Der vorliegende Text befasst sich mit den theoretischen Grundlagen systemischer Beratung.
Zunächst erfolgt zunächst eine Beschreibung sozialer Systeme (Punkt 1.1). Nachfolgend werden grundlegende Aspekte Systemischer Beratung erläutert (Punkt1.2). Der dritte Teil widmet sich ausgewählten systemischen Interventionen (Punkt 1.3). Abschließend werden die zentralen Aussagen dieses Kapitels in einem Resümee zusammengefasst (Punkt 1.4).
Da die systemische Beratung ihren Ursprung in der Familientherapie hat und Sozialarbeiter und Sozialpädagogen in der Beratungspraxis häufig mit Problematiken konfrontiert sind, die direkt oder indirekt mit der (Herkunfts-) Familie im Zusammenhang stehen, konzentrieren sich die Ausführungen dieses Kapitels auf die systemische Beratung von Familien.
Wenn von Systemischer Beratung gesprochen wird, so ist der Ausdruck gleichzusetzen mit Systemischer Therapie. Von Schlippe und Schweitzer weisen in ihrem Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung darauf hin, dass sie „zwischen systemischer Therapie und systemischer Beratung keine grundsätzlichen theoretischen oder methodischen Unterschiede sehen“ (von Schlippe/ Schweitzer 2003, 15).
Da in der Sozialen Arbeit Beratung und nicht Therapie Anwendung findet, wird in dieser Arbeit der Ausdruck der Beratung verwendet.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Interkulturelle systemische Beratung
- Aspekte interkultureller Beratung aus systemischer Perspektive
- Kulturelle Zugehörigkeit aus systemischer Sicht
- Zirkularität von kultureller Differenz und Integration
- Kulturelle Differenz in der Beratung
- Die Nützlichkeit der systemischen Perspektive für die interkulturelle Beratung
- Gestaltung einer konstruktiven Beratungsbeziehung
- Berücksichtigung des kulturellen Kontextes
- Berücksichtigung des migrationssspezifischen Kontextes
- Leitfaden für die systemisch-interkulturelle Beratung
- Erstkontakt
- Erstgespräch
- Abschluss des Beratungsprozesses
- Resümee
- Praxisbeispiel
- Systemisch-interkulturelles Praxisbeispiel
- Falldarstellung und Auswertung der systemischen Vorgehensweise
- Fallanalyse
- Einsatz systemischer Prinzipien und Interventionen
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Verbindung von interkultureller und systemischer Beratung. Ziel ist es, den Beitrag systemischer Konzepte für die interkulturelle Beratung in der Sozialen Arbeit zu untersuchen. Die Arbeit zeigt, wie interkulturelle Beratung nach systemischen Konzepten verlangt und beleuchtet die Synthese beider Ansätze. Es wird ein Leitfaden für die systemisch-interkulturelle Beratungspraxis erstellt und anhand eines Fallbeispiels die Möglichkeiten systemischer Konzepte in der Praxis veranschaulicht.
- Die Bedeutung interkultureller Kompetenz für die Beratung
- Die systemische Perspektive auf Kultur und kulturelle Zugehörigkeit
- Die Nützlichkeit der systemischen Perspektive für die interkulturelle Beratung
- Ein Leitfaden für die systemisch-interkulturelle Beratungspraxis
- Die Anwendung systemischer Prinzipien in einem Praxisbeispiel
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Kontext der Arbeit dar, erläutert die Bedeutung von interkulturellen Begegnungen in einer multikulturellen Gesellschaft und befasst sich mit dem wachsenden Bedarf an interkultureller Kompetenz in der Beratung.
Kapitel 1 untersucht die Synthese von interkultureller und systemischer Beratung. Es werden zentrale Aspekte interkultureller Beratung aus der systemischen Perspektive beleuchtet, die Nützlichkeit der systemischen Perspektive für die interkulturelle Beratung analysiert und ein Leitfaden für die systemisch-interkulturelle Beratungspraxis entwickelt.
Kapitel 2 präsentiert ein Praxisbeispiel für die systemisch-interkulturelle Beratung. Es beschreibt einen konkreten Fall, analysiert die Anwendung systemischer Prinzipien und Interventionen und veranschaulicht die Möglichkeiten des systemischen Ansatzes in der interkulturellen Beratung.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Beratung, systemische Beratung, kulturelle Differenz, Integration, systemische Prinzipien, Praxisbeispiel, interkulturelle Kompetenz, Migrationshintergrund.
Häufig gestellte Fragen
Was ist interkulturelle systemische Beratung?
Es ist eine Beratungsform, die systemische Methoden nutzt, um kulturelle Kontexte und migrationsspezifische Hintergründe von Klienten und Familien ganzheitlich zu berücksichtigen.
Gibt es einen Unterschied zwischen systemischer Therapie und Beratung?
Theoretisch und methodisch gibt es kaum Unterschiede; in der Sozialen Arbeit wird jedoch meist der Begriff "Beratung" verwendet, da er den berufsrechtlichen Kontext besser abbildet.
Warum ist die systemische Perspektive für Migranten nützlich?
Sie hilft dabei, kulturelle Differenzen nicht als Defizit, sondern als Teil eines komplexen sozialen Systems zu verstehen und konstruktive Lösungen zu finden.
Was beinhaltet ein Leitfaden für interkulturelle Beratung?
Ein solcher Leitfaden umfasst Phasen vom Erstkontakt über das Erstgespräch bis hin zum strukturierten Abschluss des Beratungsprozesses unter Berücksichtigung kultureller Sensibilität.
Was versteht man unter "Zirkularität" in der Beratung?
Zirkularität bedeutet, dass Verhalten nicht als einfache Ursache-Wirkungs-Kette gesehen wird, sondern als wechselseitige Beeinflussung innerhalb eines Systems, z.B. zwischen Integration und kultureller Identität.
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- Diplom-Sozialpädagogin/ Diplom-Sozialarbeiterin Ina Borkenstein (Author), 2007, Interkulture systematische Beratung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289047