwurf soll die Komplexität des Themas beleuchten und die verschiedenen Arten der Sterbehilfe differenziert betrachten.
- Rechtliche und ethische Aspekte der Sterbehilfe
- Die verschiedenen Arten der Sterbehilfe (aktive, passive, indirekte Sterbehilfe sowie Beihilfe zur Selbsttötung)
- Patientenverfügungen und ihre Bedeutung im Sterbeprozess
- Die Rolle der Medizin und des Rechts im Kontext der Sterbehilfe
- Die Selbstbestimmung im Sterbeprozess und die ethische Verantwortung des Einzelnen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Sterbehilfe ein und erläutert die Relevanz des Themas für Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe. Die Sachanalyse beleuchtet die vier Arten der Sterbehilfe und ihre rechtliche und ethische Bewertung in Deutschland und anderen Ländern. Die didaktische Analyse untersucht den Unterrichtsentwurf hinsichtlich seiner Legitimation, Schwerpunktsetzung, Transformation und Zielsetzung. Die methodische Analyse fokussiert auf die Entscheidung für bestimmte Sozialformen, das Steuerungsverhalten und die Auswahl von Material und Medien. Der Anhang beinhaltet Fallbeispiele und Texte zur Vertiefung des Themas. Das Quellenverzeichnis listet die verwendete Literatur und Internetquellen auf.
Schlüsselwörter
Sterbehilfe, Euthanasie, passive Sterbehilfe, indirekte Sterbehilfe, Beihilfe zur Selbsttötung, Patientenverfügung, Selbstbestimmung, ethische Urteilskompetenz, Recht, Medizin, Strafrecht, Notstand, palliativmedizinische Maßnahmen.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die vier Arten der Sterbehilfe?
Man unterscheidet zwischen aktiver Sterbehilfe (Tötung auf Verlangen), passiver Sterbehilfe (Behandlungsverzicht), indirekter Sterbehilfe (Schmerzlinderung mit Lebensverkürzung) und Beihilfe zur Selbsttötung.
Wie ist die rechtliche Lage der Sterbehilfe in Deutschland?
Aktive Sterbehilfe ist verboten, während passive und indirekte Sterbehilfe unter bestimmten Voraussetzungen rechtmäßig sind. Die Beihilfe zum Suizid wird fortlaufend rechtlich debattiert.
Warum ist das Thema für den Philosophieunterricht geeignet?
Es schult die ethische Urteilskompetenz der Schüler und konfrontiert sie mit existentiellen Fragen zur Selbstbestimmung und Verantwortung.
Welche Bedeutung hat die Patientenverfügung?
Sie ermöglicht es Individuen, im Voraus festzulegen, welche medizinischen Maßnahmen in einer Phase der Entscheidungsunfähigkeit vorgenommen oder unterlassen werden sollen.
Was ist das Ziel des Unterrichtsentwurfs?
Schüler sollen ein tieferes Verständnis für die Komplexität der Sterbehilfe entwickeln und befähigt werden, eine eigene, ethisch begründete Position einzunehmen.
- Quote paper
- Jennifer Jollet (Author), 2015, Sterbehilfe und Schulung der ethischen Urteilskompetenz (Philosophie, 11. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305212