Der Einsatz deutscher Soldaten im Ausland ist in erster Linie ein außenpolitisches bzw. sicherheitspolitisches Engagement, das an Verluste von Menschenleben gekoppelt ist und daher in der breiten Öffentlichkeit nicht ohne weiteres hingenommen wird.
Aber warum ist das so? Weshalb ist es offensichtlich für den Großteil der Bevölkerung – man denke nur an die Befragung zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr – ein nicht akzeptables Risiko bzw. ein nicht zu tolerierender Umstand, eigene Opfer für eine Stabilisierungsmission zu bringen, von deren Erfolg die Sicherheit des eigenen Landes – so die Meinung verschiedener Politiker - abhängig ist.
Dieser gut und gern als Tötungstabu stigmatisierte Sachverhalt, so scheint es, führt zu einem theoretischen Ansatz, der in der amerikanischen Fachliteratur gern „Casualty Shyness“ genannt wird. Die als niedrige Gewalt- und Opferbereitschaft bezeichnete Haltung, die gern den sogenannten postherorischen Gesellschaften zugeschrieben wird, soll Gegenstand der Arbeit sein.
Inhaltsverzeichnis
- „Casualty Shyness“: Ein Weg zur Heroisierung der Technologie?
- Einleitung
- Die postheroische Gesellschaft und deren Transformationsprozess
- Heroisch vs. Postheroisch: Das Dilemma heutiger postheroischer Gesellschaften
- Die „Heroisierung“ der Technologie: Ein neuer Weg zur Kriegführung?
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert das Phänomen der „Casualty Shyness“, also der Scheu vor Opfern im Krieg, in westlichen Gesellschaften. Er untersucht die Ursachen und Folgen dieser Entwicklung und beleuchtet die Rolle der Technologie in diesem Kontext.
- Die Transformation von heroischen zu postheroischen Gesellschaften
- Die Rolle des technologischen Fortschritts in der Kriegführung
- Die Auswirkungen der „Casualty Shyness“ auf die militärische Strategie
- Die ethischen und moralischen Herausforderungen der „Heroisierung“ der Technologie
- Die Zukunft der Kriegführung im Kontext der „Casualty Shyness“
Zusammenfassung der Kapitel
- „Casualty Shyness“: Ein Weg zur Heroisierung der Technologie?
- Die postheroische Gesellschaft und deren Transformationsprozess
- Heroisch vs. Postheroisch: Das Dilemma heutiger postheroischer Gesellschaften
- Die „Heroisierung“ der Technologie: Ein neuer Weg zur Kriegführung?
Die Einleitung stellt das Phänomen der „Casualty Shyness“ vor und erläutert die Bedeutung des Themas im Kontext der deutschen Debatte um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Sie führt den Begriff der „postheroischen Haltung“ ein und stellt die zentralen Fragen des Textes dar.
Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung der „Casualty Shyness“ im historischen Kontext. Es analysiert die Entwicklung von heroischen zu postheroischen Gesellschaften und untersucht die Rolle des Ersten Weltkriegs und des Aufkommens der modernen Kriegstechnologie. Es werden die Theorien von Michael Howard und Sir John Keegan zur „Casualty Shyness“ gegenübergestellt und kritisch betrachtet.
Dieses Kapitel setzt sich mit den Folgen der „Casualty Shyness“ für die heutige Gesellschaft auseinander. Es analysiert die ethischen und moralischen Herausforderungen, die sich aus der Scheu vor Opfern im Krieg ergeben. Es wird die Frage gestellt, ob die „Casualty Shyness“ als Fortschritt oder Rückschritt in der Entwicklung der Gesellschaft betrachtet werden kann.
Dieses Kapitel untersucht die Rolle der Technologie in der „Casualty Shyness“. Es analysiert, wie der technologische Fortschritt die Art und Weise der Kriegführung verändert hat und welche Auswirkungen dies auf die Opferbereitschaft der Gesellschaft hat. Es werden die ethischen und moralischen Implikationen der „Heroisierung“ der Technologie diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die „Casualty Shyness“, die postheroische Gesellschaft, die Heroisierung der Technologie, die Transformationsprozesse in der Kriegführung, die ethischen und moralischen Herausforderungen der modernen Kriegsführung sowie die Zukunft der Kriegführung im Kontext der „Casualty Shyness“.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet der Begriff „Casualty Shyness“?
„Casualty Shyness“ bezeichnet die niedrige Bereitschaft einer Gesellschaft, eigene Opfer (tote Soldaten) in militärischen Konflikten hinzunehmen.
Was ist eine „postheroische Gesellschaft“?
Es handelt sich um moderne Gesellschaften, in denen das heroische Ideal des Opfers für das Vaterland an Bedeutung verloren hat und Gewaltbereitschaft stark abgelehnt wird.
Welche Rolle spielt die Technologie in diesem Kontext?
Die Arbeit untersucht, ob die technologische Überlegenheit (z. B. Drohnen, Präzisionswaffen) als Ersatz für menschliche Opfer „heroisert“ wird, um Kriege politisch akzeptabler zu machen.
Welches Beispiel aus der deutschen Politik wird herangezogen?
Der Text bezieht sich auf die Debatten und die öffentliche Meinung zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr.
Welche Theoretiker werden in der Arbeit diskutiert?
Es werden unter anderem die Theorien von Michael Howard und Sir John Keegan zur Entwicklung der Kriegsführung und Opferbereitschaft gegenübergestellt.
Wie wirkt sich „Casualty Shyness“ auf die militärische Strategie aus?
Sie zwingt Entscheidungsträger dazu, Einsätze so zu planen, dass das Risiko für eigene Soldaten minimiert wird, was oft zu einer stärkeren Abhängigkeit von Technologie führt.
- Quote paper
- Thomas Hallmann (Author), 2010, Casualty Shyness. Ein Weg zur Heroisierung der Technologie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279027