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Geschlechtstypische Erziehung im pädagogischen Handlungsfeld Kindergarten

Ein Diskurs zwischen rollenneutraler und rollenspezifischer Theorie und Praxis

Titel: Geschlechtstypische Erziehung im pädagogischen Handlungsfeld Kindergarten

Hausarbeit , 2014 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Melissa Myrenne (Autor:in)

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Besonders die frühkindliche Erziehung hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung und Sozialisation des Kindes im Bezug auf Geschlechterfragen. Dies wird versucht in dieser Arbeit darzustellen und zu belegen. Dabei wird versucht unter ausgewogenem Einbezug von empirischen Forschungsbelegen, Theorien und Erfahrungen aus der Praxis konstruktiv mit verschiedenen Begrifflichkeiten zu arbeiten und diese anzuwenden. Es wird sich damit auseinandergesetzt wie geschlechtstypische Erziehung bewertet wird. Dabei wird sie von verschiedenen Seiten beleuchtet. Leitende Fragestellung ist hierbei welcher Umgang (durch Erzieherinnen) der „richtige“ im Bezug auf geschlechtstypisches Verhalten von Kindergartenkindern ist, wobei hier der Begriff „richtig“ relativiert werden sollte.
Besonders interessant zu betrachten ist das Handlungsfeld Kindergarten, da im Kindergartenalter der Übergang vom Nicht-Wahrnehmen zum langsamen Erkennen der eigenen Geschlechtsidentität deutlich wird, wodurch die Bildung von Geschlechtertrennung in den Kindergruppen erfolgt (vgl. Rohrmann 2008, 36). In der folgenden Arbeit wird sich aber nicht nur auf die selbstständige Einteilung der Kinder in Geschlechtergruppen sondern auch auf die Trennung der Kinder durch pädagogische Konzepte bezogen. Dies geschieht, da das Denken und Handeln der Erzieherin als eine zentrale Frage behandelt werden soll. Das Forschungsfeld beschränkt sich hierbei auf Kindergärten innerhalb Deutschlands, um eine möglichst differenzierte Darstellung zu gewährleisten. Ein europäischer oder weltweiter Vergleich erscheint im Rahmen dieser Arbeit zu komplex, da selbst in Deutschland je nach Institution unterschiedlichste Erziehungskonzepte und Auffassungen bestehen. Außerdem beschränkt sich die Literaturrecherche auf die letzten 25 Jahren, da ältere Literatur nicht aktuell genug erscheint um dem zu bearbeitenden Thema gerecht zu werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Aktualität der Genderproblematik – Beginn schon im Kindergarten?

2. Ein kurzer Überblick über den Forschungsstand

3. Thematisch relevante Begriffsklärungen

3.1 Erziehung und Erzieherinnen

3.2 Kindergarten

3.3 Geschlecht, Gender und Geschlechterrolle

4. Verschiedene Ansichten und Ansätze zur Geschlechtsentwicklung, Geschlechtertrennung und zum Umgang mit diesen

4.1 Psychologische Sichtweise

4.2 Soziologische Sichtweise

4.3 Sozialkonstruktivistische und feministische Sichtweise

5. Statistiken, empirische Forschungsbelege, Erfahrungen aus der Praxis im Kindergarten

5.1 Allgemeine Beobachtungen im Bezug auf Geschlechtertrennung

5.1.1 Denken und Verhalten der Kinder

5.1.2 Denken und Verhalten der Erzieherinnen

5.2 Koedukative Praxen

5.3 Geschlechtstrennende Praxen

6. Konsequenzen für das Handeln der Erzieherinnen in der Praxis

6.1 Interaktion mit den Eltern

6.2 Selbstreflexion und Abbau von Vorurteilen seitens der Erzieherinnen

6.3 Interaktion mit Kindern anhand einiger Beispiele

7. Ein kurzes Fazit und ein Ausblick: Zusätzliche männliche pädagogische Fachkräfte als Lösung für die Genderproblematik im Kindergarten?

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit befasst sich mit der geschlechtstypischen Erziehung im pädagogischen Handlungsfeld Kindergarten. Ziel ist es, einen Diskurs zwischen rollenneutralen und rollenspezifischen Ansätzen zu führen und zu beleuchten, welcher Umgang durch Erzieherinnen mit dem geschlechtstypischen Verhalten von Kindergartenkindern als adäquat angesehen werden kann, wobei die Problematik der "richtigen" Lösung kritisch hinterfragt wird.

  • Aktualität der Genderproblematik im frühkindlichen Bereich
  • Wissenschaftliche Sichtweisen auf Geschlechtsentwicklung (Psychologie, Soziologie, Sozialkonstruktivismus)
  • Empirische Einblicke in Verhalten von Kindern und Erzieherinnen
  • Analyse koedukativer versus geschlechtstrennender pädagogischer Praxen
  • Bedeutung der professionellen Selbstreflexion für Erzieherinnen

Auszug aus dem Buch

3.3 Geschlecht, Gender und Geschlechterrolle

Der Begriff des Geschlechts allgemein kann in der Sozialforschung zwischen „Sex“ und „Gender“ unterschieden werden. Mit dem Begriff „Sex“ wird das Geschlecht anhand der körperlichen Merkmale definiert. „Gender“ hingegen bezeichnet das gesellschaftliche, soziale oder auch kulturelle Geschlecht (vgl. Faulstich-Wieland 2012, S. 274). Wenn in dieser Arbeit die Rede von Geschlecht ist, handelt es sich zumeist um das soziale Geschlecht. Ist das biologische Geschlecht („Sex“) gemeint, so wird dies explizit erwähnt oder es lässt sich aus dem Kontext erschließen. Die Begriffe lassen sich nicht immer exakt voneinander trennen, da „Gender“ oftmals „Sex“ beinhaltet. Dennoch wird versucht, möglichst sauber mit den Begriffen zu arbeiten. Fritjof Bönold, der sich ausgiebig in seinem Buch „Geschlecht – Subjekt – Erziehung“ mit dem Thema befasst hat, sieht das „Geschlecht als Produkt der Praxis und nicht als Ausgangspunkt“ (Bönold 2003, S. 71). Dies unterstützt die Definition des „Gender“-Begriffs, welcher weitestgehend des Verständnisses wegen hier durch den Begriff des Geschlechts ersetzt werden wird. Weiterhin greift Bönold die Thematik der Geschlechterrollenzuschreibung auf. Laut ihm sind die Geschlechterrollen - im Kindesalter auch Geschlechtertypisierung genannt - verschiedene Verhaltensfiguren, die typisierten Erwartungen entsprechen (vgl. ebd., S 39). Zu unterscheiden sind die Geschlechterrollen allerdings von den Stereotypen. Diese sind vorurteilsbehaftet und das Gegenüber ist der Überzeugung, dass ganz spezifische Merkmale so wie Gegenstände, Aktivitäten oder Eigenschaften des anderen Geschlechts so zu sein haben, wie es den gängigen Gesellschaftserwartungen entspricht und damit auch den verbundenen Verhaltenserwartungen, Normen und Verpflichtungen (vgl. Tenorth & Tippelt 2012, S. 284). Bönold allerdings betrachtet auch die Geschlechterrollen kritisch und vergleicht sie mit den Rollenstereotypen:

„Die Rollentheorie verstärkt das Denken in zwei Schubladen und polarisiert heterogene Geschlechtsverhältnisse.“ (Bönold 2003, S. 44)

Im Kontext dieser Arbeit wird hingegen versucht, dem Rollenbild in den ersten Kapiteln neutral gegenüber zu stehen um gegen Ende darüber zu reflektieren. Im Folgenden werden nun verschiedene Sichtweisen auf, unter anderem, die Geschlechterrolle vorgestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Aktualität der Genderproblematik – Beginn schon im Kindergarten?: Einführung in die Relevanz der Geschlechterfrage in der frühkindlichen Bildung und Darlegung der Fragestellung der Arbeit.

2. Ein kurzer Überblick über den Forschungsstand: Überblick über bestehende Forschungsdefizite und unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven auf geschlechtstypische Erziehung.

3. Thematisch relevante Begriffsklärungen: Definition der zentralen Arbeitsbegriffe Erziehung, Kindergarten und der Differenzierung von Geschlecht, Gender und Geschlechterrolle.

4. Verschiedene Ansichten und Ansätze zur Geschlechtsentwicklung, Geschlechtertrennung und zum Umgang mit diesen: Systematische Einordnung psychologischer, soziologischer und sozialkonstruktivistischer Sichtweisen auf die Geschlechtsentwicklung.

5. Statistiken, empirische Forschungsbelege, Erfahrungen aus der Praxis im Kindergarten: Darstellung von Verhaltensmustern bei Kindern und Erzieherinnen sowie Untersuchung koedukativer und geschlechtstrennender Praxiskonzepte.

6. Konsequenzen für das Handeln der Erzieherinnen in der Praxis: Reflexion über Anforderungen an ein professionelles, geschlechtersensibles Handeln in Interaktion mit Eltern, Kindern und der eigenen Person.

7. Ein kurzes Fazit und ein Ausblick: Zusätzliche männliche pädagogische Fachkräfte als Lösung für die Genderproblematik im Kindergarten?: Zusammenfassende Reflektion der Ergebnisse und Ausblick auf die Rolle männlicher Fachkräfte.

Schlüsselwörter

Geschlechtstypische Erziehung, Kindergarten, Genderproblematik, frühkindliche Bildung, Rollenbilder, Geschlechtertrennung, Koedukation, Geschlechtersensibilität, Selbstreflexion, Erzieherinnenhandeln, Geschlechterrolle, Stereotypen, Sozialisation, Identitätsentwicklung, pädagogische Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die geschlechtstypische Erziehung im Kindergarten und hinterfragt, wie pädagogische Fachkräfte mit dem Thema Geschlecht und geschlechtsspezifischem Verhalten der Kinder umgehen sollten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Neben theoretischen Grundlagen zur Geschlechterdifferenz stehen die Untersuchung von Praxisbeispielen, die Abgrenzung von Erziehungskonzepten sowie die Bedeutung der Selbstreflexion der Erzieherinnen im Fokus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit sucht nach Antworten auf die Frage, welcher Umgang seitens der Erzieherinnen mit geschlechtstypischem Verhalten der Kinder angemessen ist, wobei sie bewusst auf eine einfache oder pauschale Lösung verzichtet.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden genutzt?

Es werden psychologische, soziologische sowie sozialkonstruktivistische und feministische Sichtweisen auf die Geschlechtsentwicklung und -sozialisation systematisch gegenübergestellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsklärung, die Einordnung fachwissenschaftlicher Perspektiven, die Analyse empirischer Belege und Erfahrungen aus dem Kindergartenalltag sowie eine Diskussion von Handlungskonsequenzen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Geschlechtersensibilität, Rollenklischees, frühkindliche Sozialisation, Erzieherinnenprofessionalität und die Reflexion von Geschlechterrollen.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen koedukativer und geschlechtstrennender Praxis?

Die Arbeit analysiert beide Ansätze als mögliche pädagogische Strategien, beleuchtet deren jeweilige Begründungszusammenhänge und weist darauf hin, dass die Wahl der Praxis stark von institutionellen Zielen und der jeweiligen Situation abhängt.

Welche Bedeutung misst die Autorin der Selbstreflexion bei?

Die Selbstreflexion wird als essenzielle Voraussetzung für Professionalität definiert, da Erzieherinnen erst durch die Auseinandersetzung mit ihren eigenen Rollenbildern und Vorurteilen unvoreingenommen und adäquat auf Kinder reagieren können.

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Details

Titel
Geschlechtstypische Erziehung im pädagogischen Handlungsfeld Kindergarten
Untertitel
Ein Diskurs zwischen rollenneutraler und rollenspezifischer Theorie und Praxis
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,7
Autor
Melissa Myrenne (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
23
Katalognummer
V281131
ISBN (eBook)
9783656757122
ISBN (Buch)
9783656838036
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschlechtstypische erziehung handlungsfeld kindergarten diskurs theorie praxis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melissa Myrenne (Autor:in), 2014, Geschlechtstypische Erziehung im pädagogischen Handlungsfeld Kindergarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281131
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Leseprobe aus  23  Seiten
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