Fokus der Arbeit sind Überlegungen von Georg Stenger, die durch Gedanken von Lévinas und Wadenfels ergänzt werden. Vor allem Wadenfels hat sich ausgiebig mit der Fremderfahrung auseinandergesetzt. Zum Schluss sollen die gesammelten Erkenntnisse dazu dienen, eine bessere Unterscheidung zwischen Fremdem und Anderem herausbilden zu können.
Die Fremderfahrung als phänomenologisches Thema ist relativ gut durchleuchtet. Husserl legte hierzu den Grundstein mit seiner 5. Cartesianischen Meditation. Weitere Überlegungen steuerten beispielsweise Sartre und Merleau-Ponty bei. Jedoch gibt es wenig phänomenologische Erkenntnisse zur Unterscheidung zwischen Fremdem und Anderem.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Das Andere bei Lévinas
- Fremderfahrung nach Wadenfels
- Fremderfahrung nach Stenger
- Fremdes und Anderes - Unterschiede
- Kritische Würdigung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Unterscheidung zwischen Fremdem und Anderem. Im Mittelpunkt stehen die Überlegungen von Georg Stenger, ergänzt durch Gedanken von Emmanuel Lévinas und Bernhard Wadenfels. Ziel ist es, eine bessere Unterscheidung zwischen Fremdem und Anderem herauszubilden.
- Die Konzepte von Alterität, Antlitz, Unendlichkeit und Asymmetrie bei Lévinas
- Die Fremderfahrung nach Wadenfels und die Unterscheidung zwischen Eigenem und Fremdem
- Die Kritik an der Lévinas'schen Alterität und die Notwendigkeit einer Pluralität der Kulturen
- Die Bedeutung der Fremderfahrung für die Konstruktion von Identität und Selbstverständnis
- Die Rolle der Sprache und Kommunikation in der Begegnung mit dem Fremden
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet eine Einführung in das Thema und stellt die zentralen Fragestellungen der Arbeit vor. Das zweite Kapitel analysiert die Konzepte von Alterität, Antlitz, Unendlichkeit und Asymmetrie bei Lévinas und untersucht, wie diese Konzepte die Beziehung zwischen Ich und Anderem gestalten. Das dritte Kapitel behandelt die Fremderfahrung nach Wadenfels und beleuchtet die Unterscheidung zwischen Eigenem und Fremdem sowie die Möglichkeiten der Aneignung und Enteignung des Fremden.
Schlüsselwörter
Fremderfahrung, Alterität, Antlitz, Unendlichkeit, Asymmetrie, Lévinas, Wadenfels, Stenger, Identität, Selbstverständnis, Kultur, Sprache, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen dem Fremden und dem Anderen?
Während „das Andere“ oft eine ethische Beziehung (Lévinas) beschreibt, bezieht sich „das Fremde“ (Wadenfels) auf die Erfahrung einer radikalen Differenz, die sich der Aneignung entzieht.
Was meint Lévinas mit dem „Antlitz des Anderen“?
Das Antlitz ist eine ethische Aufforderung. In der Begegnung mit dem Anderen entsteht eine unmittelbare Verantwortung, die der Ich-Bezogenheit Grenzen setzt.
Wie definiert Bernhard Wadenfels Fremderfahrung?
Wadenfels sieht das Fremde als etwas, das von „außerhalb“ kommt und unsere eigenen Ordnungen infrage stellt, ohne jemals ganz verstanden oder integriert werden zu können.
Welche Rolle spielt die Sprache bei der Begegnung mit dem Fremden?
Sprache kann Brücken bauen, aber auch Grenzen ziehen. Die Fremderfahrung zeigt oft das Scheitern der Kommunikation auf, wo das Gegenüber unbegreiflich bleibt.
Warum ist Pluralität der Kulturen wichtig?
Georg Stenger betont, dass Identität erst durch die Abgrenzung und den Dialog mit anderen Kulturen entsteht. Pluralität ist somit die Bedingung für Selbstverständnis.
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- Tom Helman (Author), 2015, Georg Stenger, Emmanuel Lévinas und Bernhard Wadenfels. Der Unterschied zwischen dem Fremden und dem Anderen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304350