Das Konzept der Subkultur findet seit den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts immer größere Beachtung in der Sozialforschung und Anthropologie. Ursprünglich als Ansatz entwickelt, innere Funktionsweisen delinquenter Jugendgruppen besser erfassen zu können, wird die Idee gesellschaftliche Untergruppen und ihre spezifischen Verhaltensweisen zu untersuchen stetig ausgeweitet. Das Spektrum wird vor allem deshalb erweitert, weil im Zuge der Diversifizierung und fortschreitenden Individualisierung der Gesellschaft auffällig viele Gruppen eigene, interne und nur für ihre Mitglieder gültige Regeln und Codes entwickeln, die denen der dominanten Kultur teilweise widersprechen. So werden rasch auch Migrantengruppen und ethnische Minderheiten "Untersuchungsgegenstand" der Subkulturforschung.
Für die vorliegende Arbeit gewinnt das Thema Subkultur an Relevanz, weil sich die Theorie gerade in der sozialwissenschaftlichen Jugendforschung durchgesetzt hat und ein relativ einleuchtendes Koordinatensystem aus dieser Arbeit hervorgegangen ist, nach dem sich eine bestimmte Bewegung als jugendliche Subkultur identifizieren lässt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Grundzüge
- Gedankliche Tradition
- Die Moderne als Ausgangspunkt
- Motivgemeinsamkeiten
- Kranke
- Aufhebung der Transzendenz
- Soziale Isolation
- Wahnsinn
- Gefangene
- Kranke
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert den deutschen literarischen Expressionismus im Kontext subkultureller Strömungen. Ziel ist es, die Abgrenzung der Bewegung von der dominanten Kultur sowie ihre Motivgemeinsamkeiten aufzuzeigen.
- Abgrenzung des literarischen Expressionismus von der dominanten Kultur
- Identifizierung von Motivgemeinsamkeiten innerhalb der expressionistischen Werke
- Analyse des "kollektiven Geistes" der Expressionisten
- Bedeutung von Jugend und Subkultur im Kontext des Expressionismus
- Vergleich des Expressionismus mit anderen literarischen Bewegungen und Jugendkulturen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt das Konzept der Subkultur ein und zeigt seine Relevanz für die Analyse des Expressionismus auf. Kapitel 2 beleuchtet die Grundzüge des Expressionismus, darunter die gedankliche Tradition und die Moderne als Ausgangspunkt. Kapitel 3 behandelt Motivgemeinsamkeiten im Ausdruckismus, wie die Themen Krankheit, Wahnsinn und Gefangenschaft.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit dem deutschen literarischen Expressionismus, Subkulturforschung, Motivgemeinsamkeiten, Abgrenzung von der dominanten Kultur, Jugendkultur, gesellschaftlicher Umbruch, Moderne, Transzendenz, Krankheit, Wahnsinn und Gefangenschaft. Sie untersucht den Einfluss des Expressionismus auf die literarische Szene seiner Zeit und seine Bedeutung als subkulturelle Strömung.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird der Expressionismus als Subkultur betrachtet?
Der Expressionismus entwickelte eigene Regeln, Codes und eine Ästhetik, die der dominanten bürgerlichen Kultur der Zeit widersprachen und sich als jugendliche Gegenbewegung formierten.
Was sind zentrale Motive des literarischen Expressionismus?
Häufige Motive sind Krankheit, Wahnsinn, soziale Isolation, Gefangenschaft und die Aufhebung der Transzendenz.
Welchen Einfluss hatte die Moderne auf diese Bewegung?
Die Moderne mit ihrer fortschreitenden Individualisierung und Urbanisierung diente als Ausgangspunkt und Reibungsfläche für die expressionistische Literatur.
Was bedeutet "Aufhebung der Transzendenz" im Expressionismus?
Es beschreibt das Gefühl der Sinnleere und den Verlust göttlicher oder metaphysischer Geborgenheit in einer zunehmend technisierten Welt.
Wie grenzten sich die Expressionisten von der Gesellschaft ab?
Durch eine radikale Sprache, die Darstellung von Tabuthemen und die Ablehnung traditioneller literarischer Formen provozierten sie das Bürgertum.
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- Timo Richard (Author), 2004, Subkulturelle Strömungen und Motivgemeinsamkeiten im deutschen literarischen Expressionismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29030