Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Der jüdische Hintergrund zu Max Webers Vortrag "Wissenschaft als Beruf"

Title: Der jüdische Hintergrund zu Max Webers Vortrag "Wissenschaft als Beruf"

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: David Glowsky (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit ist im Rahmen eines hermeneutischen Seminars entstanden. Ziel des Seminars war es, anhand eines für heute Leser schwer erschließbaren Textes das hermeneutische Verfahren zu üben und die Leistungsfähigkeit dieser Methode zu entdecken. Solch ein Text, der aus heutiger Perspektive nicht mehr in seiner Ganzheit erschließbar ist, weist Stellen auf, die auch nicht mit einem Fremdwörterbuch oder einem mehrbändigen Lexikon ad hoc zu klären sind. Diese Stellen bedürfen einer umfangreicheren Recherche und teilweise aufwänd iger Lektüre von Originaltexten. Daraufhin wird ein Anmerkungsapparat erstellt, der dem Leser Hilfestellungen und Hintergrundinformationen gibt. Der in diesem Seminar behandelte Text war „Wissenschaft als Beruf“ von Max Weber.1 Gerade dieser Text von Max Weber, einem höchst belesenen Gelehrten, weist bei genauerem Hinsehen eine Fülle von Namen, Verweisen und Anspielungen auf, die ohne weiteres heute nicht verstanden werden. Ein ungeschulter Leser wird nicht einmal auf die Idee kommen, hinter den meisten entsprechenden Textstellen einen Klärungsbedarf zu vermuten. Die Herausgeber der Max Weber Gesamtausgabe haben bereits viel Energie dahinein verwendet, den Text so umfangreich wie möglich zu kommentieren. Teilweise macht der Anmerkungsapparat aber den Eindruck, es sei bei der Kommentierung nicht immer auf höchste Qualität, sondern stellenweise auch schlicht auf Quantität Wert gelegt worden. Es gibt Anmerkungen, die nicht notwendig wären, andere Textstellen mit einem hohen Anmerkungsbedarf sind nicht bearbeitet worden. Diese Arbeit ist drei Textstellen gewidmet, die allesamt nicht oder nicht hinreichend kommentiert worden sind. Sie stellt den Versuch dar, diese Stellen zu identifizieren, ihren Kommentierungsbedarf zu begründen und sie – im Umfang über eine normale Anmerkung weit hinausgehend – zu kommentieren.

Excerpt


Gliederung

Gliederung

Einleitung

Der Vortrag „Wissenschaft als Beruf“

Die auf das Judentum bezogenen Textstellen in „Wissenschaft als Beruf“

Der studentische Rahmen und Hintergrund des Vortrages

Antisemitismus in traditionellen Burschenschaften

Die Entstehung jüdischer Burschenschaften

Der Freistudentische Bund

Max Webers Haltung zum Judentum

Private Korrespondenz

Webers wissenschaftliche Aussagen über das Judentum

Schlussfolgerungen

Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Bezugnahmen Max Webers auf das Judentum in seinem Vortrag „Wissenschaft als Beruf“ und analysiert deren theoretische Einbettung sowie den historischen Kontext des studentischen Milieus, vor dem der Vortrag gehalten wurde.

  • Analyse der auf das Judentum bezogenen Textpassagen im Vortrag
  • Untersuchung des soziokulturellen Rahmens durch den Freistudentischen Bund
  • Exploration von Webers privater Korrespondenz zur Klärung seiner persönlichen Einstellung
  • Kritische Auseinandersetzung mit Webers wissenschaftlichen Aussagen zum Judentum

Auszug aus dem Buch

Die auf das Judentum bezogenen Textstellen in „Wissenschaft als Beruf“

Weber hält also einen Vortrag über Wissenschaft als Beruf und folgt mehr oder weniger strikt dem Thema, das der Titel vorgibt. Bei der Lektüre – so wie den Zuhörern damals sicher auch – fällt dann allerdings der mehrmalige Bezug auf das Judentum auf. Ein Vortrag über Wissenschaft als Beruf, über den Sinn der Wissenschaft in der heutigen Zeit; warum wird hier das Judentum mehrmals erwähnt? Das Auftauchen dieser Religion ist an einer der drei Textstellen im Grunde nicht weiter verwunderlich, denn hier zählt Weber verschiedene Religionen auf, um sie miteinander zu vergleichen. Im Zusammenhang mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Religion und der Wissenschaft Theologie zählt er Religionen auf, in denen es Dogmen gibt; das Judentum steht hier nur als eine von 11 Religionen. Aber selbst hier fällt auf, dass Weber auf das Judentum besondere Bedeutung legt, indem er es an die ersten 10 Religionen mit „und natürlich auch im Judentum“ anhängt. Zwei Sätze später heißt es: „Und es ist kein Zufall, daß das okzidentale Christentum – ganz im Gegensatz zu dem, was z. B. das Judentum an Theologie besitzt – sie systematischer ausgebaut hat [...].“ Warum gibt Weber dem Judentum mehr Platz und Beachtung als vor einem durchschnittlichen studentischen Publikum – auch 1917 – zu erwarten wäre?

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit erläutert das hermeneutische Ziel, durch eine gezielte Kommentierung bisher vernachlässigter Textstellen in Max Webers „Wissenschaft als Beruf“ tiefergehende Einsichten zu gewinnen.

Der Vortrag „Wissenschaft als Beruf“: Das Kapitel bietet eine inhaltliche Zusammenfassung des Vortrags und unterstreicht die besondere Relevanz der enthaltenen Bezüge zum Judentum.

Die auf das Judentum bezogenen Textstellen in „Wissenschaft als Beruf“: Die Analyse identifiziert die drei spezifischen Textstellen, an denen Weber Bezug auf das Judentum nimmt, und wirft Fragen nach deren Kontext und Motivation auf.

Der studentische Rahmen und Hintergrund des Vortrages: Dieses Kapitel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen antisemitischen Burschenschaften und der freistudentischen Bewegung, um das Publikum des Vortrags besser zu verstehen.

Antisemitismus in traditionellen Burschenschaften: Es wird der zunehmende Antisemitismus in den deutschen Burschenschaften des Kaiserreichs dargestellt, der zu einer Spaltung der Studentenschaft führte.

Die Entstehung jüdischer Burschenschaften: Das Kapitel beschreibt die Reaktion jüdischer Studenten auf antisemitische Ausgrenzung durch die Gründung eigener Korporationen.

Der Freistudentische Bund: Die Untersuchung zeigt auf, dass auch in den liberaleren Finkenschaften antisemitische Ressentiments vorhanden waren, obwohl diese Gleichberechtigung postulierten.

Max Webers Haltung zum Judentum: Die Analyse sucht nach Webers persönlicher Einstellung, indem sie seine Korrespondenz sowie seine wissenschaftlichen Schriften gegenüberstellt.

Private Korrespondenz: Das Kapitel legt dar, dass Weber privat eine philosemitische Haltung einnahm und sich aktiv gegen die Diskriminierung jüdischer Akademiker einsetzte.

Webers wissenschaftliche Aussagen über das Judentum: Es wird aufgezeigt, dass Weber in seinen religionssoziologischen Studien Vorbehalte gegen das Judentum äußerte und teilweise problematische Sichtweisen übernahm.

Schlussfolgerungen: Die Arbeit resümiert, dass Webers Anspielungen im Vortrag vor dem Hintergrund der jüdischen Präsenz im Publikum und seiner eigenen, ambivalenten Einstellung zum Judentum zu verstehen sind.

Bibliografie: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Max Weber, Wissenschaft als Beruf, Judentum, Antisemitismus, Freistudentischer Bund, Hermeneutik, Studentenschaft, Wertfreiheitspostulat, Philosemitismus, Religionssoziologie, Akademische Karriere, Kaiserreich, Sombart, Identität, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die spezifischen Bezüge auf das Judentum in Max Webers berühmtem Vortrag „Wissenschaft als Beruf“ aus dem Jahr 1917.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die zeitgenössische Wissenschaftsgeschichte, die studentische Bewegung im Kaiserreich, den Antisemitismus an Universitäten sowie Webers persönliche und wissenschaftliche Einstellung zum Judentum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erklären, warum Weber in diesem Vortrag das Judentum thematisiert und wie diese Aussagen mit seiner sonstigen wissenschaftlichen und privaten Haltung in Einklang stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt ein hermeneutisches Verfahren, um die Texte in ihrem historischen und biografischen Kontext zu deuten und den Kommentierungsbedarf der untersuchten Stellen zu begründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des studentischen Umfelds des Vortrags, die Analyse der persönlichen Korrespondenz Webers sowie eine kritische Auseinandersetzung mit seinen religionssoziologischen Werken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Max Weber, Judentum, Antisemitismus, Freistudentischer Bund, Wertfreiheit und Akademikermilieu.

Wie erklärt die Arbeit Webers Anspielungen auf das Judentum?

Sie deutet diese Anspielungen als bewusste Reaktion auf das jüdisch geprägte Auditorium sowie als einen Appell an jüdische Studenten, sich aus religiösen Traditionen zu lösen und aktiv in den Wissenschaftsbetrieb einzutreten.

Wie lässt sich Webers philosemitisches Handeln mit seinen wissenschaftlichen Texten vereinbaren?

Die Arbeit stellt fest, dass hier eine Spannung vorliegt: Während Weber privat für die Gleichberechtigung von Juden kämpfte, übernahm er in seinem wissenschaftlichen Werk teilweise zeitgenössische, rassistisch konnotierte Stereotype.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Der jüdische Hintergrund zu Max Webers Vortrag "Wissenschaft als Beruf"
College
University of Leipzig  (Institut für Kulturwissenschaften)
Course
Hermeneutische Übungen
Grade
1,0
Author
David Glowsky (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V29766
ISBN (eBook)
9783638312028
Language
German
Tags
Hintergrund Webers Vortrag Wissenschaft Beruf Hermeneutische
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Glowsky (Author), 2004, Der jüdische Hintergrund zu Max Webers Vortrag "Wissenschaft als Beruf", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29766
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint