Die Europäische Union ist eine unvergleichbare Erfolgsgeschichte, die viele Theoretiker der internationalen Beziehungen verzweifeln lässt. Die freiwillige Aufgabe eines Staates seiner Souveränität durch die Übertragung an eine superanationale Organisation, die freiwillige
Beschränkung seiner Macht und die Gefahr der Auferlegung von Politikinhalten, die der eigenen zu wider sind, die Änderung des eigenen Rechtssystems und der Gesellschaft zum
Wohle eines vereinten Europas, lässt manchen Realisten grübeln. Eine supranationale Organisation, dessen Entstehung unumkehrbar scheint, ist zu einer globalen Macht erwachsen,
die die internationale Politik nachhaltig beeinflusst. Nicht wenige Staaten versuchen eine ähnliche Entwicklung, wie die der EU, anzustreben, doch bisher ohne vergleichbaren Erfolg.
In dieser Arbeit wird die oben zitierte Aufgabenstellung bearbeitet. Die zu grundliegende Fragestellung lautet wie folgt:
Welche Bedeutung besitzt der Lissaboner Vertrag für den Prozess der Europäischen Integration?
Beginnend wird die Ideengeschichte eines kooperierenden Europas kurz rekapituliert. Danach wird die Europäische Integration durch Recht vorgestellt und anhand eines Theorieansatzes belegt. Anschließend erfolgt eine Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte des Lissaboner
Vertrags, gefolgt von einer Darstellung der Neuerungen durch das Reformwerk. Darauf folgend eine Analyse der Wirkung bzw. der Bedeutung des Lissaboner Vertrags auf die Europäischen
Integration, vor allem auf die Integration durch Rechtssetzung. Abschließend erfolgt ein subjektives Fazit mit dem Ziel einer Prognosefunktion für die weitere Entwicklung der
Europäischen Union. Die vorliegenden Arbeitsansätze können im Rahmen einer Hausarbeit natürlich nur grob und
oberflächlich sein, daher bitte ich um Verständnis, wenn manch ein Themengebiet allzu kurz kommt.
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Einleitung
- Ideengeschichte der Europäischen Union
- Die Idee eines kooperierenden Europas
- Die Weltkriege
- Die Nachkriegszeit
- Integration durch Recht / „Integration Through Law“
- Von Amsterdam nach Lissabon
- Die Entstehung des Vertrags von Lissabon
- Das Vertragswerk – Die EU vor und nach dem Lissaboner Vertrag
- Betrachtung des Lissaboner Vertrags unter dem Gesichtspunkt der Europäischen Integration
- Prognose
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit zielt darauf ab, die Entstehung des Vertrags von Lissabon zu rekonstruieren und dessen Bedeutung für die Vertiefung der Europäischen Integration und die „Konstitutionalisierung“ des europäischen Rechts aufzuzeigen.
- Die historische Entwicklung der Idee eines vereinten Europas
- Die Rolle des Rechts im Integrationsprozess
- Die Entstehung des Vertrags von Lissabon und seine wichtigsten Neuerungen
- Die Auswirkungen des Lissaboner Vertrags auf die Europäische Integration
- Die Bedeutung des Vertrags für die Konstitutionalisierung des europäischen Rechts
Zusammenfassung der Kapitel
- Das Vorwort erläutert den Kontext der Arbeit innerhalb des Pflichtmoduls „Europäische Integration“ und stellt die zentrale Fragestellung dar: Welche Bedeutung hat der Lissaboner Vertrag für den Prozess der Europäischen Integration?
- Die Einleitung gibt einen Überblick über die Arbeit und die wichtigsten Themen, die behandelt werden, wie die Ideengeschichte der Europäischen Union, die Europäische Integration durch Recht, die Entstehung des Lissaboner Vertrags und seine Auswirkungen auf die Europäische Integration.
- Das Kapitel „Ideengeschichte der Europäischen Union“ behandelt die Idee eines kooperierenden Europas vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Nachkriegszeit und beleuchtet die Entwicklung der Integrationstendenzen auf europäischer Ebene.
- Das Kapitel „Von Amsterdam nach Lissabon“ beschreibt die Entstehung des Vertrags von Lissabon und stellt die wichtigsten Ereignisse und Akteure des Prozesses dar.
- Das Kapitel „Das Vertragswerk – Die EU vor und nach dem Lissaboner Vertrag“ vergleicht die EU vor und nach dem Lissaboner Vertrag und analysiert die Veränderungen in den Vertragswerken.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den zentralen Themen der Europäischen Integration, dem Vertragswerk der EU, der Rolle des Rechts im Integrationsprozess, der Entstehung und Bedeutung des Lissaboner Vertrags, der „Konstitutionalisierung“ des europäischen Rechts und der Weiterentwicklung der Europäischen Union.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die zentrale Bedeutung des Vertrags von Lissabon?
Der Vertrag von Lissabon (2009) zielte darauf ab, die EU demokratischer, effizienter und handlungsfähiger zu machen, insbesondere nach der Erweiterung der Union.
Was bedeutet "Integration durch Recht"?
Dies beschreibt den Prozess, bei dem die europäische Einigung primär über die Schaffung gemeinsamer Rechtsnormen und die Rechtsprechung des EuGH vorangetrieben wird.
Welche Neuerungen brachte der Lissaboner Vertrag für das EU-Parlament?
Die Befugnisse des Europäischen Parlaments wurden massiv gestärkt, insbesondere durch die Ausweitung des Mitentscheidungsverfahrens auf fast alle Politikbereiche.
Was ist die "Konstitutionalisierung" des europäischen Rechts?
Damit ist die Entwicklung der EU-Verträge hin zu einer quasi-verfassungsrechtlichen Ordnung gemeint, die Grundrechte schützt und die Machtbefugnisse der Institutionen klar definiert.
Wie hat sich die Rolle der nationalen Parlamente verändert?
Durch das Subsidiaritätsprinzip erhielten nationale Parlamente mehr Möglichkeiten, EU-Gesetzesentwürfe zu prüfen und gegebenenfalls Einspruch zu erheben.
Welche Auswirkungen hat der Vertrag auf die EU-Außenpolitik?
Mit der Schaffung des Amtes des Hohen Vertreters für Außen- und Sicherheitspolitik und eines eigenen diplomatischen Dienstes wurde die EU international sichtbarer.
- Quote paper
- Wolf Merker (Author), 2014, Der Vertrag von Lissabon im Kontext der Europäischen Integration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285883