Die Figur der Hexe birgt eine eigentümliche Faszination in sich. Sie begegnet uns in vielen verschiedenen Erscheinungsformen: in Literatur und Theater, in Musik und Bildender Kunst, in Fernsehdiskussionen und -dokumenationen sowie Spielfilmen, im Internet und weiteren Medien. Dabei basiert der Reiz des Themas der Hexenverfolgung für die Menschen wohl auf der Verbindung des Mystisch-Geheimnisvollen und der Gewalt und Brutalität, mit der während des europäischen Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit Hexen verfolgt wurden.
Kaum ein anderes Ereignis in der Geschichte der Frühen Neuzeit wurde so kontrovers diskutiert wie das der Hexenverfolgung, die Verfolgung von (vermeintlichen) Hexen. Selbst Historikern bereitet es Schwierigkeiten, bei diesem Thema Objektivität zu wahren, denn Hintergründe und Ursachen, die zur Hexenverfolgung führten, sind schwierig zu erfassen. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung und Aktueller Forschungsstand
- Die "Neun-Millionen-Theorie"
- Gottfried Christian Voigt
- Jacobus Scheltema und Etienne-Léon de Lamothe
- Jules Michelet und die Entstehung des „Neun-Millionen-Mythos'“
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Gründe für die weit verbreitete These, dass die Hexenverfolgung eine Frauenverfolgung gewesen sei. Sie analysiert die Entstehung und Verbreitung dieser These, betrachtet die Rolle von Frauen in der Hexenverfolgung und beleuchtet verschiedene Perspektiven auf die Geschichte der Hexenverfolgung.
- Die Entstehung und Verbreitung der These, dass die Hexenverfolgung eine Frauenverfolgung gewesen sei
- Die Rolle von Frauen in der Hexenverfolgung
- Die Bedeutung von Geschlechterrollen und -beziehungen im Kontext der Hexenverfolgung
- Die verschiedenen Perspektiven auf die Geschichte der Hexenverfolgung
- Die Bedeutung der Hexenverfolgung für die Geschichte der Frauen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Hexenverfolgung und stellt die Fragestellung der Arbeit vor. Das zweite Kapitel befasst sich mit der "Neun-Millionen-Theorie", die behauptet, dass neun Millionen Menschen während der Hexenverfolgung hingerichtet wurden. Es analysiert die Entstehung und Verbreitung dieser Theorie, untersucht die verwendeten Quellen und beleuchtet die wissenschaftliche Kritik an dieser Zahl.
Schlüsselwörter
Hexenverfolgung, Frauenverfolgung, Geschlechtergeschichte, "Neun-Millionen-Theorie", Gottfried Christian Voigt, Jules Michelet, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Hexenbild, Forschung, Historik, Quellenkritik
Häufig gestellte Fragen
War die Hexenverfolgung primär eine Frauenverfolgung?
Die Arbeit untersucht diese weit verbreitete These und analysiert, warum Frauen in der Frühen Neuzeit besonders im Fokus der Hexenprozesse standen.
Was besagt die „Neun-Millionen-Theorie“?
Es ist ein historischer Mythos, der behauptet, dass neun Millionen Menschen (meist Frauen) hingerichtet wurden. Die Arbeit beleuchtet die Entstehung dieser Zahl durch Autoren wie Gottfried Christian Voigt.
Welche Rolle spielen Geschlechterrollen bei der Hexenverfolgung?
Die Untersuchung zeigt, wie zeitgenössische Vorstellungen von Weiblichkeit und soziale Machtstrukturen dazu beitrugen, Frauen als (vermeintliche) Hexen zu stigmatisieren.
Warum ist es für Historiker schwierig, Objektivität zu wahren?
Die Grausamkeit der Verfolgungen und die komplexe Quellenlage führen oft zu kontroversen Diskussionen und der Bildung von Mythen.
In welchen Epochen fand die intensivste Hexenverfolgung statt?
Der Schwerpunkt lag im europäischen Spätmittelalter und vor allem in der Frühen Neuzeit.
- Quote paper
- Claudia Kaak (Author), 2013, Die Hexenverfolgung als Frauenverfolgung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285300