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Hooligans, Ultras und das Gewaltproblem im deutschen Fußball

Titel: Hooligans, Ultras und das Gewaltproblem im deutschen Fußball

Akademische Arbeit , 2010 , 32 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sohrab Dabir (Autor:in)

Sport - Sportsoziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Fußball und der Stadionbesuch gehören ohne Frage zur Persönlichkeitsentwicklung eines jeden jugendlichen Fußballfans. Wilhelm Heitmeyer spricht hierbei von einem „Sozialisationsprozess […] durch wechselseitige Beeinflussung des Individuums und der gesellschaftlichen Umwelt.“ Die wechselseitige Beeinflussung der Individuen meint hierbei den Umgang der Fans untereinander. Deren gesellschaftliche Umwelt sind der Verein, das Stadion oder auch die Polizei.
Denn abseits des Spielgeschehens muss sich der Fußball auch mit unschönen Entwicklungen auseinandersetzen. Seit Beginn des Aufkommens von Hooliganismus in den deutschen Stadien beschäftigt man sich mit der Frage, was der Auslöser für derartige Verhaltensweisen sein könnte. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit dem Gewalt- und Rassismusproblem im deutschen Fußball.
Eingangs werde ich mich einigen Agressionstheorien widmen. Diese sollen zeigen, welche Gründe die Wissenschaft für die Ausübung von Gewalt zwischen Fußballfans sieht und ob sie auf das Problem wirklich anwendbar sind oder nicht. Im darauffolgenden Abschnitt wird eine Einteilung der Fangruppen vorgenommen. Worin unterscheiden sich friedliebende Zuschauer von denen, die nur nach Gewalt suchen? Weiterhin wird in diesem Kapitel die Entstehung und Entwicklung der Fanszenen in Deutschland untersucht. Von den Kuttenfans bis zu den Ultras. Anschließend wird das Gewaltproblem im deutschen Fußball behandelt. Dabei soll zunächst das Phänomen im heutigen Fußball beleuchtet werden. Hat Deutschland noch ein Gewaltproblem und wie hat es sich im Laufe der Jahre entwickelt? Auch die Rolle der Ultras wird und muss im Bezug auf Gewalt im Fußball betrachtet werden. Worin unterscheiden sich Ultras von Hooligans? Sind Ultras gewalttätiger oder werden sie zu Unrecht kriminalisiert? Im letzten Abschnitt wird auf das Gewaltproblem im ostdeutschen Fußball eingegangen und dabei zu erklären versucht, wieso die neuen Bundesländer weitaus mehr unter dem Hooliganproblem zu leiden haben als die Vereine der alten Bundesländer.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorien zur Gewaltausübung von Fußballfans

2.1 Die sozialisationstheoretische Perspektive

2.2 Frustrations-Aggressions-Hypothese

2.3 Weitere Erklärungsversuche

3. Einteilung und Entstehung der Fangruppen in Deutschland

3.1 Kategorie A, B und C

3.2 70er Jahre – Die Entstehung der Kuttenfans

3.3 80er Jahre – Hooligans

3.4 Seit Mitte der 90er – Ultras und ihr Kampf gegen die Kommerzialisierung des Fußballs

4. Gewalt im deutschen Fußball

4.1 Hooliganismus und Gewalt im heutigen Fußball

4.2. Die Rolle der Ultras

4.3 ‚Im Osten nichts Neues’ – Das Gewaltproblem der neuen Bundesländer

5. Rassismus in deutschen Stadien

5.1 Die Entstehung und Entwicklung von Rassismus im deutschen Fußball

5.2 Rassismusproblem in Ostdeutschland

5.3 Der Fall Adebowale Ogungbure

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Phänomen von Gewalt und Rassismus im Umfeld des deutschen Fußballs. Ziel ist es, die soziologischen Hintergründe für gewalttätiges Verhalten und rassistische Tendenzen innerhalb verschiedener Fangruppierungen wie Kuttenfans, Hooligans und Ultras zu analysieren und zu erklären, warum bestimmte Regionen, insbesondere die neuen Bundesländer, stärker von diesen Problemen betroffen sind.

  • Sozialisationstheoretische Erklärungsmodelle für Gewalt bei Fußballfans
  • Historische Entwicklung und Einteilung deutscher Fangruppierungen
  • Die Rolle von Ultras im Spannungsfeld zwischen Leidenschaft und Gewalt
  • Ursachen für das überproportionale Gewalt- und Rassismusproblem im ostdeutschen Fußball
  • Entstehung von Rassismus in Fankurven und der Umgang mit rechtsextremen Tendenzen

Auszug aus dem Buch

3.3 80er Jahre – Hooligans

Ab Mitte der 80er Jahre hatten viele Vereine in Deutschland mit der stark aufkommenden Gewalt in Fußballstadien zu kämpfen. Ein neues Phänomen hatte sich breit gemacht: Der Hooliganismus.

Als Vorbilder der deutschen Hooligans dienten jene aus England, wo der Hooliganismus seine Wurzeln hat. Dort entstand auch der Begriff „Hooligan.“ Englische Journalisten benutzten ihn, um gewaltbereite Störenfriede zu beschreiben.25

Hooligans bekennen sich zwar auch zu ihrem Verein, doch er bildet nicht den Lebensinhalt, so wie es bei den Kuttenfans der Fall ist. Meist suchen sich Hooligans ihren Heimatverein aus, den sie unterstützen. Dabei kommt es jedoch oft vor, dass das Schicksal des Vereins für den Hooligan eher zweitrangig ist.26 Der Verein kann aber auch eine Identifikationsmöglichkeit bilden, wenn es darum geht, sich mit gegnerischen Fans körperlich auseinander zu setzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Fußballstadions für jugendliche Fans ein und formuliert das Forschungsinteresse an den Gewalt- und Rassismusphänomenen im deutschen Fußball.

2. Theorien zur Gewaltausübung von Fußballfans: Dieses Kapitel stellt verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze für Aggressionen vor, darunter sozialisationstheoretische Perspektiven und die Frustrations-Aggressions-Hypothese.

3. Einteilung und Entstehung der Fangruppen in Deutschland: Es erfolgt eine kategoriale Einordnung von Fangruppen und eine historische Nachzeichnung der Entwicklung von Kuttenfans über Hooligans hin zu den heutigen Ultras.

4. Gewalt im deutschen Fußball: Dieses Kapitel analysiert das aktuelle Gewaltgeschehen, die Rolle der Ultras sowie die spezifische Problematik der Gewalt in ostdeutschen Fußballstadien.

5. Rassismus in deutschen Stadien: Das abschließende inhaltliche Kapitel untersucht die Entwicklung und Ausprägung von Rassismus, die Rolle rechter Ideologien in der Fanszene und beleuchtet beispielhaft den Fall Adebowale Ogungbure.

Schlüsselwörter

Fußball, Hooliganismus, Ultras, Kuttenfans, Gewaltprävention, Rassismus, Ostdeutschland, Rechtsextremismus, Fanprojekte, Stadionverbote, Pyrotechnik, Fankultur, Sozialisation, Diskriminierung, Adebowale Ogungbure

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den problematischen Begleiterscheinungen im Umfeld des deutschen Profifußballs, insbesondere mit der Entstehung und den Ursachen von Gewalt sowie rassistischen Tendenzen unter Fußballfans.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die soziologische Einordnung verschiedener Fangruppierungen, die Analyse von Gewalt in Stadien, die Auswirkungen von Kommerzialisierung sowie die Herausforderungen durch Rechtsextremismus und Rassismus im Fußball.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Hintergründe für das Gewalt- und Rassismusproblem zu beleuchten und zu verstehen, warum sich Fangruppen radikalisieren und welche Rolle gesellschaftliche Faktoren dabei spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse und wertet empirische Daten sowie Berichte aus, um die Dynamiken innerhalb der Fankurven wissenschaftlich zu fundieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine historische Analyse der Fangruppenentwicklung und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Gewalt- und Rassismusgeschehen im heutigen deutschen Fußball.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hooliganismus, Ultras, Rassismus, Fanarbeit, Gewaltbereitschaft und der soziologische Wandel der Fankultur in den letzten Jahrzehnten.

Warum spielt die ostdeutsche Fanszene eine besondere Rolle in der Arbeit?

Die Untersuchung zeigt auf, dass ostdeutsche Vereine und Fanszenen aufgrund historischer und gesellschaftlicher Faktoren häufiger mit Hooliganproblemen und rechtsextremen Tendenzen konfrontiert sind als Vereine in den alten Bundesländern.

Welche Rolle spielen Stadionverbote und Präventionsarbeit?

Die Arbeit analysiert kritisch, inwieweit Stadionverbote und die (oft fehlende) sozialpädagogische Fanarbeit dazu beitragen können, Gewalt zu reduzieren oder – bei unsachgemäßer Anwendung – die Fronten zwischen Fans und Polizei weiter zu verhärten.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hooligans, Ultras und das Gewaltproblem im deutschen Fußball
Hochschule
Universität Osnabrück  (Sozialwissenschaftliches Institut)
Note
1,0
Autor
Sohrab Dabir (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
32
Katalognummer
V294097
ISBN (eBook)
9783656916079
ISBN (Buch)
9783656916185
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hooligans ultras gewaltproblem fußball
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sohrab Dabir (Autor:in), 2010, Hooligans, Ultras und das Gewaltproblem im deutschen Fußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294097
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Leseprobe aus  32  Seiten
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