Drei der ersten fünf Principes starben eines gewaltsamen Todes.
Dieser Indikationsfaktor und die Diskrepanzen zwischen den Herrschaftsideen der ersten Principes deuten bereits auf das ungeheure Spannungsfeld hin, in dem die Ausformung des Principats erfolgte.
Jedoch herschte von Anbeginn an ein gewisses Maß an Kontinuität, da sich die Idee des Principats ansonsten kaum zu einer Institution entwickelt hätte, die den Fortbestand des römischen Reiches für mehrere Jahrhunderte sicherte und in abgewandelter Form als „Kaiser“ im gesamten Mittelalter eine dominante Rolle spielte.
Einen Großteil dieser Kontinuität verdankte der Principat in seinen Anfängen der dynastischen Nachfolgeregelung des Augustus mit der Designation eines Nachfolgers durch dessen Adoption. Diese Ideen wurzeln, wie so viele andere, die Augustus zur Festigung des Principates verwendete, in der Republik und wurden so vom Großteil des römischen Volk akzeptiert, ohne sie zu hinterfragen und auf ihre neuen Inhalte zu überprüfen.
Tendenzen und Strömungen lassen sich besonders gut untersuchen, wenn es zu einer Unterbrechung ihres Flusses kommt. An diesen Bruchstellen kann man ihre Inhalte gut erfassen, da Altes und Neues gegenüber stehen und schließlich eine Bewertung der Dinge erfolgt.
Aus diesem Grund befasst sich diese Arbeit mit einem tiefen Einschnitt in die römische Kaisergeschichte: Galbas Versuch, sich als erster Princeps außerhalb der iulisch-claudischen Familie zu etablieren, und seine neue Ideologie der Nachfolgedesignation mittels der Wahl des bestmöglichen Nachfolgers aus dem gesamten römischen Volk im Gegensatz zur iulisch-claudischen Regelung, die den Nachfolger innerhalb der eigenen Familie suchte.
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- 1. exemplo divi Augusti
- 1.1. Die Machtbasis des Augustus
- 1.1.1. potestas oder die Sondervollmachten auf der Basis republikanischer Magistraturen.
- 1.1.2. auctoritas oder die soziale Vormachtstellung.
- 1.1.3. auctoritas und potestas
- 1.2. Die Mechanismen der Nachfolgedesignation bei Augustus
- 1.2.1. Die Adoption als Nachfolgedesignation in republikanischer Zeit..
- 1.2.2. Adoption und Kollegialität als Nachfolgedesignation
- 1.2.3. Der Treueid zur Sicherung des dynastischen Prinzips
- 1.1. Die Machtbasis des Augustus
- 2. Galba
- 2.1. Das Ende der iulisch-claudischen Dynastie und der Beginn des Vierkaiserjahres
- 2.1.1. Die Ausgangslage
- 2.1.2. Der Herrschaftsantritt Galbas
- 2.2. Der Principat Galbas
- 2.2.1. Galba in Rom 68 n. Chr.
- 2.2.2. Die,,Galba-Rede\" und die Nachfolgedesignation.
- 2.2.3. Othos Aufstand und Galbas Ende
- 2.1. Das Ende der iulisch-claudischen Dynastie und der Beginn des Vierkaiserjahres
- Nachwort
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Frage der Nachfolgedesignation und Herrschaftslegitimation römischer Principes. Sie untersucht, wie die römischen Kaiser ihre Nachfolge gestalteten und wie sie ihre Herrschaft gegenüber dem Senat und der Bevölkerung legitimierten.
- Die Machtbasis des Augustus und seine Methoden der Nachfolgeregelung
- Die Rolle der Adoption und Kollegialität in der römischen Herrschaftsübertragung
- Das Verhältnis zwischen dem Princeps und dem Senat in der frühen Kaiserzeit
- Die Bedeutung von Tradition und Innovation in der Gestaltung des römischen Principats
- Die Entwicklung der Herrschaftslegitimation von Augustus bis Galba
Zusammenfassung der Kapitel
- Das erste Kapitel analysiert die Machtbasis des Augustus und beleuchtet die Bedeutung von potestas (Sondervollmachten) und auctoritas (soziales Ansehen) für seine Herrschaft. Außerdem werden die Mechanismen der Nachfolgedesignation bei Augustus beleuchtet, insbesondere die Rolle der Adoption und des Treueides.
- Das zweite Kapitel befasst sich mit der Herrschaft Galbas und seiner Bedeutung für die Entwicklung des römischen Principats. Das Kapitel analysiert das Ende der iulisch-claudischen Dynastie und den Beginn des Vierkaiserjahres, sowie den Herrschaftsantritt und die Herrschaft Galbas.
Schlüsselwörter
Römisches Principat, Nachfolgedesignation, Herrschaftslegitimation, Augustus, Galba, Adoption, Kollegialität, Treueid, Senat, Republik, Monarchie, Dynastie, Vierkaiserjahr, Machtbasis, potestas, auctoritas, Tradition, Innovation.
Häufig gestellte Fragen
Wie sicherte Augustus die Kontinuität seiner Herrschaft?
Augustus nutzte die dynastische Nachfolgeregelung durch Adoption und Kollegialität, basierend auf republikanischen Traditionen.
Was ist der Unterschied zwischen „potestas“ und „auctoritas“?
Potestas bezeichnet die formalen Sondervollmachten, während Auctoritas die soziale Vormachtstellung und das Ansehen des Princeps beschreibt.
Welche Bedeutung hatte Kaiser Galba für die Thronfolge?
Galba war der erste Kaiser außerhalb der iulisch-claudischen Familie und versuchte, das Prinzip der Wahl des „bestmöglichen“ Nachfolgers zu etablieren.
Welche Rolle spielte der Treueid im Principat?
Der Treueid diente zur Sicherung des dynastischen Prinzips und zur Bindung des Militärs und des Volkes an den Herrscher.
Warum endete die Herrschaft Galbas so schnell?
Die Arbeit beleuchtet Othos Aufstand und die Schwierigkeiten Galbas, sich in Rom stabil zu legitimieren, was schließlich zu seinem Ende führte.
- Quote paper
- Uli Goenczi (Author), 1999, Untersuchungen zur Nachfolgedesignation und Herrschaftslegitimation römischer Principes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28968