Mit der Einführung der Zinsschranke nach § 4h EStG i. V. m. § 8a KStG hat der deutsche Gesetzgeber eine Vorschrift geschaffen, welche den Abzug von Zinsaufwendungen beschränkt. Ziel dieser Regelung ist es, „den steuergestal-terischen Handlungsspielraum der Konzerne einzuschränken und die Ergeb-nisverlagerung ins Ausland mittels Finanzierungsgestaltungen zu verhindern.“ Die Ausgestaltung der Zinsschranke wurde bereits intensiv diskutiert und teilweise heftig kritisiert. Neben der Verletzung des objektiven Nettoprinzips wurde die Diskriminierung von ausländischen Konzernunternehmen sowie die prozyklische Wirkung der Zinsschranke in Krisenfällen als Kritikpunkte angeführt. In dieser Diskussion wurde auch die mögliche negative Wirkung der Zinsschanke auf Investitionsentscheidungen erörtert. Es wird vermutet, dass der beschränkte Abzug von Fremdkapitalzinsen kapitalintensive Intentionen reduzieren könnte. Eine Mehrheit der Unternehmen assoziiert das Reformkonzept mit negativen Anpassungseffekten und sieht eine Reihe von Gestaltungsmaßnahmen vor, um einem beschränkten Zinsabzug zu entgehen.
Es stellt sich die Frage, ob und inwieweit Unternehmen, die unter die Anwendung der Zinsschranke fallen, von der Regelung tatsächlich negativ betroffen sind. Die vorliegende Ausarbeitung soll sich daher insbesondere mit der Problematik der Beschränkung des Abzugs von Zinsaufwendungen im Rahmen der Zinsschranke auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Konzeption der Zinsschranke
- Anwendungsbereich der Zinsschranke
- Betrieb
- Steuerliches EBITDA
- Fremdkapital
- Zinsaufwendungen/Zinserträge
- Ausnahmetatbestände
- Freigrenze
- Keine Konzernzugehörigkeit
- Eigenkapitalquotenvergleich (Escape-Klausel)
- Problematik der Zinsabzugsbeschränkung
- Ökonomische Beurteilung
- Rechtliche Beurteilung
- Zusammenfassung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Ausarbeitung befasst sich mit der Problematik der Zinsschranke, einer Vorschrift, die den Abzug von Zinsaufwendungen im Rahmen der deutschen Steuergesetzgebung beschränkt. Ziel der Arbeit ist es, die Funktionsweise der Zinsschranke zu erläutern, ihren Anwendungsbereich zu definieren und die Auswirkungen auf Unternehmen zu analysieren. Dabei werden sowohl ökonomische als auch rechtliche Aspekte beleuchtet.
- Die Funktionsweise der Zinsschranke und ihre rechtliche Grundlage
- Der Anwendungsbereich der Zinsschranke und die relevanten Begrifflichkeiten
- Die Ausnahmetatbestände der Zinsschranke und ihre Bedeutung für Unternehmen
- Die ökonomischen Auswirkungen der Zinsschranke auf Unternehmen
- Die rechtliche Zulässigkeit der Zinsschranke und ihre Kritikpunkte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Zinsschranke ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit. Im zweiten Kapitel wird die Konzeption der Zinsschranke vorgestellt und ihre Funktionsweise anhand von Beispielen verdeutlicht. Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Anwendungsbereich der Zinsschranke und definiert die relevanten Begrifflichkeiten wie Betrieb, steuerliches EBITDA, Fremdkapital und Zinsaufwendungen/Zinserträge. Das vierte Kapitel behandelt die Ausnahmetatbestände der Zinsschranke, die Unternehmen von der Anwendung der Regelung befreien können. Das fünfte Kapitel analysiert die Problematik der Zinsabzugsbeschränkung aus ökonomischer und rechtlicher Sicht. Die Zusammenfassung fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und würdigt die Ergebnisse kritisch.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Zinsschranke, den Abzug von Zinsaufwendungen, das steuerliche EBITDA, den Anwendungsbereich der Zinsschranke, die Ausnahmetatbestände, die ökonomische Beurteilung, die rechtliche Beurteilung und die Auswirkungen auf Unternehmen. Die Arbeit beleuchtet die Problematik der Zinsschranke im Kontext der deutschen Steuergesetzgebung und analysiert ihre Auswirkungen auf die Finanzierungsentscheidungen von Unternehmen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Zinsschranke gemäß § 4h EStG?
Die Zinsschranke ist eine steuerliche Vorschrift, die den Abzug von Zinsaufwendungen beschränkt, um Gewinnverlagerungen ins Ausland durch Finanzierungsgestaltungen zu verhindern.
Wie wird das steuerliche EBITDA im Kontext der Zinsschranke berechnet?
Das steuerliche EBITDA dient als Bemessungsgrundlage für den Zinsabzug. Es wird aus dem maßgeblichen Gewinn unter Hinzurechnung von Zinsaufwendungen und Abschreibungen ermittelt.
Welche Ausnahmen gibt es von der Zinsschranke?
Wichtige Ausnahmen sind die Freigrenze von 3 Mio. Euro, die Nicht-Konzernzugehörigkeit sowie der Eigenkapitalquotenvergleich (Escape-Klausel).
Was sind die Hauptkritikpunkte an der Zinsschranke?
Kritisiert werden die Verletzung des objektiven Nettoprinzips, die Diskriminierung ausländischer Konzerne sowie prozyklische Effekte, die Investitionen in Krisenzeiten erschweren können.
Wie wirkt sich die Zinsschranke auf Investitionsentscheidungen aus?
Es besteht die Sorge, dass der beschränkte Abzug von Fremdkapitalzinsen kapitalintensive Investitionen reduziert und Unternehmen zu negativen Anpassungseffekten zwingt.
- Quote paper
- Olesya Kazantseva (Author), 2014, Die Problematik der Beschränkung des Abzugs von Zinsaufwendungen im Rahmen der Zinsschranke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278316