Bernhard spielt in vielen seiner Dramen mit Machtverhältnissen zwischen Figuren und der Großteil der Machtausübung funktioniert dabei über Sprache und Schweigen.
Zu Beginn der Arbeit wird eine literaturwissenschaftliche Definition von Macht erarbeitet, um diese dann auf die beiden Dramen anwenden zu können.
Gewählt wurden diese Dramen, da es sich in beiden um ähnliche Figuren- und Beziehungskonstellationen handelt und jedes eine Herr-Knechtdialektik aufweist.
In beiden Stücken herrscht eine Asymmetrie des Kommunikationsgefüges, denn es gibt jeweils eine schweigende Figur, die jedoch ebenso Macht auf die anderen Figuren ausübt, wie die Sprechenden.
Beide Dramen werden auf Machtausübung durch Sprache und Schweigen untersucht. Dabei soll herausgearbeitet werden mit welchen sprachlichen Mitteln Bernhard vorgeht und welche rhetorischen Figuren er einsetzt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zur Definition von Macht
- Machtrhetorik und die Macht des Schweigens bei Thomas Bernhard
- Verbale und nonverbale Machtdemonstration in Bernhards Dramen
- Der Weltverbesserer (1978)
- Vor dem Ruhestand. Eine Komödie von deutscher Seele (1979)
- Muster der verbalen Machtausübung
- Conclusio
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Machtausübung und Machtdemonstration durch rhetorische Mittel in Thomas Bernhards Dramen Der Weltverbesserer¹ und Vor dem Ruhestand². Die Arbeit analysiert die Machtverhältnisse zwischen den Figuren in den Dramen und beleuchtet, wie diese Macht über Sprache und Schweigen ausgeübt wird.
- Definition von Macht im literaturwissenschaftlichen Kontext
- Die Rolle der Sprache und des Schweigens in der Machtausübung
- Rhetorische Praktiken und Strategien in Bernhards Dramen
- Analyse der Figuren und ihrer Machtverhältnisse
- Die Auswirkungen von verbaler und nonverbaler Machtdemonstration
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Fragestellung der Arbeit vor und erläutert die Auswahl der beiden Dramen. Kapitel 2 bietet eine kurze Definition von Macht, die auf die Analyse der Dramen angewendet werden soll. Kapitel 3 untersucht die Machtrhetorik und die Macht des Schweigens bei Thomas Bernhard, wobei die sprachlichen Mittel und rhetorischen Figuren, die Bernhard einsetzt, analysiert werden. Kapitel 4 analysiert die Machtdemonstration in den beiden Dramen Der Weltverbesserer und Vor dem Ruhestand.
Schlüsselwörter
Thomas Bernhard, Macht, Rhetorik, Sprache, Schweigen, Drama, Der Weltverbesserer, Vor dem Ruhestand, Machtausübung, Machdemonstration, Figuren, Herr-Knecht-Dialektik, Kommunikation, Sprechakte, Rhetorische Figuren.
Häufig gestellte Fragen zu Macht in Thomas Bernhards Dramen
Wie wird Macht in Thomas Bernhards Dramen ausgeübt?
Macht wird bei Bernhard primär über die Sprache und das Schweigen ausgeübt. Oft herrscht eine asymmetrische Kommunikation, in der eine Figur dominiert.
Was ist die „Macht des Schweigens“ bei Bernhard?
In Dramen wie „Der Weltverbesserer“ gibt es schweigende Figuren, die durch ihre Verweigerung der Antwort massiven psychischen Druck und Macht auf die sprechenden Figuren ausüben.
Welche Rolle spielt die Herr-Knecht-Dialektik?
Beide untersuchten Dramen („Der Weltverbesserer“ und „Vor dem Ruhestand“) zeigen Figurenkonstellationen, in denen Abhängigkeiten und Unterwerfung das Beziehungsgefüge bestimmen.
Welche rhetorischen Mittel setzt Bernhard ein?
Bernhard nutzt spezifische rhetorische Figuren, Wiederholungen und Übersteigerungen, um verbale Machtdemonstrationen seiner Protagonisten zu verdeutlichen.
Was wird in „Vor dem Ruhestand“ thematisiert?
Das Stück, untertitelt als „Komödie von deutscher Seele“, beleuchtet Machtverhältnisse im Kontext von Vergangenheitsbewältigung und familiärer Unterdrückung.
Wie definiert die Arbeit den Begriff der Macht?
Die Arbeit erarbeitet zunächst eine literaturwissenschaftliche Definition von Macht, um diese als analytisches Werkzeug auf die Figurendynamik anzuwenden.
- Arbeit zitieren
- Caroline Gierlinger (Autor:in), 2014, Verbale Machtdemonstration in Thomas Bernhards Dramen „Der Weltverbesserer“ und „Vor dem Ruhestand“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296001