Neben der physiologischen Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme hat Essen eine soziokulturelle Dimension. Ernährung ist ein Teil eines bestimmten Lebensstils. Die eigene Ernährung kann als „Akt der Repräsentation“ bezeichnet werden. Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive sind vor allem die in den Publikationen vermittelten Werte und Normen interessant. Welche Repräsentationsmöglichkeiten werden durch eine vegetarische Ernährung- und Lebensform in den zeitgenössischen Publikationen konstruiert? Welche Vorstellungen eines „bestimmten Lebensstils“ werden vermittelt?
Vegetarismus wird, in Abgrenzung zu einer carnivoren Ernährungs- und Lebensform, in vielen dieser Publikationen als die „bessere“ Ernährungs- und Lebensform konstruiert. In der vorliegenden Arbeit werden solcherlei Vorstellungskonstruktionen kulturwissenschaftlich herausgearbeitet, strukturiert und dekonstruiert. Ebenso soll die Wirkmächtigkeit der verschiedenen zeitgenössischen Argumente aufgezeigt und gedeutet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Historie des Vegetarismus
- Moralisierung von Nahrung und die Bedeutung von Ratgebern
- Gewählte Methodik: Qualitative Inhaltsanalyse
- Ziel und grundlegender Ansatz einer qualitativen Inhaltsanalyse
- Methodischer Ablauf der Analyse
- Beschreibung des Analysematerials
- Karen Duve (2010) – „Anständig essen“
- Nina Messinger (2011) – „Du sollst nicht töten. Plädoyer für eine gewaltfreie Ernährung“
- Andreas Grabolle (2012) – „Kein Fleisch macht glücklich. Mit gutem Gefühl essen und genießen“
- Jonathan Safran Foer (2009/ dt. Übersetzung 2010) – „Tiere essen“
- Vorstellung der Kategorien
- Analyse
- Vegetarismus - Deutungen eines Trends
- Vegetarismus und Umweltschutz
- Vegetarismus in Zeiten der „Entfremdung“
- Vegetarismus und tierethische Perspektiven
- Vegetarismus und das Dogma des (Fleisch-) Verzichts
- Vegetarismus als politisches Statement
- Vegetarismus im Kontext sozialer Ungerechtigkeit
- Fazit
- Literatur-/ Quellenverzeichnis
- Literaturverzeichnis
- Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht zeitgenössische Vorstellungen von Vegetarismus als „bessere“ Ernährungs- und Lebensform aus kulturwissenschaftlicher Perspektive. Ziel ist es, die in verschiedenen Publikationen konstruierten Vorstellungskonstruktionen zu analysieren und zu dekonstruieren, sowie die Wirkmächtigkeit der Argumente aufzuzeigen. Die Arbeit befasst sich mit den Fragen, welche Werte und Normen im Zusammenhang mit einer vegetarischen Lebensweise propagiert werden, und welche Argumente in den analysierten Texten besonders präsent sind.
- Die Konstruktion von Vegetarismus als „bessere“ Lebensform
- Die Rolle von Moral und Ethik in der Argumentation für eine vegetarische Ernährung
- Die Bedeutung von Umweltschutz im Kontext des Vegetarismus
- Der Einfluss von sozialen und kulturellen Faktoren auf die Verbreitung des Vegetarismus
- Die Analyse von Argumentationsstrategien in zeitgenössischen Publikationen zum Thema Vegetarismus
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Vegetarismus ein und stellt die Relevanz des Themas in der gegenwärtigen Gesellschaft heraus. Sie beleuchtet die soziokulturelle Dimension von Ernährung und die Bedeutung von Vegetarismus als „Akt der Repräsentation“.
Das Kapitel 1.1. „Historie des Vegetarismus“ gibt einen Überblick über die Entwicklung des Vegetarismus von den Anfängen bis zur Gegenwart. Es werden wichtige historische Figuren und Strömungen vorgestellt, die die Entwicklung des Vegetarismus beeinflusst haben.
Das Kapitel 1.2. „Moralisierung von Nahrung und die Bedeutung von Ratgebern“ befasst sich mit der Frage, wie die Nahrungsaufnahme moralisch aufgeladen wird und welche Rolle Ratgeber in diesem Zusammenhang spielen.
Die Kapitel 2.1. und 2.2. „Gewählte Methodik: Qualitative Inhaltsanalyse“ stellen die gewählte Methode der qualitativen Inhaltsanalyse vor und erläutern Zielsetzung und methodischen Ablauf.
Das Kapitel 3. „Beschreibung des Analysematerials“ stellt die vier ausgewählten Publikationen zum Thema Vegetarismus vor und gibt einen Überblick über die jeweiligen Inhalte.
Das Kapitel 4. „Vorstellung der Kategorien“ erläutert die Kategorien, die für die Analyse des Materials verwendet werden.
Das Kapitel 5. „Analyse“ analysiert das Material unter den zuvor definierten Kategorien. Es werden verschiedene Aspekte des Vegetarismus beleuchtet, wie z.B. die Deutungen eines Trends, die Rolle des Umweltschutzes, die Bedeutung von tierethischen Perspektiven und der Einfluss von sozialen und kulturellen Faktoren.
Schlüsselwörter
Vegetarismus, Ernährung, Lebensform, Moral, Ethik, Umweltschutz, Entfremdung, Tierethik, Gesellschaft, Kultur, Trend, Argumentation, Ratgeber, Qualitative Inhaltsanalyse
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Vegetarismus oft als "bessere" Lebensform dargestellt?
In zeitgenössischen Publikationen wird Vegetarismus häufig moralisch aufgeladen. Er wird nicht nur als Ernährungsweise, sondern als ethisch überlegener Lebensstil konstruiert, der für Mitgefühl und Verantwortung steht.
Welche Rolle spielen Tierethik und Umweltschutz in der Argumentation?
Dies sind zentrale Säulen der vegetarischen Bewegung. Argumente gegen das Töten von Tieren und für die Reduktion ökologischer Schäden durch die Fleischindustrie dienen als starke moralische Motive.
Was bedeutet "Moralisierung von Nahrung"?
Essen ist heute mehr als reine Physiologie; es ist ein "Akt der Repräsentation". Ratgeber vermitteln Werte und Normen, wodurch die Wahl der Lebensmittel zu einer Frage des Gewissens und der politischen Haltung wird.
Welche Autoren werden in der Arbeit analysiert?
Die Arbeit untersucht Werke von Karen Duve ("Anständig essen"), Nina Messinger, Andreas Grabolle und Jonathan Safran Foer ("Tiere essen"), um deren Argumentationsstrategien zu dekonstruieren.
Ist Vegetarismus ein reiner Trend oder ein politisches Statement?
Die Arbeit zeigt, dass Vegetarismus beides ist: ein soziokultureller Trend der "Entfremdung" entgegenwirkt und ein politisches Statement gegen soziale Ungerechtigkeit und industrielle Massentierhaltung.
- Quote paper
- Joschka Martin Geyer (Author), 2014, „Die Zukunft is(s)t vegetarisch“. Zu Vorstellungen von Vegetarismus als „bessere“ Ernährungs- und Lebensform aus kulturwissenschaftlicher Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295044