Die Ende 2006 in Deutschland gegründete Piratenpartei ist seit geraumer Zeit wieder eine neue Partei, welche für Aufmerksamkeit in der Bevölkerung sorgt. „Die Piratenpartei Deutschland (Piraten) wurde […] nach dem Vorbild der im Januar 2006 in Schweden entstandenen Piratenpartiet gegründet. Sie versteht sich als Teil einer internationalen Bewegung“. Im Kern ihrer politischen Bemühungen fokussieren das Streben nach mehr Partizipation und Transparenz für den Bürger im politischen Geschehen. Die Piratenpartei scheint damit besonders das jüngere Wählerpublikum anzusprechen. Gegen Ende des Jahres 2007 wurde sie in der Hälfte der Bundesländer durch Landesverbände vertreten, konnte auf den Landtagswahlen jedoch nicht mehr als 0,5 % der Stimmen auf sich vereinigen. Die zeitlich darauffolgende, in Politik und Medien heiß umstrittene, Thematik um das "Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen" war für die Piratenpartei ein politisches Sprungbrett, da die Diskussion um diesen Sachverhalt in die Expertise ihrer Internetaffinität fiel. Somit konnte die Piratenpartei auf der Europawahl 2009 mit 0,9 % der Stimmen auftrumpfen. Ein weiterer erwähnenswerter Erfolg war ein Stimmengewinn von 8,9 % auf der Abgeordnetenhauswahl 2011 in Berlin. Es wurde begründet, dass umso näher die Piratenpartei an die Fünf-Prozent-Hürde herankam, umso vielversprechender und attraktiver war sie für Wähler, welche eine Unzufriedenheit mit etablierten Parteien hegten und ihre Stimmabgabe nun als neue Chance (einer Nichtverschwendung) ansahen.
Genau dieser Umstand der Parteiverdrossenheit gilt es im Rahmen der Arbeit genauer zu beleuchten, um belegen zu können, wie die Piratenpartei vom gesellschaftlichen Wandel der Bevölkerung profitiert(e).
Inhaltsverzeichnis
- Die Piraten als Partei des 21. Jahrhunderts? Das Wachstum der Piratenpartei auf der Saat der Parteiverdrossenheit
- Volksparteien in Deutschland in der Krise? – Wählerbindungen, Repräsentation und Partizipation im 21. Jahrhundert
- Die Piratenpartei als Repräsentant eines eigenen sozialen Milieus? Der Profit von der Parteiverdrossenheit
- Ein Heranwachsen der Piratenpartei? Von Entstehung und Zukunft
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Entstehung und das Wachstum der Piratenpartei in Deutschland im Kontext der Parteiverdrossenheit und des gesellschaftlichen Wandels. Sie analysiert, inwiefern die Piratenpartei von der Unzufriedenheit der Wähler mit etablierten Parteien profitiert und ob sie als Repräsentant eines neuen sozialen Milieus betrachtet werden kann.
- Parteiverdrossenheit und Politikverdrossenheit in Deutschland
- Die Krise der Volksparteien und der Wandel von Gesellschaft und Technik
- Die Piratenpartei als Nutznießer der Parteiverdrossenheit
- Die Mobilisierung politikverdrossener Wähler durch die Piratenpartei
- Die Zukunft der Piratenpartei im deutschen Parteiensystem
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Piraten als Partei des 21. Jahrhunderts? Das Wachstum der Piratenpartei auf der Saat der Parteiverdrossenheit: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung und das Wachstum der Piratenpartei in Deutschland. Es analysiert die Rolle der Parteiverdrossenheit und des gesellschaftlichen Wandels bei der Mobilisierung von Wählern für die Piratenpartei. Es werden die wichtigsten Erfolge der Piratenpartei auf verschiedenen Ebenen des politischen Systems dargestellt.
- Volksparteien in Deutschland in der Krise? – Wählerbindungen, Repräsentation und Partizipation im 21. Jahrhundert: Dieses Kapitel untersucht die Krise der Volksparteien in Deutschland und die damit verbundenen Veränderungen in der politischen Landschaft. Es analysiert die Ursachen für die sinkende Wahlbeteiligung, den Vertrauensverlust in die Politik und die wachsende Unzufriedenheit der Wähler mit den etablierten Parteien. Es werden die Herausforderungen für die Volksparteien im 21. Jahrhundert beleuchtet.
- Die Piratenpartei als Repräsentant eines eigenen sozialen Milieus? Der Profit von der Parteiverdrossenheit: Dieses Kapitel analysiert, inwiefern die Piratenpartei als Repräsentant eines neuen sozialen Milieus betrachtet werden kann. Es untersucht die demografischen und sozioökonomischen Merkmale der Wähler der Piratenpartei und die Gründe für ihre Unterstützung. Es wird die Frage diskutiert, ob die Piratenpartei eine neue politische Kultur repräsentiert.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Piratenpartei, Parteiverdrossenheit, Politikverdrossenheit, gesellschaftlicher Wandel, Mobilisierung, Wählerbindung, Repräsentation, Partizipation, Volksparteien, soziale Milieus, politische Kultur, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Warum konnte die Piratenpartei in Deutschland zeitweise so stark wachsen?
Die Partei profitierte von einer wachsenden Parteiverdrossenheit und besetzte mit Themen wie Internetfreiheit und Transparenz eine Marktlücke im 21. Jahrhundert.
Was ist der Unterschied zwischen Politik- und Parteiverdrossenheit?
Politikverdrossenheit richtet sich gegen das System allgemein, während Parteiverdrossenheit spezifisch die Unzufriedenheit mit den etablierten Volksparteien beschreibt.
Welche Wählergruppen sprach die Piratenpartei besonders an?
Vor allem jüngere, internetaffine Wähler und Menschen, die sich mehr Partizipation und Transparenz im politischen Geschehen wünschten.
War das Gesetz gegen Kinderpornografie ein Sprungbrett für die Piraten?
Ja, die Debatte um Netzsperren ermöglichte es der Partei, ihre Expertise im Bereich der digitalen Bürgerrechte medienwirksam zu platzieren.
Repräsentiert die Piratenpartei ein eigenes soziales Milieu?
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Piratenpartei als Repräsentant einer neuen politischen Kultur und eines spezifischen technikaffinen Milieus gelten kann.
- Quote paper
- Jan Wetterauer (Author), 2013, Die Piratenpartei als Nutznießer moderner gesellschaftlicher Wandlungen und Parteiverdrossenheit im deutschen Volk?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278720