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Der Rational-Choice-Ansatz

Titel: Der  Rational-Choice-Ansatz

Hausarbeit , 1998 , 19 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Nadine Wickert (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird der "Rational-Choice"-Ansatz (auch Wahlhandlungstheorie genannt) nach Gesichtspunkten seiner Vertreter Hartmut Esser und James Samuel Coleman untersucht, wobei insbesondere die Werke "Alltagshandeln und Verstehen" (Hartmut Esser 1991) und "Grundlagen der Sozialtheorie, Band 1" (James S. Coleman 1991/1992) zu Rate gezogen wurden.

Der "Rational-Choice"-Ansatz entstand in den 1980er-Jahren, wobei man den Ansatz nicht auf einen Hauptvertreter festlegen, sondern als ein pluralistisch entstandenes Gebilde sehen sollte.
"Rational-Choice" baut sowohl auf den Utilitarismus, den Behaviorismus und die Lerntheorien, als auch auf die Grundlagen der Ökonomie auf. Es handelt sich also um eine individualistische Theorie, wobei Individualismus in der Soziologie nicht als ideologische oder politische Vorstellung, sondern als methodisches Prinzip verstanden wird. Ziel der Untersuchung ist das Verhalten von Individuen. Es wird davon ausgegangen, dass jeder Sachverhalt auf ein oder mehrere Individuen zurückgeht, so dass nun auch die Untersuchung des Mikrokosmos, und nicht länger nur die des Makrokosmos eine wichtige Rolle spielt.

Immer wiederkehrend im Individualismus ist der Begriff der Nutzenmaximierung: Jeder Mensch verhält sich so, dass er durch möglichst geringen Einsatz (auch "Kosten" genannt) einen möglichst hohen Gewinn (auch "Nutzen" genannt) erhält. Das gesamte menschliche Verhalten ist durch diese Nutzenmaximierung und Kostenminimierung geprägt.
Im Vergleich zu den vorangegangenen individualistischen Theorien (wie z. B. Behaviorismus und Utilitarismus) leistet der "Rational-Choice"-Ansatz einige wesentliche Unterschiede. Der Mensch wird in der Theorie der rationalen Wahl "nicht nur zu einem ausschließlich reagierenden und rational abwägenden Wesen" gemacht. Auch seine "menschlichen Züge", seine Erwartungen, Entscheidungen und Einschätzungen werden Gegenstand der Untersuchung. Bislang weniger berücksichtigte Themen wie Solidarität, übereifriges und pflichtbewusstes Verhalten oder Handeln entgegen der objektiven Rationalität gewinnen an Bedeutung. Allerdings wird der Mensch auch im "Rational-Choice"-Ansatz als zentral durch Nutzenmaximierung geprägt verstanden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Einführung in die Theorie des „Rational – Choice“

2. Der „Rational – Choice“ Ansatz nach Hartmut Esser

2.1 Vita und wichtigste Werke

2.2 Hartmut Esser und der „Rational – Choice“ Ansatz

3. Der „Rational – Choice“ Ansatz nach James Samuel Coleman

3.1 Vita und wichtigste Werke

3.2 James S. Coleman und der „Rational – Choice“ Ansatz; Ein Vergleich zu Hartmut Esser

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den „Rational-Choice“-Ansatz, auch bekannt als Wahlhandlungstheorie, und beleuchtet dessen Anwendung und Interpretation durch die Soziologen Hartmut Esser und James Samuel Coleman. Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen dieses individualistischen Ansatzes zu analysieren, die Verbindung von Mikro- und Makroebene zu verdeutlichen und die unterschiedlichen wissenschaftlichen Herangehensweisen der beiden genannten Vertreter kritisch gegenüberzustellen.

  • Methodische Grundlagen der Wahlhandlungstheorie
  • Nutzenmaximierung und das Menschenbild des RREEMM-Modells
  • Vergleich der theoretischen Ansätze von Hartmut Esser und James Samuel Coleman
  • Die Rolle von sozialen Normen, Sanktionen und Handlungsrechten
  • Überbrückung der Makro-Mikro-Diskrepanz in soziologischen Systemen

Auszug aus dem Buch

2.2 Hartmut Esser und der „Rational - Choice“- Ansatz

In seinem Buch „Alltagshandeln und Verstehen“ beschäftigt sich der Soziologe Hartmut Esser ausgiebig mit der Theorie der Wahlhandlung, dem „Rational - Choice“ - Ansatz. Ferner vergleicht Esser den „Rational - Choice“ - Ansatz mit der Sozialtheorie von Alfred Schütz. Im weiteren werde ich Essers Verständnis von „Rational - Choice“ wiedergeben.

Esser geht auf vier unterschiedliche Gesichtspunkte des „Rational - Choice“ ein:

„Das Problem der >Tiefenerklärung<, das allgemeine Erklärungsmodell sozialer Prozesse im Rahmen des Rational – Choice – Ansatzes, der handlungstheoretische Kern und die Methode der abnehmenden Abstraktion.“

Das Problem der Tiefenerklärung beschäftigt sich mit der Aufgabe der Soziologie, die verschiedensten Verhaltensweisen in bestimmten sozialen Systemen zu erklären. Diesbezüglich ist es zwar möglich, Soziologie und deren Untersuchungen zu entdecken und zu beschreiben, aber man konnte sie bislang nicht wirklich und stichhaltig beweisen: Eine Behauptung muß für gewöhnlich begründet werden. Menschliches Verhalten bietet aber zu jeder aufgestellten Behauptung so viele verschiedene Varianten, daß quasi keine der Untersuchungen ausreichend fundiert werden kann.

Das Problem wird immer in der „>Unvollständigkeit< aller bisher gefundenen empirischen Zusammenhänge von >soziologischen< Variablen“ liegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Allgemeine Einführung in die Theorie des „Rational – Choice“: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung und die methodischen Prinzipien der Wahlhandlungstheorie sowie das Konzept der Nutzenmaximierung.

2. Der „Rational – Choice“ Ansatz nach Hartmut Esser: Hier werden die Vita von Esser dargestellt und seine spezifische Auseinandersetzung mit der Theorie, insbesondere hinsichtlich des Problems der Tiefenerklärung und der Brückenhypothesen, analysiert.

3. Der „Rational – Choice“ Ansatz nach James Samuel Coleman: Dieses Kapitel widmet sich der Perspektive von Coleman, der den Ansatz vor allem zur Erklärung sozialer Systeme nutzt, und vergleicht dessen Ansichten kritisch mit denen von Esser.

Schlüsselwörter

Rational-Choice, Wahlhandlungstheorie, Nutzenmaximierung, Hartmut Esser, James Samuel Coleman, Sozialtheorie, Mikro-Makro-Link, RREEMM-Modell, Soziale Normen, Handlungsrechte, Tiefenerklärung, Brückenhypothesen, Systemtheorie, Individualismus, Alltagshandeln

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine soziologische Einführung in den „Rational-Choice“-Ansatz und untersucht, wie die Theorie der rationalen Wahl zur Erklärung individuellen Handelns und sozialer Systeme beitragen kann.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Zentrale Themen sind die theoretischen Axiome der Wahlhandlung, das Menschenbild des Handelnden, die Bedeutung von Normen und Sanktionen sowie der Umgang mit komplexen sozialen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel besteht darin, den „Rational-Choice“-Ansatz durch die spezifische Lektüre der Werke von Hartmut Esser und James S. Coleman zu interpretieren und die jeweiligen methodischen Ansätze beider Theoretiker einander gegenüberzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, bei der die theoretischen Konzepte der gewählten Hauptvertreter systematisch miteinander verglichen und auf ihre Anwendbarkeit und Grenzen hin überprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Theorien von Esser und Coleman, die Analyse ihrer jeweiligen Menschenbilder sowie eine Diskussion über die Entstehung und Funktion sozialer Normen und Rechte innerhalb des gewählten Rahmens.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nutzenmaximierung, Brückenhypothesen, Mikro-Makro-Verbindung, RREEMM-Modell und subjektive Rationalität geprägt.

Wie unterscheidet sich die Herangehensweise von Esser zu der von Coleman?

Während Esser sich stärker auf die formellen, mathematisch modellierten Grundlagen der Theorie konzentriert, nutzt Coleman den Ansatz eher als praktisches Instrument zur Beschreibung sozialer Systemstrukturen und menschlichen Verhaltens in realen Kontexten.

Wie bewertet die Autorin die Anwendbarkeit von Normen innerhalb des Rational-Choice-Ansatzes?

Die Autorin hebt hervor, dass insbesondere Coleman Normen erfolgreich in den Rahmen der Nutzenmaximierung integriert, indem er aufzeigt, dass auch regelkonformes Verhalten zur Gewinnmaximierung oder Kostenminimierung beitragen kann.

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Details

Titel
Der Rational-Choice-Ansatz
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Einführung in die soziologischen Theorien der Gegenwart
Note
2,0
Autor
Nadine Wickert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
19
Katalognummer
V2867
ISBN (eBook)
9783638117388
ISBN (Buch)
9783638901161
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rational-Choice Hartmut Esser James Samuel Coleman
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadine Wickert (Autor:in), 1998, Der Rational-Choice-Ansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2867
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