Der Briefroman "Die Leiden des jungen Werther", 1774 von Johann Wolfgang von Goethe verfasst, gehört zur Epoche des Sturm und Drang. Das Thema dieses Romans ist einigermaßen autobiografisch, da der Autor seine platonische Beziehung zu der schon verlobten Frau Charlotte Buff beschreibt. Im Sommer 1772 war Goethe am Reichskammergericht in Wetzlar tätig und bei einem Ball lernte er Charlotte Buff, die schon mit dem hannoverischen Gesandtschaftssekretär Johann Christian Kestner verlobt war, kennen.
Noch ein autobiografisches Motiv ist der Selbstmord. Legationssekretär Carl Wilhelm Jerusalem erschoss sich in Wetzlar wegen der unglücklichen Liebe zu einer verheirateten Frau mit der Pistole, die er von Kestner geliehen hat.
Die Hauptpersonen in diesem Roman sind Werther, Albert und Lotte, zwischen denen ein Liebesdreieck entstanden ist. In dieser Arbeit werden die Hauptfiguren und Beziehungen, die zu diesem Dreieckkonflikt geführt haben, geschildert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Werther ein sensibler Individualist
- Albert der besonnene Traditionalist
- Lotte im Schatten der Männer
- Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit analysiert die Figurenkonstellationen in Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ und beleuchtet die Beziehungen zwischen den Hauptfiguren Werther, Albert und Lotte. Die Arbeit untersucht, wie die unterschiedlichen Charakterzüge und Lebensentwürfe der Figuren zu dem Dreieckskonflikt führen.
- Die Darstellung des sensiblen Individualismus Werthers im Gegensatz zum rationalen Traditionalismus Alberts
- Die Rolle Lottes als Objekt der Begierde und die Auswirkungen ihrer Verlobung auf die Beziehungen
- Die Bedeutung von Natur, Kunst und Gesellschaft im Roman
- Der Einfluss der Epoche des Sturm und Drang auf Goethes Werk
- Die Frage der Selbstverwirklichung und die Grenzen der gesellschaftlichen Ordnung
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt den historischen Kontext und die Entstehungsgeschichte von „Die Leiden des jungen Werther“ vor. Sie beleuchtet die autobiografischen Elemente des Romans und die zentralen Figuren des Liebesdreiecks: Werther, Albert und Lotte.
Werther - ein sensibler Individualist
Dieses Kapitel charakterisiert Werther als einen sensiblen, gefühlsintensiven jungen Mann, der sich von der Gesellschaft und ihren Konventionen abgrenzt. Es wird gezeigt, wie Werthers Liebe zu Lotte und seine Unfähigkeit, seine Gefühle zu kontrollieren, ihn in eine depressive Lage treiben. Die Bedeutung von Natur und Kunst für Werthers Selbstverwirklichung wird ebenfalls beleuchtet.
Albert – der besonnene Traditionalist
Dieses Kapitel stellt Albert als Kontrastfigur zu Werther dar. Er ist ein rationaler, strebsamer Geschäftsmann, der sein Leben nach Vernunft und Ordnung ausrichtet. Der Gegensatz zwischen Alberts pragmatischem Lebensentwurf und Werthers emotionaler Natur wird deutlich.
Häufig gestellte Fragen
Welches Liebesdreieck steht im Zentrum von "Die Leiden des jungen Werther"?
Der Konflikt besteht zwischen dem emotionalen Werther, der bereits verlobten Lotte und ihrem besonnenen Verlobten Albert.
Welche autobiografischen Züge trägt Goethes Roman?
Goethe verarbeitete seine eigene unerfüllte Liebe zu Charlotte Buff und den realen Selbstmord seines Bekannten Carl Wilhelm Jerusalem.
Wie unterscheiden sich Werther und Albert charakterlich?
Werther wird als sensibler Individualist des "Sturm und Drang" dargestellt, während Albert den rationalen, pflichtbewussten Traditionalisten verkörpert.
Welche Rolle spielt die Natur für Werther?
Die Natur dient Werther als Spiegel seiner Seele und als Rückzugsort vor den engen Konventionen der bürgerlichen Gesellschaft.
Warum scheitert Werther an der Gesellschaft?
Sein extremer emotionaler Individualismus lässt sich nicht mit der rationalen Ordnung und den sozialen Hierarchien seiner Zeit vereinbaren.
- Quote paper
- Martina Orsag (Author), 2014, Figurenkonstellation in Goethes "Die Leiden des jungen Werthers", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304362