Tonio Kröger sieht sich in einer Position zwischen dem Bürger- und dem Künstlertum, in denen er ständig versucht, sich zu positionieren. Es wird jedoch zu einer Lebensaufgabe, da sich ihm stetig Widerstände entgegenstellen.
Die Diskrepanz zwischen dem Bürger- und Künstlertum ist ein wiederkehrendes Leitmotiv in den Werken Thomas Manns, der den Umgang mit diesen zwei Welten in verschiedenen Werken verschiedenartig darstellt und somit anhand seiner Figuren divergente Darstellungen der Selbsterfahrung in andersartigen Umwelten liefert.
Im Folgenden werde ich mich unter Berücksichtigung relevanter Fachliteratur mit der Selbstbestimmung des Protagonisten der Erzählung „Der Tod in Venedig“, ebenfalls von Thomas Mann verfasst, Gustav von Aschenbach, und mit dem oben bereits erwähnten Tonio Kröger auseinandersetzen. Beide sind bereits ihrer Herkunft halber sowohl mit Merkmalen des Künstlertums geprägt, als auch durch Wurzeln im Bürgertum verankert und stehen somit vor der Aufgabe sich in selbigen Geflechten zu integrieren. Es stellen sich die Fragen, ob eine genaue Einordnung in eines der Umfelder möglich ist und welche Probleme sich den Protagonisten als Künstler, die vom Bürgertum beeinflusst werden, eröffnen. Weiterhin wird zu beachten sein, auf welche Weisen die Figuren mit den zwei Welten, und den in ihnen enthaltenen Möglichkeiten, umgehen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Gustav von Aschenbach
- Ansätze von Künstler- und Bürgertum in Gustav von Aschenbach
- Gustav von Aschenbach als 'Künstler'
- Aschenbachs Wandlung von apollinischen Prinzipien zu dionysischer Begierde
- Tonio Kröger
- Tonio Kröger als Komposition aus Bürger- und Künstlertum
- Die Loslösung vom Bürgertum
- Tonios Ansichten über das Künstlertum
- Gustav von Aschenbach und Tonio Kröger: Der `Künstler´ und der `verirrte Bürger´
- Abschließende Bemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text beschäftigt sich mit der Selbstbestimmung von Künstlern im Spannungsfeld von Bürgertum und Künstlertum, indem er zwei Figuren aus den Werken Thomas Manns, Gustav von Aschenbach und Tonio Kröger, analysiert. Dabei werden die beiden Protagonisten hinsichtlich ihrer Herkunftslinie, ihrer künstlerischen Ausprägung und ihrem Umgang mit den jeweiligen Welten untersucht.
- Das Zusammenspiel von Künstler- und Bürgertum in der Persönlichkeitsentwicklung der Protagonisten
- Die Herausforderungen und Konflikte, die sich aus der Doppelrolle als Künstler und Bürger ergeben
- Die unterschiedlichen Strategien, die die Protagonisten entwickeln, um sich in den beiden Welten zu bewegen
- Die Rolle der Selbstdisziplin und des Pflichtbewusstseins im Künstlerleben
- Die Bedeutung von ästhetischen Idealen und der Suche nach Vollkommenheit im Werk
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Text stellt die Problematik des Verhältnisses von Künstler und Leben anhand von Tonio Kröger aus der gleichnamigen Erzählung Thomas Manns dar und zeigt die wiederkehrende Thematik der Diskrepanz zwischen Bürger- und Künstlertum in den Werken Thomas Manns. Im Folgenden wird sich der Text mit den Figuren Gustav von Aschenbach und Tonio Kröger auseinandersetzen.
Gustav von Aschenbach: Der Text untersucht die Herkunft und Entwicklung von Gustav von Aschenbach, der als Protagonist der Erzählung „Der Tod in Venedig“ sowohl durch das Bürgertum als auch das Künstlertum geprägt ist. Es wird gezeigt, wie seine familiäre Geschichte und sein Charakter sowohl bürgerliche als auch künstlerische Züge tragen.
Tonio Kröger: Der Text analysiert die Figur von Tonio Kröger als Komposition aus Bürger- und Künstlertum, die Loslösung vom Bürgertum und Tonios Ansichten über das Künstlertum. Der Text untersucht auch die Unterschiede zwischen Aschenbach und Kröger, die beide vom Bürgertum beeinflusst werden, aber auf unterschiedliche Weise mit dieser Rolle umgehen.
Schlüsselwörter
Der Text beschäftigt sich mit zentralen Begriffen wie Künstler, Bürgertum, Selbstbestimmung, Selbstdisziplin, Ästhetik, Schönheit, Vollkommenheit, Apollinisches, Dionysisches, Thomas Mann, Gustav von Aschenbach, Tonio Kröger, Der Tod in Venedig, Tonio Kröger, die Diskrepanz zwischen Bürger- und Künstlertum, die Herausforderungen und Konflikte, die sich aus der Doppelrolle als Künstler und Bürger ergeben, die unterschiedlichen Strategien, die die Protagonisten entwickeln, um sich in den beiden Welten zu bewegen, die Rolle der Selbstdisziplin und des Pflichtbewusstseins im Künstlerleben, die Bedeutung von ästhetischen Idealen und der Suche nach Vollkommenheit im Werk.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Leitmotiv in Thomas Manns „Tonio Kröger“?
Das zentrale Motiv ist die schmerzhafte Diskrepanz zwischen dem Künstlertum (Geist, Isolation) und dem Bürgertum (Leben, Normalität, Glück).
Wie unterscheidet sich Gustav von Aschenbach von Tonio Kröger?
Während Tonio Kröger versucht, eine Brücke zwischen den Welten zu schlagen, scheitert Aschenbach in „Der Tod in Venedig“ an der unterdrückten Leidenschaft und verfällt dem dionysischen Rausch.
Welche Rolle spielt die Herkunft für die Protagonisten?
Beide Figuren haben sowohl bürgerliche als auch künstlerische Wurzeln, was ihren inneren Konflikt und das Gefühl der Heimatlosigkeit in beiden Welten begründet.
Was versteht Thomas Mann unter dem „verirrten Bürger“?
Es beschreibt einen Künstler, der sich nach der Einfachheit und Ordnung des bürgerlichen Lebens sehnt, aber aufgrund seiner Reflexionsfähigkeit nie ganz dazu gehören kann.
Bedeuten Disziplin und Pflicht für Aschenbach Rettung oder Untergang?
Für Aschenbach ist extreme Disziplin zunächst die Basis seines Erfolgs, führt aber letztlich zu einer Erstarrung, die dem plötzlichen Einbruch des Irrationalen nichts entgegenzusetzen hat.
- Quote paper
- Mirja Quix (Author), 2011, Selbsterfahrung zwischen Künstler- und Bürgertum in Thomas Manns „Tonio Kröger“ und „Der Tod in Venedig“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302777