Schon seit Jahrtausenden werden Menschen mit Behinderungen ausgegrenzt, stigmatisiert und sogar bekämpft. Ebenso Menschen mit geistiger Behinderung, die oft noch als „anders“, als nicht „normal“ angesehen werden. „Normale“ Menschen werden zwar im Allgemeinen für dieses Thema sensibilisiert, aber dies führt häufig nur zu einer Schein-Akzeptanz. Deshalb schien es nötig, im Laufe der letzten Jahre die Konzepte Integration, Inklusion und Empowerment zu entwickeln, um Menschen mit geistiger Beeinträchtigung zu ermutigen, sich selbst, ihrer Fähigkeiten und ihrer Fertigkeiten bewusst zu werden, um sie zum Einsatz kommen zu lassen.
Es wird davon ausgegangen, dass die historische Sichtweise der Gesellschaft die Grundlage für die derzeitige Wahrnehmung bildet. Dies bietet die Möglichkeit, sich der Folgen für die heutige Sichtweise bewusst zu werden und aufzuzeigen, wie sehr sich Vorurteile bezüglich Menschen mit Behinderungen im Laufe der Jahrhunderte fixieren konnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Menschen mit Behinderung - historisch
1.1. Historische Entwicklung
1.2. Sozialdarwinismus
1.3. Eugenik
1.4. Rassenhygiene
1.5. Nachkriegszeit
2. Der Begriff Behinderung
2.1. Organisationen
2.2. Menschen mit geistiger Behinderung oder Menschen mit Lernschwierigkeiten?
2.3. Soziologischer Zugang der Begriffsfindung
3. Ausgrenzung, Diskriminierung, Stigmatisierung
3.1. Pränatale Diagnostik und Schwangerschaftsabbruch
3.2. Diskriminierung
3.3. Stigmatisierung
4. Integration, Inklusion und Empowerment
4.1. Integration - Inklusion
4.2. Empowerment – Selbstbestimmung
5. Ethische Aspekte
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historischen und soziologischen Hintergründe der Stigmatisierung von Menschen mit geistiger Behinderung und analysiert, inwieweit die Konzepte Integration, Inklusion und Empowerment dazu beitragen können, Vorurteile abzubauen und eine gleichberechtigte Teilhabe zu fördern.
- Historische Betrachtung der Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung
- Soziologische Analyse der Begriffsfindung und Zuschreibung
- Diskriminierung und Stigmatisierung in der Gesellschaft
- Methodische Lösungsansätze durch Integration und Inklusion
- Empowerment als Weg zur Selbstbestimmung
Auszug aus dem Buch
1.1. Historische Entwicklung
Im alten Ägypten im 12. bis 11. Jahrhundert vor Christus wurde noch angenommen, dass Menschen mit einer Behinderung göttlich beschützt wären, während schon 900 vor Christus in Sparta über das Leben oder den Tod von Neugeborenen durch einen Ältestenrat entschieden wurde, indem kranke und missgebildete ihr Lebensende in den Schluchten des Berges Taygetos fanden. Ähnlich erhielten auch in Athen Menschen, die zum Erhalt des Staates kaum etwas beitragen konnten, kein Lebensrecht. Nach Platon müsse mit verkrüppelten Kindern so verfahren werden, als wäre keine Nahrung für sie vorhanden, während Äskulaps und Hippocrates die Meinung vertraten, dass Menschen mit einer Behinderung die medizinische Betreuung versagt werden sollte, da sie nicht erfolgsversprechend sei. Im alten Rom entschied der Vater über Leben oder Tod seines behinderten Kindes. (vgl. Mattner 2000)
Im Mittelalter herrschte die Meinung vor, dass angeborene Behinderungen oder Beeinträchtigungen und chronische Krankheiten ein Zeichen der Sünde seien. Im Falle der Besessenheit, was als ungewollte Inkarnation von Dämonen gedeutet wurde, wurde durch Priester das Verfahren des Exorzismus durchgeführt. Bei der Ermittlung eines freiwilligen Teufelspaktes durch Folter fanden die Betroffenen als Hexen oder Zauberer den Tod am Scheiterhaufen. (vgl. Mattner 2000)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Menschen mit Behinderung - historisch: Dieses Kapitel zeichnet die historische Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen mit Behinderungen von der Antike bis zur Nachkriegszeit nach.
2. Der Begriff Behinderung: Hier werden verschiedene Definitionen von Behinderung aus rechtlicher, medizinischer und soziologischer Sicht gegenübergestellt.
3. Ausgrenzung, Diskriminierung, Stigmatisierung: Das Kapitel beleuchtet die sozialen Mechanismen, die zur Stigmatisierung führen, inklusive pränataler Diagnostik und struktureller Diskriminierung.
4. Integration, Inklusion und Empowerment: Dieser Abschnitt analysiert die Konzepte der Integration und Inklusion sowie das Empowerment-Konzept als Strategien zur Selbstbestimmung.
5. Ethische Aspekte: Hier werden ethische Fragestellungen, insbesondere zur pränatalen Diagnostik und der Inklusionsdebatte, kritisch reflektiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz Fortschritten noch erheblicher Handlungsbedarf besteht, um eine inklusive Gesellschaft zu erreichen.
Schlüsselwörter
Behinderung, Inklusion, Integration, Empowerment, Stigmatisierung, Diskriminierung, Soziologie, Selbstbestimmung, Heilpädagogik, Menschen mit Lernschwierigkeiten, Pränatale Diagnostik, Ethik, Teilhabe, Gesellschaft, Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen und soziologischen Entwicklung der Wahrnehmung von Menschen mit geistiger Behinderung und der Wirksamkeit von Konzepten wie Integration, Inklusion und Empowerment.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung von Ausgrenzung, die soziologische Begriffsbestimmung von Behinderung sowie ethische Debatten über Diagnostik und Inklusion.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Fortschritte die Konzepte Integration, Inklusion und Empowerment bezüglich der Dezimierung von Stigmatisierung von Menschen mit geistiger Behinderung gebracht haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der historische Berichte sowie soziologische und heilpädagogische Fachliteratur zusammengefasst und kritisch verknüpft werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Klärung von Begrifflichkeiten, die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Stigmatisierung sowie die Vorstellung der Lösungsansätze durch Inklusion und Empowerment.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Behinderung, Inklusion, Empowerment, Stigmatisierung, Teilhabe und Selbstbestimmung.
Welche Rolle spielt die pränatale Diagnostik ethisch?
Die Autorin hinterfragt kritisch, ob pränatale Diagnostik ethisch vertretbar ist, wenn sie zu einer Selektion führt und Menschen mit Behinderungen als gesellschaftlich unerwünscht markiert.
Warum wird der Begriff "Menschen mit Lernschwierigkeiten" verwendet?
Dieser Begriff wird von der Selbstvertretungsgruppe "People First" verwendet, um den als diskriminierend empfundenen Begriff "geistig behindert" durch eine weniger abwertende Bezeichnung zu ersetzen.
- Arbeit zitieren
- Silvia Kopper-Zisser (Autor:in), 2014, Menschen mit geistiger Behinderung. Integration, Inklusion, Empowerment, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296276