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Evolutionäre Sozialpsychologie und Xenophobie

Title: Evolutionäre Sozialpsychologie und Xenophobie

Term Paper , 2001 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Arndt Keßner (Author)

Psychology - Social Psychology
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Einleitung

Im Rahmen des Themas Rassismus aus sozialpsychologischer Perspektive behandelten wir auch die evolutionäre Sozialpsychologie nach Archer. Diese Thematik fand ich aus zweierlei Gründen interessant: Zum einen ermöglicht dieser Ansatz neue Perspektiven auf gesellschaftliche Problematiken und im Bereich der Sozialpsychologie zu verortende Thematiken. Zum andern scheint diese Perspektive aber auch verengt, da die Erklärung menschlichen Verhalten mit Verzicht der Berücksichtung sozialer, erzieherischer, kultureller und politischer Aspekte auskommt. Archer entwirft ein Modell, nach dem der Mensch, von seinen archaischen Genen getrieben, überall gleich “funktionieren“ müsste, unabhängig in welchem gesellschaftlichem System er lebt. Die Zurückführung der Bedeutung von etwa pro- und asozialem, fremdenfeindlichem und tolerantem, misanthropischem und philanthropischem Verhalten auf Reproduktionsbegrifflichkeiten scheint, wenn die Annahme nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch andere „Mechanismen“ als angeborene (die Möglichkeiten sind unzweifelhaft angeboren) greifen, nicht hinreichend entwickelt. Da Archers Argumentationen keine Stellungsnahmen und Lösungsmöglichkeiten (die es aus seiner Perspektive auch nicht gebe kann, es sei denn über Genmanipulation) für die Szenarien, die er beschreibt, enthalten, könnte man seine Annahmen auch als Legitimation zur Fremdenfeindlichkeit bis hin zur Massenvernichtung, da diese als Handlungsmuster genetisch fixiert sind, (falsch?) interpretieren.

Die Aufgabe in dieser Arbeit ist im Wesentlichen eingegrenzt auf die Thematiken Altruismus, Eigen und Fremdgruppenidentifizierung und damit zusammenhängender Xenophobie. Aspekte wie die Herkunft des Urmenschen (aus Afrika) und der damit zusammenhängenden „wirklichen“ genetischen Verwandtschaft, Völkerwanderungen und „rassische“ Vermischungen (außer kurzes Beispiel, s.u. bei Elias/Scotson), Untersuchungen zur Identifikation mit der Eigen- bzw. Fremdgruppe nach recht „willkürlichen“ geschichtlichen (z.B. als Kriegsergebnisse oder Unionen) Verschiebungen von Nationalgrenzen (z.B. Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands) oder auch der die natürliche Auslese verlassenden Sozialstaat (da „Schwache“ und „Kranke“ mit versorgt werden) müssen aus Gründen des Umfanges außen vor bleiben. Zuerst werde ich versuchen, Archers Annahmen (grober Überblick, Altruismus, Xenophobie) kurz vorzustellen.
...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Evolutionäre Sozialpsychologie nach Archer

2.1 Kurzer Überblick über die Grundannahmen

2.2Erklärung altruistischen Verhaltens und Xenophobie

2.3 Anmerkungen

3 Sozialbiologie nach Irenäus Eibl-Eibesfeldt

3.1 Kulturelle und stammesgeschichtliche Evolution

3.2 Altruismus

3.3 Xenophobie und Eigengruppe

3.4 Anmerkungen

4 Etablierte und Außenseiter- nach Norbert Elias /John L. Scotson

4.1 Anmerkungen

5 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursprünge von Fremdenfeindlichkeit (Xenophobie) durch den kritischen Vergleich zwischen evolutionären sozialpsychologischen Erklärungsmodellen und soziologischen Perspektiven. Ziel ist es, zu prüfen, ob Xenophobie ein genetisch fixiertes Verhaltensmuster darstellt oder primär durch gesellschaftliche und kulturelle Vermittlungsprozesse konstruiert wird.

  • Evolutionäre Sozialpsychologie nach Archer und das Konzept der Gesamtfitness
  • Die sozialbiologische Sichtweise von Irenäus Eibl-Eibesfeldt zu Altruismus und Xenophobie
  • Die soziologische Analyse von Etablierten-Außenseiter-Beziehungen nach Elias und Scotson
  • Wechselspiel zwischen biologischen Anlagen und gesellschaftlicher Sozialisation
  • Kritik an der biologischen Determinierung komplexer gesellschaftlicher Phänomene

Auszug aus dem Buch

3.2 Altruismus

E. O. Wilson (1978) unterschied in „hardcore“ - und „soft“ Altruismus (letzterer ist auch nach Trivers als reziproker Altruismus zu verstehen). Unter hardcore- Altruismus wird das Hilfsangebot bis zur Selbstaufgabe verstanden, wie es in der Familie und in Kleinverbänden vorkommen kann. Der soft oder reziproke Altruismus beruht auf Gegenseitigkeit und gestattet Hilfe über die Gruppe hinaus zum beidseitigen Vorteil(bspw. bei der Symbiose sogar über die Artgrenzen hinweg).

Eine Annahme ist das die Unterscheidung von sozial Nahestehenden und Blutsverwandten nicht die entscheidende Rolle spielt, vorausgesetzt der Verwandtschaftskoeffizient(soziale und biologische Verwandtschaft) ist insgesamt höher als bei der als nicht blutsverwandten, sozial nahestehenden aufgefassten Gruppe. Der Versuch die Rentabilität altruistischer Akte nach dem Blutsverwandtschaftsgrad zu kalkulieren sind bisher gescheitert, so der Autor. K. Kawkes (1977, 1983) fand bei Untersuchungen im Hochland von Neuguinea (bei den Binumarian) heraus das nahe genetische Verwandte, Adoptivkindern und Stiefverwandten nicht vorgezogen wurden wenn es um Hilfe bei der Gartenarbeit und Schweinehaltung ging. Eine bedeutende Rolle spielte die Nachbarschaft. Ebenfalls werden die Sippenmitglieder bei den als Wildbeuter lebenden Ache Paraguays nicht bevorzugt, wenn es um die Verteilung von Fleisch und Honig geht. Von Verwandten erhält man keineswegs mehr als von anderen(H. Kaplan und Mitarbeiter 1984)

Irenäus Eibl-Eibesfeldt merkt an das wenn nur der hardcore- Altruismus bei uns Menschen präsent wäre (was auch Archer nicht behauptet)wir nach dem Vorbild der sozialen Insekten in Kleingruppen rücksichtslos gegeneinander vorgehen würden. Der Mensch so führt er weiter aus vereint beide Formen des Altruismussees und dies befähigt ihn mit Fremdgruppenmitgliedern zu kooperieren und wenigsten theoretisch eine Weltgemeinschaft aufzubauen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage und Motivation zur Auseinandersetzung mit der evolutionären Sozialpsychologie und ihrer Kritik.

2 Evolutionäre Sozialpsychologie nach Archer: Analyse von Archers Modell, das menschliches Verhalten als Ergebnis archaischer Gene und Reproduktionsvorteile interpretiert.

3 Sozialbiologie nach Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Untersuchung der Erweiterung der phylogenetischen Perspektive um kulturelle Evolution, Lernen und die Bedeutung der frühkindlichen Entwicklung.

4 Etablierte und Außenseiter- nach Norbert Elias /John L. Scotson: Anwendung des soziologischen Konzepts der Machtasymmetrie auf die Eigengruppen- und Fremdgruppenbildung.

5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Evolutionäre Sozialpsychologie, Xenophobie, Fremdenfeindlichkeit, Sozialbiologie, Gesamtfitness, Altruismus, Eigengruppe, Fremdgruppe, Etablierte, Außenseiter, Gruppenidentifizierung, Kulturelle Evolution, Identität, Soziale Normen, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursachen von Fremdenfeindlichkeit und Gruppenidentifizierung, indem sie biologisch-evolutionäre Erklärungsansätze gegen soziologische Modelle abwägt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Begriffe Altruismus, Eigengruppenbildung, Fremdgruppenphänomene und der Einfluss von Kultur und Sozialisation auf menschliches Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob Fremdenfeindlichkeit ein angeborenes, genetisch fixiertes Programm ist oder durch soziokulturelle Prozesse und Machtstrukturen in modernen Gesellschaften geformt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einem kritischen Vergleich theoretischer Ansätze der Evolutionspsychologie (Archer), Sozialbiologie (Eibl-Eibesfeldt) und Soziologie (Elias/Scotson).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundannahmen über den Menschen als genetisch gesteuertes Wesen, ergänzt diese um die kulturelle Komponente und untersucht schließlich das soziale Machtgefüge in Etablierten-Außenseiter-Beziehungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Evolutionäre Sozialpsychologie, Xenophobie, Gruppenidentifizierung und Kulturelle Evolution am besten beschreiben.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Archer von dem von Eibl-Eibesfeldt?

Archer betrachtet Verhalten primär durch das Prisma der genetischen Reproduktion und Gesamtfitness, während Eibl-Eibesfeldt diese Sichtweise um die Bedeutung erlernter, kulturell tradierter Wissensbestände erweitert.

Welche Bedeutung haben die Untersuchungen von Elias und Scotson für diese Arbeit?

Elias und Scotson zeigen auf, dass Eigengruppen- und Fremdgruppenprozesse maßgeblich durch Machtkonstellationen und soziale Statusunterschiede geprägt sind, unabhängig von biologischen Verwandtschaftsverhältnissen.

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Details

Title
Evolutionäre Sozialpsychologie und Xenophobie
College
Neisse University Görlitz  (Kommunikationspsychologie)
Course
Sozialpsychologie
Grade
1,3
Author
Arndt Keßner (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V28981
ISBN (eBook)
9783638306201
Language
German
Tags
Evolutionäre Sozialpsychologie Xenophobie Sozialpsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arndt Keßner (Author), 2001, Evolutionäre Sozialpsychologie und Xenophobie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28981
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