Der inhaltliche Aufbau der Arbeit zeigt die komplexen Problembereiche, in denen sich die Krankenhäuser im Rahmen der CIRS-Einführungen durch die gesetzliche Verpflichtung befinden, auf. Die weiteren Kapitel vertiefen die beeinflussenden Faktoren wie den notwendigen Paradigmenwechsel, der eine Veränderung der Fehlerkultur begleiten muss. Die Handlungsforschung nennt diese Auseinandersetzung mit den verschiedenen Wissensbezügen „Prämissen, Praxisfeld, Sachgebiet und Thema, Wissenschaftsverhältnis“ (Huschke-Rhein, 1993: 198). Des Weiteren haben die Unternehmenskultur mit den im Krankenhaus ausgeprägten Hierarchien sowie die unterschiedlichen Führungsstile Einfluss auf die Veränderungen einer Fehlerkultur. Anschließend wird kurz auf die Themen berufliche Sozialisation und ein notwendiges Changemanagement eingegangen. Nachfolgend werden die Aspekte der Patientensicherheit hinsichtlich der Risiko- und Fehlerpotentiale im Krankenhaus beleuchtet. Die Kriterien eines Risikomanagements und einer CIRS-Einführung schließen das Thema Patientensicherheit ab. Die darauffolgende Auseinandersetzung mit der Handlungsforschungsmethode, von der Entstehung über den zyklischen Aufbau bis hin zum Theorie-Praxis-Konflikt, baut die Wissenskurve für das konzeptionelle Modell einer CIRS-Einführung nach der Handlungsforschung auf. Das konzeptionelle Modell wird in sieben Phasen (Vereinbarungsphase, Kontexte, Fokussierung, Engagement, Konfliktpotentiale, Methoden und Ergebnisse mit Evaluation) dargestellt und erläutert. Nachfolgend wird ein exemplarisches Ergebnis einer CIRS-Reflexion nach dem beschriebenen Modell vorgestellt. Eine Zusammenfassung mit Ausblick schließt die Erarbeitung ab.
Inhaltsverzeichnis
- Inhalte der Problemstellung
- Paradigmenwechsel im Krankenhaus
- Die Unternehmenskultur im Krankenhaus
- Führungsstile und Hierarchien im Krankenhaus
- Berufliche Sozialisation
- Changemanagement
- Die Patientensicherheit
- Die Fehlerkultur im Krankenhaus
- Die Risiko- und Fehlerpotentiale im Krankenhaus
- Das Risikomanagement
- CIRS
- Die Handlungsforschung
- Die Umfelder der Handlungsforschung
- Entstehung und Entwicklung der Handlungsforschung
- Partizipative Handlungsforschung
- Die Handlungsforschung als zyklischer Prozess
- Die Typologie der Handlungsforschung
- Der Theorie-Praxis-Konflikt
- Konzeptionelles Modell einer CIRS Einführung nach der Handlungsforschung
- Die CIRS Vereinbarungsphase
- Die Kontexte einer CIRS-Einführung
- Die Fokussierung einer CIRS-Einführung
- Das Engagement einer CIRS-Einführung
- Konfliktpotentiale einer CIRS-Einführung
- Methodenphase einer CIRS-Einführung
- Ergebnisse und Evaluation einer CIRS-Einführung
- Exemplarisches Ergebnis einer CIRS-Reflexion
- Die Umfelder der Handlungsforschung
- Zusammenfassung
- Ausblicke
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Einführung eines Critical Incident Reporting System (CIRS) im Krankenhaus und untersucht, wie die Handlungsforschung als methodischer Ansatz zur Gestaltung eines Paradigmenwechsels in der Fehlerkultur eingesetzt werden kann. Das Ziel ist es, ein konzeptionelles Modell zu entwickeln, das die aktive Mitgestaltung der Akteure in der Praxis fördert und langfristig zu einer Verbesserung der Fehlerkultur und Unternehmenskultur im Krankenhaus beiträgt.
- Einführung eines CIRS im Krankenhaus
- Paradigmenwechsel in der Fehlerkultur
- Anwendung der Handlungsforschung als methodisches Instrument
- Aktive Mitgestaltung der Akteure in der Praxis
- Verbesserung der Fehlerkultur und Unternehmenskultur
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Darstellung der Problematik von Fehlern im Krankenhaus und der Notwendigkeit einer konstruktiven Fehlerkulturentwicklung. Kapitel 2 beleuchtet den Paradigmenwechsel im Krankenhaus, wobei die Unternehmenskultur und Führungsstile im Fokus stehen. Kapitel 3 widmet sich der Patientensicherheit und analysiert die Fehlerkultur, Risiko- und Fehlerpotentiale sowie das Risikomanagement im Krankenhaus. Kapitel 4 befasst sich mit der Handlungsforschung als methodischem Ansatz zur Einführung eines CIRS, wobei verschiedene Aspekte der Handlungsforschung und ein konzeptionelles Modell für die Einführung des CIRS vorgestellt werden. Abschließend werden exemplarische Ergebnisse einer CIRS-Reflexion präsentiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Themen wie Patientensicherheit, Fehlerkultur, Handlungsforschung, CIRS, Paradigmenwechsel, Unternehmenskultur, Führungsstile, Risikomanagement und Konzeptionelles Modell.
Häufig gestellte Fragen
Was ist CIRS im Krankenhaus?
CIRS steht für Critical Incident Reporting System, ein anonymes Meldesystem für Beinahe-Fehler, um die Patientensicherheit durch Lernen aus Fehlern zu erhöhen.
Welchen Beitrag leistet die Handlungsforschung?
Handlungsforschung ist eine Methode, bei der Forscher und Praktiker gemeinsam Probleme lösen, um die Praxis (hier die Fehlerkultur) direkt zu verändern.
Warum ist ein Paradigmenwechsel im Krankenhaus nötig?
Es muss ein Wandel von einer hierarchischen „Schuld-Kultur“ hin zu einer offenen „Lern-Kultur“ stattfinden, um Risiken frühzeitig zu erkennen.
In wie vielen Phasen erfolgt die CIRS-Einführung laut Modell?
Das in der Arbeit vorgestellte konzeptionelle Modell gliedert sich in sieben Phasen, von der Vereinbarung bis zur Evaluation.
Was ist der Theorie-Praxis-Konflikt in der Handlungsforschung?
Er beschreibt die Herausforderung, wissenschaftliche Erkenntnisse so in den Klinikalltag zu integrieren, dass sie von den Akteuren vor Ort akzeptiert und umgesetzt werden.
- Quote paper
- Tanja Raddatz (Author), 2015, Nutzung der Handlungsforschung bei einem Paradigmenwechsel im Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301707