Es lässt sich sagen, dass der Wunsch des Fleischessens aufgrund des steigenden Wohlstandes auf der Welt stetig wächst und der Konsum von Fleisch nicht nur in den westlichen, sondern auch immer mehr in den Entwicklungs- und Schwellenländern ein fest verankerter Bestandteil der Nahrungskultur darstellt. Beispielsweise ist der Verzehr in Japan seit den 1960er Jahren bis heute um das 6-fache, in China sogar um das 15-fache gestiegen. Erstaunlich dabei ist, dass der Rinderkonsum in den USA im Zeitraum von 1975 bis 2010 um 20 Prozent gesunken, der Hühnerkonsum allerdings im selben Zeitraum einen Anstieg von ganzen 200 Prozent zu verzeichnen hat. Die Kehrtwende erfolgte im Jahre 1990, bei der in den USA zum ersten Mal mehr Huhn als Rind verspeist wurde. Da sich dieser Trend nicht nur in den USA, sondern weltweit bemerkbar macht, möchte ich mein Hauptaugenmerk dieser Hausarbeit auf die Fleischproduktion der sogenannten Masthühner legen und diese Thematik näher auf deren wirtschaftlichen und ethischen Gehalt durchleuchten.
Um der Arbeit einen roten Faden zu geben, stütze ich mich auf unterschiedliche Fragestellungen, die im Verlauf der Hausarbeit näher analysiert werden sollen. Dabei gehe ich beispielsweise auf die Frage ein, wieso Massentierhaltung in der heutigen Gesellschaft einen derartig wichtigen Stellenwert eingenommen hat und ob durch diese Art der Herstellung von Fleisch das Wohl der Gesellschaft tatsächlich befriedigt werden kann. Die Kernfragen sind dabei: Müssen tatsächlich dermaßen viele Tiere sterben, damit es der Menschheit wirklich besser geht? Und: Ist das Leiden der Tiere für das Wohlergehen der Menschen ethisch zu verantworten?
Um auf diese Fragen näher einzugehen, habe ich die Hausarbeit in zwei Teilabschnitte gegliedert: Der erste Hauptteil beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Komponente der Massentierhaltung; im zweiten Hauptteil wird der ethische Aspekt der Massentötung von Tieren behandelt. Auf diese Art versuche ich einen Gesamtüberblick über die Thematik der Wirtschaftsethik im Bereich der Intensivtierhaltung zu erfassen und näher zu erläutern.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Massentierhaltung aus wirtschaftlicher Sicht
- 2.1. Fakten und ökonomischer Nutzen
- 2.2. Folgen der Massenproduktion
- 3. Massentierhaltung aus ethischer Sicht
- 3.1. Turbomast – Umgang mit Masthühnern im Betrieb
- 3.2. Utilitaristische Sichtweisen
- 4. Fazit
- 5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der ethischen Vertretbarkeit der Massentierhaltung, insbesondere im Hinblick auf die Produktion von Geflügelfleisch. Sie untersucht die wirtschaftlichen Aspekte der Massenproduktion und analysiert die ethischen Implikationen dieser Praxis.
- Die wachsende Nachfrage nach Fleisch im globalen Kontext
- Die ökonomischen Vorteile der Massentierhaltung
- Die ethischen Bedenken hinsichtlich der Tierhaltung in der Intensivtierhaltung
- Die utilitaristische Sichtweise auf die Massentierhaltung
- Die Bedeutung der Nachhaltigkeit in der Fleischproduktion
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz der Massentierhaltung im Kontext des globalen Fleischkonsums dar und führt die zentralen Fragestellungen der Arbeit ein. Kapitel 2 beleuchtet die wirtschaftliche Seite der Massentierhaltung, indem es Fakten und ökonomischen Nutzen sowie die Folgen der Massenproduktion beleuchtet. Kapitel 3 widmet sich der ethischen Perspektive der Massentierhaltung, wobei insbesondere die Turbomast und die utilitaristische Sichtweise auf die Tierhaltung im Fokus stehen.
Schlüsselwörter
Massentierhaltung, Geflügelfleisch, Wirtschaftsethik, Intensivtierhaltung, Turbomast, Utilitarismus, Tierwohl, Nachhaltigkeit, Fleischkonsum, ethische Vertretbarkeit.
Häufig gestellte Fragen
Warum nimmt die Massentierhaltung weltweit zu?
Der steigende Wohlstand in Schwellenländern wie China und Japan führt zu einer massiv wachsenden Nachfrage nach Fleisch. Massentierhaltung ermöglicht es, Fleisch in großen Mengen kostengünstig und effizient zu produzieren.
Was sind die ethischen Hauptargumente gegen Massentierhaltung?
Kritisiert werden vor allem das Leiden der Tiere in der "Turbomast", die mangelnde Bewegungsfreiheit und die Reduzierung von Lebewesen auf reine Wirtschaftsgüter. Die Arbeit fragt, ob dieses Leid für das menschliche Wohlergehen ethisch zu verantworten ist.
Was besagt die utilitaristische Sichtweise auf die Fleischproduktion?
Der Utilitarismus wiegt das Glück der Menschen (Genuss, Ernährungssicherheit) gegen das Leid der Tiere ab. Die Arbeit analysiert, ob die Bilanz bei der heutigen Form der Intensivtierhaltung noch positiv ausfallen kann.
Welche wirtschaftlichen Folgen hat die Massenproduktion von Fleisch?
Neben dem ökonomischen Nutzen durch niedrige Preise gibt es negative Folgen wie Umweltbelastungen, Ressourcenverschwendung und gesundheitliche Risiken, die oft nicht im Preis enthalten sind.
Gibt es einen Trend weg vom Rindfleisch hin zum Geflügel?
Ja, am Beispiel der USA zeigt die Arbeit, dass der Rinderkonsum sinkt, während der Hühnerkonsum seit 1975 um 200 Prozent gestiegen ist, was die Bedeutung der Geflügelmast in der heutigen Landwirtschaft unterstreicht.
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- Anneke Bösche (Author), 2014, Massentierhaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282784