Am 6.November 2012 blickte die Welt voll Spannung nach Amerika, denn wieder einmal sollte entschieden werden, wer die Nation in den nächsten vier Jahren führen sollte, der liberale, demokratische Amtsinhaber Barack Obama oder sein konservativer, republikanischer Herausforderer Mitt Romney. Der Wahlausgang schien tatsächlich bis zum Wahltag noch offen zu sein, in den Umfragen lieferten sich die beiden beständig Kopf-an-Kopf-Rennen. Nur eines schien wirklich sicher zu sein: Der Süden würde wohl wieder, wie schon in den vergangenen Präsidentschaftswahlen, mit großer Mehrheit an die Republikaner gehen. Und genau so sollte es dann schließlich auch kommen: Die Staaten des Südens wählten mit beeindruckender Geschlossenheit wieder republikanisch, nur Florida konnte von den Demokraten gewonnen werden.
Doch diese fast schon zementierte Bindung des Südens an die republikanische Partei entstand erst in der jüngsten Vergangenheit. Vor 1948 stimmten die Südstaaten mit überwältigender Mehrheit seit über 60 Jahren, nämlich seit dem Ende der „Reconstruction“ 1877, bei jeder Wahl für den demokratischen Kandidaten. Da diese regionale Wahlentscheidung für die demokratische Partei so unumstößlich wirkte, bekam der Süden Amerikas u.a. den Beinamen „solid south“, dass eine andere Partei hier gewinnen könnte schien mehr als unwahrscheinlich. Doch mit der Wahl 1948 änderte sich die Situation radikal: Vier Staaten des ,,solid south“ gewannen nicht wie üblich die Demokraten, sondern die neu gegründete States Rights Party unter Führung ihres Präsidentschaftskandidaten J. Strom Thurmond, welche schnell den Beinamen ,,Dixiecrat“ erhielt. Um ihren Unmut über den Kurs der nationalen demokratischen Partei auszudrücken und diese an die Relevanz des Südens als Bastion der Demokraten zu erinnern, hatte sich diese Gruppe radikaler Südstaatler nach dem demokratischen Nationalkonvent 1948 in Philadelphia von der Mutterpartei abgespalten um mit ihrer eigenen Partei an den Präsidentschaftswahlen teilzunehmen.
Der Hauptgrund für diese Abspaltung war die neu eingeschlagene Bürgerrechtspolitik der demokratischen Partei, welche vor allem auf die Vorteile der schwarzen Bevölkerung gemünzt war und somit die Stimmen der Afro-Amerikaner sichern sollte. Diese wählten zwar bereits seit Beginn des New Deal demokratisch, doch nun sollten sie für die Zukunft fest an die Partei gebunden werden und endlich auch als freie Bürger des Landes behandelt werden.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- 1. Der New Deal und die New Deal Koalition
- 2. Spannungen oder Konsens in der New Deal Koalition?
- 3. Die Koalition und die Bürgerrechte nach Roosevelts Tod
- 4. Die Spaltung der demokratischen Partei
- 5. Die Spaltung ein „Geburtsfehler“?
- II. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Abspaltung der States Rights Party von der demokratischen Partei im Jahr 1948 und untersucht, ob diese Spaltung bereits im Konzept der New Deal Koalition angelegt war oder ob sie eher auf die Entwicklungen nach dem Tod von Franklin D. Roosevelt zurückzuführen ist. Die Analyse befasst sich mit den Spannungen zwischen Nord- und Südstaaten im Hinblick auf Bürgerrechte und die Rolle des Südens als tragende Säule der demokratischen Partei.
- Die New Deal Koalition und ihre verschiedenen Interessenvertreter
- Die Entwicklung der Bürgerrechtspolitik in den USA nach dem New Deal
- Die Rolle des Südens in der demokratischen Partei
- Die Abspaltung der States Rights Party (Dixiecrats) und ihre Motivationen
- Die Folgen der Abspaltung für die amerikanische Politik
Zusammenfassung der Kapitel
- I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Abspaltung der States Rights Party im Jahr 1948 ein und stellt die Leitfragen der Arbeit vor. Sie beleuchtet den historischen Kontext der Spaltung im Rahmen der New Deal Koalition und des sich verändernden politischen Klimas in den Vereinigten Staaten.
- 1. Der New Deal und die New Deal Koalition: Dieses Kapitel erläutert die Hintergründe und Ziele des New Deal und beleuchtet die Zusammensetzung der New Deal Koalition. Es analysiert die verschiedenen Interessengruppen, die die Koalition bildeten, und untersucht die Herausforderungen, denen sie sich gegenüber sahen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen New Deal, New Deal Koalition, Bürgerrechte, Rassentrennung, States Rights Party, Dixiecrats, Südstaaten, Solid South, politische Spaltung, und die Entwicklung der amerikanischen Parteiensysteme.
Häufig gestellte Fragen
Was war die "States Rights Party" (Dixiecrats)?
Es war eine Abspaltung der Demokratischen Partei im Jahr 1948, die von konservativen Südstaatlern gegründet wurde, um gegen die Bürgerrechtspolitik von Präsident Truman zu protestieren.
Warum spalteten sich die Dixiecrats 1948 ab?
Der Hauptgrund war die Aufnahme einer Bürgerrechtsplattform in das Programm der Demokraten, welche die Rassentrennung im Süden bedrohte.
Was bedeutete der Begriff "Solid South"?
Er beschrieb die jahrzehntelange, fast unerschütterliche Dominanz der Demokratischen Partei in den Südstaaten nach dem Ende der Reconstruction bis 1948.
Wer war J. Strom Thurmond?
Thurmond war der Präsidentschaftskandidat der States Rights Party 1948 und ein führender Vertreter der Südstaaten-Interessen.
War die Spaltung ein "Geburtsfehler" der New Deal Koalition?
Die Arbeit untersucht, ob die Koalition aus liberalen Nordstaatlern und konservativen Südstaatlern von Beginn an so gegensätzliche Interessen (besonders beim Thema Rasse) hatte, dass ein Bruch unvermeidlich war.
- Citar trabajo
- Raphael Heim (Autor), 2013, Die Abspaltung der States Rights Party 1948. Ein später Geburtsfehler der New Deal Koalition?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283163