Über die Sympathie und auch Kollaboration vieler Araber mit den Achsenmächten ist bereits viel geschrieben worden. Darüber haben sich auch sehr heftig geführte Debatten entwickelt. Autoren wie Matthias Küntzel sowie Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers betonen in ihren Werken die Rolle des Antisemitismus dabei, der in dieser Zeit seinen Anfang genommen habe und auch heute noch eine wesentliche Rolle v.a. im Islamismus spiele. Andere Autoren wie René Wildangel weisen derartige Theorien scharf u.a. als unwissenschaftlich zurück, wobei insbesondere der Mangel an originalsprachigen Quellen bemängelt wird. Welche Pläne die Nazis im Nahen Osten hatten und ob die zahlreichen, mit dem NS sympathisierenden arabischen Nationalisten im Zweifels Falle wirklich gut daran getan hätten, zur Erreichung ihrer Ziele ausgerechnet auf die Nazis mit ihrer extrem rassistischen Ideologie zu setzen, ist hingegen eine Frage, die in der Forschungsliteratur anscheinend kaum behandelt wurde. Dieser Frage soll sich diese Arbeit widmen. Dabei soll zunächst ein Überblick über die Rolle der Araber in der NS-Ideologie gegeben werden, wobei hier besonders mit einer frühen Rede Hitlers sowie seinem bekanntesten Werk Mein Kampf als Quellen gearbeitet werden soll. Anschließend soll die NS-Außenpolitik bezüglich der arabischen Welt und die Rolle der Araber im Denken der Nazis erläutert werden. Dasselbe soll anschließend bezüglich des Zweiten Weltkrieges getan werden, um dann anschließend zum Fazit zu gelangen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Araber in Hitlers Rassensystem
- Die Haltung des NS-Regimes zur arabischen Welt bis 1939
- Die Rolle des Nahen Ostens in den Kriegsplänen der Nazis
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Rolle der Araber im Denken der Nazis und untersucht, welche Pläne die Nazis im Nahen Osten hatten. Dabei soll geklärt werden, wie die Araber im NS-Rassensystem eingeordnet wurden und welche Rolle sie in der NS-Außenpolitik und den Kriegsplänen der Nazis spielten.
- Die Einordnung der Araber in Hitlers Rassensystem
- Die NS-Außenpolitik gegenüber der arabischen Welt
- Die Rolle der Araber in den Kriegsplänen der Nazis
- Die Bedeutung des Antisemitismus im Denken der Nazis
- Die Frage nach der möglichen Kollaboration arabischer Nationalisten mit dem NS-Regime
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Arbeit beleuchtet die kontroverse Debatte über die Sympathie und Kollaboration vieler Araber mit den Achsenmächten. Dabei werden verschiedene Perspektiven auf die Rolle des Antisemitismus in diesem Kontext beleuchtet.
Die Araber in Hitlers Rassensystem
Dieses Kapitel analysiert Hitlers Ansichten über die Araber und ihre Einordnung in sein rassistisches System. Es wird auf seine Reden und Schriften vor der Machtergreifung sowie auf sein Werk "Mein Kampf" eingegangen.
Die Haltung des NS-Regimes bis 1939
Dieser Abschnitt untersucht die NS-Außenpolitik gegenüber der arabischen Welt bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Es werden die politischen und strategischen Ziele des NS-Regimes in Bezug auf die Region erläutert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen Araber, Nazis, Rassismus, Antisemitismus, Naher Osten, NS-Ideologie, NS-Außenpolitik, Kriegspläne, Kollaboration, arabische Nationalisten.
Häufig gestellte Fragen
Wie ordneten die Nationalsozialisten Araber in ihr Rassensystem ein?
In „Mein Kampf“ und frühen Reden Hitlers wurden Araber oft als rassisch minderwertig betrachtet, was im Widerspruch zu späteren taktischen Bündnissen stand.
Welche strategischen Pläne hatten die Nazis im Nahen Osten?
Die Nazis sahen im Nahen Osten vor allem eine Möglichkeit, das britische Empire zu schwächen und den Antisemitismus als ideologische Brücke zu arabischen Nationalisten zu nutzen.
Gab es eine echte Kollaboration zwischen Arabern und dem NS-Regime?
Ja, es gab Sympathien und punktuelle Zusammenarbeit, etwa durch den Großmufti von Jerusalem, wobei die Motive oft der Kampf gegen den Zionismus und den Kolonialismus waren.
Wie beurteilt die moderne Forschung diese Beziehungen?
Es gibt heftige Debatten: Einige Forscher betonen den ideologischen Antisemitismus, während andere auf den Mangel an Quellen hinweisen und die rein pragmatischen Motive der Araber hervorheben.
Hätten arabische Nationalisten von einem Sieg der Nazis profitiert?
Die Arbeit hinterfragt dies kritisch, da die rassistische NS-Ideologie langfristig kaum Raum für eine echte Souveränität arabischer Völker gelassen hätte.
- Quote paper
- Karl Hollerung (Author), 2013, Welche Rolle spielten die nazifreundlichen Tendenzen in der arabischen Welt im Denken der Nazis?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278659