Seit mehr als einem halben Jahrhundert beeinflusst die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) nun schon das politische Geschehen auf dem amerikanischen Kontinent. Immer noch bestimmen sowohl sicherheitspolitische, als auch aktuelle Themen, wie Drogenbekämpfung, Entwicklungshilfe oder Menschenrechte die Arbeit dieser Organisation. Allerdings hat sie sich seit ihrer Gründung im Jahre 1948, durch die Einrichtung etlicher Spezialorgane und Sonderorganisationen, zu einem äußerst komplexen System entwickelt. Wie funktioniert eine solch große Organisation, die aus 35 Mitgliedsstaaten besteht? Welche Aufgaben werden von welchen Instanzen getroffen? Auf welchen Gebieten ist die Organisation tätig? Diese Fragen sollen durch eine Skizzierung der Grundlagen und der Funktionsweise der OAS geklärt werden. Darüber hinaus werden die wichtigsten Aufgabenfelder vorgestellt. Um die heutige Struktur der OAS richtig verstehen zu können, muss man die Grundzüge der Bewegung kennen, aus der heraus sie entstanden ist. Daher will ich mich zu Beginn der Arbeit mit dem Thema des Panamerikanismus beschäftigen, und dessen wichtigste Etappen bis zur Gründung der OAS skizzieren. Danach werde ich den Aufbau der OAS erklären, sowie an Hand einiger Beispiele deutlich machen, auf welchen Gebieten die Organisation tätig wird. Dabei muss erwähnt werden, dass eine Darstellung der Arbeits- und Funktionsweise der OAS im Rahmen einer Hausarbeit, aus Zeitgründen auf die Hauptorgane beschränkt bleiben muss, und dass auch Sonderorganisationen nur kurz behandelt werden können.
Inhaltsverzeichnis
II. Einleitung
III. Panamerikanismus
II.1. Erste bzw. hispanoamerikanische Phase (1826-1889)
II.2. Zweite bzw. gesamtamerikanische Phase (1889-1948)
II.3. Dritte bzw. militärpolitische Phase (ab 1938)
IV. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS)
III.1. Geschichte
III.2. Rechtsnatur
III.3. Aufgaben und Ziele
III.4. Aufbau
III.4.1. Die Generalversammlung
III.4.2. Die Konsultativkonferenz der Außenminister
III.4.3. Der Ständige oder Politische Rat
III.4.4. Das Generalsekretariat
III.4.5. Die Spezialorganisationen
V. Beispiele für das Betätigungsfeld der Spezialorganisationen
V. Beispiele für das politische Agieren der OAS
V.1. Guatemala
V.2. Dominikanische Republik
VI. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktionsweise, historische Entwicklung und die politische Rolle der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) unter Berücksichtigung der US-lateinamerikanischen Beziehungen und der hegemonialen Einflussnahme der USA auf die Organisation.
- Historische Etappen des Panamerikanismus
- Struktureller Aufbau und Entscheidungsorgane der OAS
- Aufgabengebiete und Reichweite von Spezialorganisationen
- Analyse des politischen Agierens anhand konkreter Fallbeispiele (Guatemala, Dominikanische Republik)
- Reflektion über die Rolle der USA und den Anspruch der OAS auf gleichberechtigte Zusammenarbeit
Auszug aus dem Buch
III.1. Geschichte
Die OAS wandelte sich im Laufe der Zeit gewaltig, um sich immer neuen Problemen und Bedingungen auf dem amerikanischen Kontinent anzupassen. Im Zuge dieses Wandels, kam es 1959 zur Gründung der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, zur Aufdeckung von Menschenrechts-verletzungen. Um die Arbeit dieser Kommission zu unterstützen, wurde Ende der 60er Jahre zunächst eine offizielle Menschenrechtskonvention unterzeichnet und zehn Jahre später zusätzlich der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte eingerichtet, den die Kommission anrufen kann, und dessen Urteile für die Mitgliedsstaaten bindend sind.
1961 wurde die Allianz für den Fortschritt ins Leben gerufen, um unter Führung der USA in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten die Demokratie zu stärken, die ökonomische Entwicklung voranzutreiben und größere soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten.
Kurz darauf wurde, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges 1962, aus ideologischen Gründen, Kuba von der Teilnahme an der OAS suspendiert, d.h. Kuba blieb zwar offiziell Mitglied der OAS, ist aber bis heute von allen Aktivitäten der Organisation ausgeschlossen und hat kein Stimmrecht mehr.
Im Jahr 1970 kam es zu einer ersten kleinen Reform der Charta der OAS, in der die Generalversammlung, statt dem OAS-Rat, als oberste Entscheidungsgewalt eingesetzt wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung skizziert die Fragestellung zur Funktionsweise der OAS und begründet die Beschränkung auf Hauptorgane und ausgewählte Sonderorganisationen.
Panamerikanismus: Dieses Kapitel behandelt die historischen Phasen der Zusammenarbeit amerikanischer Staaten, von der Monroe-Doktrin bis zur Gründung der OAS.
Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS): Hier wird der organisatorische Rahmen der OAS als Regionalverband sowie deren Rechtsnatur und Aufbau beschrieben.
Beispiele für das Betätigungsfeld der Spezialorganisationen: Ein Überblick über die Tätigkeit der OAS in diversen Gesellschaftsbereichen, vom Schutz der Demokratie bis hin zur Drogenbekämpfung.
Beispiele für das politische Agieren der OAS: Eine detaillierte Analyse der Interventionen in Guatemala und der Dominikanischen Republik, die den politischen Einfluss der USA verdeutlichen.
Fazit: Das Fazit bewertet die Entwicklung der OAS im Spannungsfeld zwischen US-Dominanz und dem Anspruch auf interamerikanische Solidarität.
Schlüsselwörter
OAS, Panamerikanismus, Interamerikanisches System, US-Außenpolitik, Demokratieschutz, Menschenrechte, Monroe-Doktrin, Rio-Vertrag, kollektive Sicherheit, Sonderorganisationen, Lateinamerika, Integration, politische Intervention, Kalter Krieg, Diplomatie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hinsichtlich ihrer Strukturen, historischen Entwicklung und ihres Einflusses auf die politischen Beziehungen auf dem amerikanischen Kontinent.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Schwerpunkte sind die historische Entstehung des Panamerikanismus, der institutionelle Aufbau der OAS sowie die Auswirkung US-amerikanischer Interessen auf die Handlungsfähigkeit der Organisation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise der OAS zu erläutern und kritisch zu hinterfragen, inwiefern die Organisation ein Instrument US-amerikanischer Machtpolitik darstellt oder eine echte kooperative Zusammenarbeit ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine deskriptive und analytische Literaturrecherche, die historische Dokumente, völkerrechtliche Verträge und politikwissenschaftliche Analysen vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Phasen, den Aufbau und die Organe der OAS sowie die Analyse von Fallbeispielen politischer Interventionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie OAS, Panamerikanismus, kollektive Sicherheit, US-Dominanz und Interamerikanisches System definieren.
Welche Rolle spielte die OAS konkret bei der Intervention in der Dominikanischen Republik?
Die OAS diente der USA als legitimatorischer Rahmen, um ihre militärische Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Staates nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs 1965 unter dem Deckmantel einer "interamerikanischen Streitmacht" zu tarnen.
Wie veränderte sich die Bedeutung der Menschenrechtskommission für die Organisation?
Die 1959 gegründete Kommission wandelte sich zu einem zentralen Organ, das durch die spätere Konvention und den Gerichtshof für Menschenrechte eine verbindlichere Rolle bei der Ahndung von Verletzungen einnahm.
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- Isabel Carrión (Autor), 2002, Der Panamerikanismus und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27845