Im Vergleich zur bürgerlichen Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts hat sich die aktuelle Rolle bzw. die heutige Funktion des Buches und des Lesens sowie die individuelle Einstellung zur Literatur im Allgemeinen stark verändert. Lernende, die heutzutage die Institution Schule besuchen, wenden sich mehr und mehr von den gedruckten Medien ab und stattdessen aus unterschiedlichen Gründen anderen wie dem Fernsehen, dem Film oder dem Computer zu. Nichtsdestotrotz bleibt aber gerade die Lesekompetenz eine entscheidende funktionale Voraussetzung zur kompetenten Nutzung aller anderen Medien, was den heutigen Schülerinnen und Schülern kaum noch bewusst gemacht wird. Es herrscht bei ihnen die Einstellung vor, dass in der Schule gelesen wird, damit gelesen wird. Um den geschilderten Entwicklungen entgegenwirken zu können, beruft sich die moderne Literaturdidaktik als eine Theorie des Unterrichtes zunehmend auf neue mediendidaktische Konzepte, die das literarische Verstehen fördern, die Lehrstunden wieder attraktiver und ansprechender gestalten und die Schülerinnen und Schüler wieder mehr dazu bewegen sollen, sich der Literatur zu widmen. Hier sollen neue Konzepte wie das literarische Lernen, das Lernen durch Erfahrung, die Individualisierung von Unterricht und das intuitive Lernen eingreifen. Zudem stehen der handlungs- und produktionsorientierte Unterricht und das literarische Gespräch im Rahmen dieser Entwürfe in der heutigen didaktischen Forschung im Mittelpunkt des Interesses und werden dahingehend dezidiert untersucht.
In der vorliegenden Arbeit sollen die dargestellten Entwicklungen mithilfe unterschiedlicher, aktueller Forschungsliteratur genauer eruiert und die genannten Konzepte wie auch Methoden auf den Prüfstand gestellt sowie eingehender beleuchtet werden. Weiterhin steht die immanente aber in der Forschung kaum beachtete Frage der Bewertung literarischen Verstehens in der Schule im Zentrum meiner Aufmerksamkeit.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Wege zur Lust am Verwandeln schwarzer Zeichen in Sinn
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht die aktuelle Rolle des Buches und des Lesens sowie die sich verändernde Einstellung zur Literatur im Kontext der Medienentwicklung. Sie analysiert moderne didaktische Konzepte, die das literarische Verstehen fördern und den Literaturunterricht attraktiver gestalten sollen. Dabei wird insbesondere auf das literarische Lernen, das Lernen durch Erfahrung, die Individualisierung von Unterricht und das intuitive Lernen fokussiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage der Bewertung literarischen Verstehens in der Schule.
- Veränderungen in der Rolle des Buches und des Lesens in der heutigen Gesellschaft
- Moderne Konzepte zur Förderung des literarischen Verstehens im Literaturunterricht
- Relevanz des sinnlichen Erlebens von Literatur für die Lesefreude
- Bedeutung von Handlungs- und produktionsorientiertem Unterricht sowie literarischem Gespräch
- Bewertung literarischen Verstehens in der Institution Schule
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Das Kapitel beleuchtet die Veränderung der Rolle des Buches und des Lesens in der heutigen Gesellschaft und stellt die Herausforderungen für den Literaturunterricht im Kontext der Medienentwicklung dar. Es werden die Schwierigkeiten im Umgang mit dem Thema Lesen in der Schule und die wachsende Bedeutung der Lesekompetenz im Hinblick auf die Nutzung anderer Medien beleuchtet.
2. Wege zur Lust am Verwandeln schwarzer Zeichen in Sinn
Dieses Kapitel analysiert verschiedene Ansätze zur Förderung des literarischen Verstehens. Es diskutiert die Notwendigkeit, den Zugang zur Literatur für Lernende attraktiv zu gestalten und ihre Motivation zum Lesen zu fördern. Es werden die Herausforderungen des multimedialen Ansatzes im Literaturunterricht und die Bedeutung von Lesesozialisation innerhalb der Institution Schule betont.
Häufig gestellte Fragen
Warum verlieren Schüler das Interesse an Büchern?
Die Konkurrenz durch Fernsehen, Film und Computer sowie eine veränderte Einstellung zur Literatur führen dazu, dass gedruckte Medien an Attraktivität verlieren.
Was ist das Ziel des „literarischen Lernens“?
Es soll das literarische Verstehen fördern und Lehrstunden durch neue Konzepte wie intuitives Lernen und Lernen durch Erfahrung ansprechender gestalten.
Wie funktioniert handlungs- und produktionsorientierter Unterricht?
Schüler setzen sich aktiv mit Texten auseinander, indem sie diese umschreiben, illustrieren oder in andere Medien transformieren, statt sie nur passiv zu analysieren.
Warum ist Lesekompetenz auch für digitale Medien wichtig?
Lesekompetenz ist eine funktionale Voraussetzung für die Nutzung fast aller Medien, was Schülern heute oft nicht mehr bewusst ist.
Wie kann literarisches Verstehen in der Schule bewertet werden?
Die Arbeit stellt die schwierige Frage der Bewertung auf den Prüfstand, da individuelles Verstehen oft schwer in standardisierte Notensysteme passt.
- Citar trabajo
- Mirko Wojnowski (Autor), 2010, Literarisches Lernen und Verstehen im Literaturunterricht in der Schule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288031