Wann ist ein Mann wirklich ein „echter Mann“? Und was genau ist eigentlich Männlichkeit? Lässt sich überhaupt in Zeiten, in denen das scheinbar „stärkere Geschlecht“ bereits schulisch in einer tiefen Bildungs- und Leistungskrise steckt, überhaupt noch von Männlichkeit sprechen, wenn im Klassenzimmer „die Ramona bestimmt, was gespielt wird“?
In der vorliegenden Hausarbeit werden dazu im ersten Teil allgemeine Aussagen zur Konstruktion von Männlichkeit getroffen und diskutiert. Diese Aussagen sollen weiterhin in einen Zusammenhang mit dem biologischen und dem sozialen Geschlecht gestellt und verstärkt auf den schulischen Kontext hin analysiert werden, um im Anschluss daran zu klären, was denn nun „typisch männlich“ ist und ob sich aus diesem Verhalten Nachteile für die Jungen ergeben – ganz im Sinne des Titels „Wie männlich darf ein Junge sein?“.
Im zweiten Teil wird dann die eingangs erwähnte Bildungs- und Leistungskrise thematisiert. Um einen möglichst vollständigen Eindruck vermitteln zu können, sollen dazu einige Entwicklungstrends aufgezeigt und erläutert werden. Da hierbei immer wieder der Begriff der Geschlechtergerechtigkeit fällt, ist es notwendig sich speziell deren beiden Welten von Anspruch und Wirklichkeit zu widmen.
Die Aufarbeitung dieser Inhalte wird abschließend in alternativen Handlungsoptionen münden. Hier werden Ansätze dargestellt und erklärt, wie es gelingen kann eine höhere Chancengleichheit und mehr Gleichberechtigung im Schulsystem zu gewährleisten. Die starke Ausrichtung auf die Probleme der Jungen soll die Stellung und die exzellenteren Leistungen der Mädchen (im Mittelwert) nicht in ein schlechtes Licht rücken. Im Zusammenhang dieser Arbeit ist es lediglich von enormer Bedeutung ein Problembewusstsein über die schulische Lebenswelt der „Männer von morgen“ auszubilden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zur Konstruktion von Männlichkeit
- Das biologische und das soziale Geschlecht
- Typisch männlich! - Ein Nachteil?
- Jungen in pädagogischen Institutionen
- Die Krise des kleinen Mannes: Entwicklungstrends in Schulen
- Geschlechtergerechtigkeit - Anspruch und Wirklichkeit
- Höhere Chancengleichheit und mehr Gleichberechtigung! Aber wie?
- Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Konstruktion von Männlichkeit und deren Auswirkungen auf die schulische Lebenswelt von Jungen. Sie analysiert die Entwicklungstrends, die zu einer Bildungs- und Leistungskrise bei Jungen führen können, und hinterfragt, ob "typisch männliches" Verhalten Nachteile für die Jungen mit sich bringt.
- Konstruktion von Männlichkeit im schulischen Kontext
- Das biologische und das soziale Geschlecht
- Entwicklungstrends in der schulischen Lebenswelt von Jungen
- Geschlechtergerechtigkeit in Theorie und Praxis
- Chancengleichheit und Gleichberechtigung im Schulsystem
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Konstruktion von Männlichkeit und stellt die zentrale Frage: "Wie männlich darf ein Junge sein?". Das erste Kapitel analysiert die Konstruktion von Männlichkeit und setzt diese in Bezug zum biologischen und sozialen Geschlecht. Es werden Mechanismen der Männlichkeitskonstruktion beleuchtet und auf ihre Konsequenzen im schulischen Kontext eingegangen.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Bildungs- und Leistungskrise von Jungen in Schulen. Es werden Entwicklungstrends aufgezeigt und die Bedeutung des Begriffs der Geschlechtergerechtigkeit hervorgehoben. Das dritte Kapitel analysiert die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Geschlechtergerechtigkeit und stellt alternative Handlungsoptionen vor, um Chancengleichheit und Gleichberechtigung im Schulsystem zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Männlichkeit, Konstruktion, Geschlecht, Sozialisation, Schule, Bildung, Leistung, Entwicklungstrends, Geschlechtergerechtigkeit, Chancengleichheit, Gleichberechtigung, Junge, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema der Arbeit „Wie männlich darf ein Junge sein?“?
Die Arbeit untersucht die Konstruktion von Männlichkeit und deren Auswirkungen auf die schulischen Leistungen und die Lebenswelt von Jungen.
Wird im Text eine Bildungskrise bei Jungen thematisiert?
Ja, die Arbeit analysiert eine Bildungs- und Leistungskrise, in der Jungen im Vergleich zu Mädchen schulisch oft schlechter abschneiden.
Was ist der Unterschied zwischen biologischem und sozialem Geschlecht?
Die Arbeit differenziert zwischen den biologischen Merkmalen und den gesellschaftlich konstruierten Rollenerwartungen (Gender), die Jungen in der Schule prägen.
Führt „typisch männliches“ Verhalten zu Nachteilen in der Schule?
Dies ist eine Kernfrage der Arbeit; es wird untersucht, ob Verhaltensweisen, die als männlich gelten, mit den Anforderungen des pädagogischen Alltags kollidieren.
Welche Handlungsoptionen werden für mehr Chancengleichheit vorgeschlagen?
Es werden Ansätze diskutiert, wie das Schulsystem angepasst werden kann, um sowohl Jungen als auch Mädchen gerechter zu werden und ein Problembewusstsein für die Lebenswelt der Jungen zu schaffen.
- Quote paper
- Philipp Heil (Author), 2010, Wie männlich darf ein Junge sein? Chancengleichheit in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299703