Das Thema der folgenden Seminararbeit ist die Analyse der Bilanzen des Schering-Konzerns in den Jahren 2001, 2002 sowie 2003. Danach folgt eine Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die am Ende zu einem abschließenden Gesamturteil zusammengefasst wird. Die finanzwirtschaftliche Analyse besteht aus der Vermögens- und Kapitalstrukturanalyse sowie der horizontale Bilanzstrukturanalyse (Liquiditätsanalyse). Ausgangspunkt für die Bilanzanalyse bildet eine Strukturbilanz. Diese resultiert aus der Aufbereitung der Jahresabschlüsse für die Geschäftsjahre 2001 bis 2003. Ziel ist es, vorhandene bilanzielle Ansatz- und Bewertungswahlrechte, Ermessensspielräume sowie Sachverhaltsgestaltungen zu bereinigen, die um Erkenntnisse aus dem Konzernanhang und Konzernlagebericht ergänzt werden. Der Zeitvergleich des Schering-Konzerns wird um den Betriebsvergleich mit den Unternehmen BASF, und Beiersdorf erweitert, wobei einbezogene Kennzahlen dieser beider Unternehmen nicht selbstständig ermittelt wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die finanzwirtschaftliche Analyse
2.1. Zwecke und Ziele der finanzwirtschaftlichen Analyse
2.2. Die Vermögensstrukturanalyse
2.2.1. Aufgaben und Ziele der Vermögensstrukturanalyse
2.2.2. Die Analyse des Anlagevermögens
2.2.2.1. Anlagenintensität
2.2.2.2. Anlagenabnutzungsgrad
2.2.2.3. Investitionsquote
2.2.2.4. Wachstumsrate
2.2.3. Die Analyse des Umlaufvermögens
2.2.3.1. Umschlaghäufigkeit der Vorräte
2.2.3.2. Umschlaghäufigkeit der Forderungen
2.3. Die Kapitalstrukturanalyse
2.3.1. Aufgaben und Ziele der Kapitalstrukturanalyse
2.3.2. Eigenkapitalquote
2.3.3. Fremdkapitalstruktur
2.3.4. Kapitalumschlaghäufigkeit
2.4. Die Horizontale Bilanzstrukturanalyse
2.4.1. Aufgaben und Ziele der Horizontalen Bilanzstrukturanalyse
2.4.2. Goldene Finanzierungsregeln
2.4.3. Anlagendeckungsgrade
2.4.4. Liquiditätsgrade und Working Capital
3. Zusammenfassendes Teilurteil
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine fundierte finanzwirtschaftliche Analyse der Bilanzen des Schering-Konzerns für die Geschäftsjahre 2001 bis 2003 durchzuführen, um Aufschluss über die finanzielle Stabilität und künftige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu gewinnen. Dabei wird ein Vergleich mit den Wettbewerbern BASF und Beiersdorf vorgenommen.
- Vermögensstrukturanalyse zur Untersuchung der Kapitalbindung.
- Kapitalstrukturanalyse zur Bewertung der Mittelherkunft und Finanzierungsrisiken.
- Horizontale Bilanzstrukturanalyse zur Beurteilung der Liquidität.
- Zeit- und Betriebsvergleich relevanter Finanzkennzahlen.
Auszug aus dem Buch
2.2.2.1. Anlagenintensität
Die Anlagenintensität stellt das Verhältnis von Anlagevermögen und Umlaufvermögen dar. Sie ist definiert als Anlagenintensität = Anlagevermögen / Gesamtvermögen.
Dieses Verhältnis ist für die finanzielle Solidität des Unternehmens von besonderer Bedeutung, da aus langen Kapitalbindungen des Anlagevermögens Unflexibilitäten und somit potenzielle Gefahren drohen können. Deshalb gilt, dass die finanzielle Liquidität umso besser ist, je kleiner der Anteil des Anlagevermögens bzw. je größer der Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen, da ein hohes und sich schnell umschlagendes Umlaufvermögen kontinuierlich Liquidität freisetzt über die disponiert werden kann. Des weiteren sinkt mit einem geringen Anteil des Anlagevermögens der Fixkostenanteil und somit die Belastung aus fixen Zahlungsverpflichtungen. Außerdem deutet ein kleiner Anteil des Anlagevermögens auf eine gute Kapazitätsauslastung und Ertragslage hin, wodurch sich das Investitionsrisiko verringert. Die Beurteilung ist aber unter dem Gesichtpunkt der Branchenzugehörigkeit und dem Alter der Anlagen zu sehen. So ist eine hohe Intensität nicht unbedingt als negativ anzusehen, wenn dies der Struktur der Branche entspricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstands, der methodischen Vorgehensweise anhand einer Strukturbilanz und der Zielsetzung der Analyse der Bilanzjahre 2001 bis 2003.
2. Die finanzwirtschaftliche Analyse: Fundamentale Untersuchung der finanziellen Stabilität durch Unterteilung in Vermögens-, Kapital- und horizontale Bilanzstrukturanalyse.
2.1. Zwecke und Ziele der finanzwirtschaftlichen Analyse: Definition der Ziele zur Informationsgewinnung über Kapitalverwendung und -herkunft sowie deren horizontale Zusammenhänge.
2.2. Die Vermögensstrukturanalyse: Analyse der Aktivseite hinsichtlich der Struktur und der Dauer der Vermögensbindung sowie deren Einfluss auf die Liquidität.
2.2.1. Aufgaben und Ziele der Vermögensstrukturanalyse: Fokus auf die Liquidierbarkeitsstruktur und die Anpassungsfähigkeit an Beschäftigungsänderungen.
2.2.2. Die Analyse des Anlagevermögens: Detaillierte Untersuchung des langfristig gebundenen Vermögens und dessen Einfluss auf das Investitionsrisiko.
2.2.2.1. Anlagenintensität: Analyse des Verhältnisses von Anlagevermögen zu Gesamtvermögen als Indikator für finanzielle Solidität.
2.2.2.2. Anlagenabnutzungsgrad: Bewertung der Altersstruktur und Qualität des Anlagevermögens sowie deren Einfluss auf die Investitionspolitik.
2.2.2.3. Investitionsquote: Maßgröße zur Beurteilung der Zukunftsvorsorge durch Messung der Nettoinvestitionen im Verhältnis zum historischen Anlagevermögen.
2.2.2.4. Wachstumsrate: Interpretation des Investitionsüberschusses als Indikator für tatsächliches Unternehmenswachstum.
2.2.3. Die Analyse des Umlaufvermögens: Untersuchung der kurzfristigen Vermögenswerte und deren Umschlagshäufigkeit zur Bestimmung des Liquiditätspotenzials.
2.2.3.1. Umschlaghäufigkeit der Vorräte: Messung der Kapitalbindung im Vorratsvermögen und deren Auswirkung auf den Kapitalbedarf.
2.2.3.2. Umschlaghäufigkeit der Forderungen: Analyse des Kunden-Zahlungsverhaltens und der Liquiditätswirksamkeit der Umsatzerlöse.
2.3. Die Kapitalstrukturanalyse: Untersuchung der Passivseite hinsichtlich Fristigkeit, Sicherheit und Zusammensetzung des Kapitals.
2.3.1. Aufgaben und Ziele der Kapitalstrukturanalyse: Fokus auf Finanzierungsrisiken und Kreditwürdigkeit.
2.3.2. Eigenkapitalquote: Analyse der Unkündbarkeit und Verlustabsorptionsfähigkeit des Eigenkapitals.
2.3.3. Fremdkapitalstruktur: Betrachtung der zeitlichen Verfügbarkeit von Verbindlichkeiten und Rückstellungen.
2.3.4. Kapitalumschlaghäufigkeit: Ermittlung der Effizienz des Kapitaleinsatzes durch das Verhältnis von Umsatz zu Gesamtkapital.
2.4. Die Horizontale Bilanzstrukturanalyse: Herstellung von Beziehungen zwischen Aktiv- und Passivseite zur Sicherung der Fristenkongruenz.
2.4.1. Aufgaben und Ziele der Horizontalen Bilanzstrukturanalyse: Sicherung der künftigen Zahlungsfähigkeit durch Abstimmung von Mittelherkunft und Mittelverwendung.
2.4.2. Goldene Finanzierungsregeln: Überprüfung der Fristenkongruenz durch kurz- und langfristige Deckungsrelationen.
2.4.3. Anlagendeckungsgrade: Analyse der Risikobegrenzung durch Deckung des Anlagevermögens mit langfristigem Kapital.
2.4.4. Liquiditätsgrade und Working Capital: Ermittlung der kurzfristigen Schuldendeckungspotenziale und der operativen Finanzkraft.
3. Zusammenfassendes Teilurteil: Synthese der Einzelergebnisse zu einer fundierten Gesamtbeurteilung der finanzwirtschaftlichen Lage des Schering-Konzerns.
Schlüsselwörter
Finanzwirtschaftliche Analyse, Bilanzanalyse, Schering-Konzern, Vermögensstruktur, Kapitalstruktur, Horizontale Bilanzstrukturanalyse, Liquidität, Eigenkapitalquote, Investitionsquote, Anlagenintensität, Fristenkongruenz, Working Capital, Kapitalumschlaghäufigkeit, Kennzahlenanalyse, Finanzielle Stabilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer detaillierten finanzwirtschaftlichen Analyse des Schering-Konzerns auf Basis der Jahresabschlüsse der Jahre 2001 bis 2003, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung gliedert sich in die drei Hauptbereiche Vermögensstrukturanalyse, Kapitalstrukturanalyse und horizontale Bilanzstrukturanalyse (Liquiditätsanalyse).
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein fundiertes Gesamturteil über die finanzwirtschaftliche Lage des Schering-Konzerns zu fällen, indem bilanzielle Spielräume bereinigt und ein Vergleich mit den Unternehmen BASF und Beiersdorf gezogen wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine bilanzanalytische Methodik verwendet, die auf der Aufbereitung einer Strukturbilanz basiert, um Kennzahlen zu ermitteln und im Zeit- sowie Branchenvergleich zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Analyse der Anlagenintensität, Investitionsquoten, Umschlaghäufigkeiten, Eigenkapital- und Fremdkapitalstrukturen sowie der Liquiditätsgrade und des Working Capitals.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Fristenkongruenz, Anlagenintensität, Liquidität ersten und zweiten Grades sowie die Beurteilung der finanziellen Stabilität durch Kennzahlenvergleiche.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der Portfoliobereinigungen?
Der Autor wertet diese Maßnahmen als positiv, da Schering dadurch die Anlagenintensität kontinuierlich verbessern und die betriebliche Flexibilität erhöhen konnte.
Warum ist eine isolierte Betrachtung der Liquiditätskennzahlen laut Autor problematisch?
Da diese Kennzahlen Stichtagsbetrachtungen sind und durch "Window-Dressing" manipuliert werden können, sollten sie stets im Kontext einer ganzheitlichen Bilanzanalyse betrachtet werden.
- Quote paper
- Dennis Huchzermeier (Author), 2004, Finanzwirtschaftliche Bilanzanalyse des Schering Konzerns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28803