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Raetien und Noricum. Zwei römische Provinzen an der Donau

Noricum wird Provinz

Title: Raetien und Noricum. Zwei römische Provinzen an der Donau

Seminar Paper , 2011 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bernhard Weidner (Author)

World History - Early and Ancient History
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Das keltische Königreich Noricum, welches sich nach einer Art Stammeszusammenschluss ca. 200 v. Chr. über große Teile des heutigen Österreichs, Bayerns und Sloweniens erstreckte, ist eines der ältesten staatähnlichen Gebilde, die für den Alpenraum bekannt sind. Jenes regnum noricum entwickelte sich zu einem bedeutenden Faktor auf der alteuropäischen Landkarte und knüpfte ein freundschaftliches Verhältnis zum Römischen Reich. Durch den Alpentransithandel intensivierten sich die Beziehungen im Laufe des ersten Jahrhunderts v. Chr., norisches Eisen wurde im ganzen Römischen Reich gehandelt. Um 49 v. Chr. stellte ein norischer König sogar Auxiliartruppen ab, um Caesar im Kampf gegen Pompeius zu unterstützen. So erfolgte eine Verquickung der Beziehungen auf wirtschaftlicher, militärischer wie auch auf kultureller Ebene – neben Rohstoffen und Gütern wurden Leitbilder und kulturelle Konzepte transferiert, was charakteristisch für zunehmende Kontakte zwischen Mittelmeerraum und Alpenbereich ist. Politische und militärische Entwicklungen erreichten eine neue Dimension, als durch römische Feldzüge die Ordnung im Alpenraum stark verändert wurde. Im Zuge der Eingliederung vieler Siedlungsräume und Stämme geriet auch das norische Königreich - möglicherweise im Zusammenhang mit dem Alpenfeldzug des Kaisers Augustus um 15 v. Chr. - in irgendeine Form von Abhängigkeit dem Römischen Reich gegenüber. Zwischen 15 v. Chr. und der claudischen Zeit wurde Noricum auch als römische Provinz konstituiert – allerdings stellt die exakte Einordnung eine Herausforderung dar, da diese tiefgreifenden Entwicklungen in den Quellen zwar Erwähnung finden, aber oftmals unterschiedlich oder ohne nötige Trennschärfe überliefert werden. Wie lassen sich die Veränderungen in der Macht- und Verwaltungsstruktur sinnvoll in den historischen Kontext einbetten? Wieso lässt sich diese Verwaltungsangelegenheit so schwer greifen? Gilt doch die Rechtsordnung der Römer, die Theodor Mommsen auf den Nenner Staatsrecht bringt , als große zivilisatorische Errungenschaft und maßgebliche Rechtsquelle, die vielfach aufgearbeitet wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Themenbearbeitung

2.1 Vorüberlegungen

2.2 Fragestellung und Aufbau der Arbeit

2.3 Untersuchungszeitraum

2.4 Quellenlage – Hindernisse und Möglichkeiten

2.5 Begrifflichkeiten

2.5.1 Noriker und Taurisker

2.5.2 Kontinuitäten und Entwicklungen

3. Provinz im Fokus

3.1 DIE römische Provinz?

3.2 [Begriffsbestimmung:] provincia

3.3 Grundlegende Möglichkeiten der Herrschaftsausübung in römischen Provinzen

4. Noricum wird Provinz - Annexion, Eroberung, Verwaltung und Herrschaft

4.1 Untersuchung der Quellen zur Okkupation und deren Interpretation

4.1.1 Epigraphik und Archäologie

4.1.2 Historiographische Quellen

4.1.3 Isolierte Thesen

4.2 Die eigentliche Einrichtung der Provinz

4.2.1 Augustus? Tiberius? Caligula?

4.2.2 Claudius?

4.3 Administration und Raumordnung

4.3.1 Verwaltung

4.3.2 Grenzen

5. Zusammenfassung und Schlussbemerkung

6. Bibliographie

6.1 Literaturverzeichnis

6.2 Quellenverzeichnis

6.3 Abbildungsverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den diffusen Übergang des keltischen Königreichs Noricum in eine römische Provinz und beleuchtet dabei kritisch die methodischen Herausforderungen bei der Interpretation der unvollständigen Quellenlage.

  • Analyse des Transformationsprozesses vom regnum noricum zur römischen Provinz
  • Kritische Quellen- und Literaturanalyse unter Berücksichtigung methodischer Hindernisse
  • Untersuchung der römischen Herrschaftsstrukturen und Verwaltungsmechanismen im Alpenraum
  • Diskussion der Rolle antiker historiographischer sowie archäologischer Zeugnisse

Auszug aus dem Buch

3.1 DIE römische Provinz?

Eine umfassende Definition des Begriffes Provinz finden zu wollen, ist ein delikates Unterfangen, denn die Differenzierung von Herrschaftsausübung, Verwaltungsabläufen oder Provinzstrukturen in von Rom okkupierten Gebieten kennt kaum Grenzen. Eine Typisierung römischer Provinzen birgt so viele Hindernisse, dass zwar grobe Richtlinien und strukturelle Gemeinsamkeiten festgestellt werden können, aber trotzdem jede Provinz individualisiert betrachtet werden muss. Sogar die Römer selber nutzten über die Zeit verschiedene Begriffe zur Benennung von Provinzen oder außerhalb von Rom verwalteten Gebieten, die der Bedeutung nach in unterschiedlichen Nuancen variierten. Neben dieser systemisch bedingten Ambivalenz des Begriffes Provinz, wird es auch durch eine weitere Begebenheit erschwert, eine prototypische Provinz zu identifizieren: Die Römer waren tolerant oder intelligent genug, die jeweiligen territorialen, ethnischen und kulturellen Besonderheiten der Völker in okkupierten Gebieten zu respektieren, und nur gewisse Komponenten – wie Gerichtsbarkeit, Steuerhoheit oder Militärpräsenz – zu dirigieren. Ansonsten wurden bestehende Strukturen beibehalten, sofern diese nicht die Herrschaftsausübung obstruierten – moderner könnte man von individuellen Lösungen statt von einem Maßnahmenkatalog sprechen. Eine sinnvolle Betrachtung kann also nur anhand größerer Leitlinien erfolgen, die sich an den Veränderungen ausrichten müssen, die den Entwicklungsprozess der Provinzverteilung und -verwaltung charakterisieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des keltischen Königreichs Noricum und seine zunehmende Verflechtung mit dem Römischen Reich bis hin zur Provinzwerdung ein.

2. Grundlagen der Themenbearbeitung: In diesem Kapitel werden der Untersuchungszeitraum, die methodischen Ansätze sowie die Problematik der Quellenlage und der verwendeten Begrifflichkeiten dargelegt.

3. Provinz im Fokus: Dieser Abschnitt erörtert den schwierigen Begriff der "römischen Provinz" und untersucht die allgemeine römische Herrschaftspraxis in okkupierten Gebieten.

4. Noricum wird Provinz - Annexion, Eroberung, Verwaltung und Herrschaft: Das Hauptkapitel analysiert den konkreten Prozess der Eingliederung Noricums, bewertet die relevanten Quellen und untersucht die administrative Einrichtung der Provinz.

5. Zusammenfassung und Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zur Provinzwerdung Noricums zusammen und ordnet sie in den größeren historischen Kontext ein.

6. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendete Fachliteratur, die antiken Quellen sowie die Abbildungsverzeichnisse auf.

Schlüsselwörter

Noricum, römische Provinz, Annexion, Okkupation, regnum noricum, römische Herrschaft, Verwaltung, Alpenraum, Romanisierung, Kaiser Augustus, Provinzialisierung, antike Quellen, Noriker, Quellenkritik, Imperium Romanum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Transformationsprozess des keltischen Königreichs Noricum, das im Laufe des 1. Jahrhunderts v. Chr. zunehmend unter römischen Einfluss geriet und schließlich in eine römische Provinz umgewandelt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen der Okkupationsprozess, die rechtliche und administrative Eingliederung Noricums in das Römische Reich sowie die Problematik der Quellenlage und deren wissenschaftliche Interpretation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel besteht darin, die diffuse Entwicklung von einem unabhängigen Königreich hin zu einer römischen Provinz unter Aufzeigung der bestehenden Widersprüche in der Forschung und den antiken Überlieferungen nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Der Autor nutzt vor allem die Quellenanalyse, den Vergleich mit anderen römischen Provinzen sowie die Auseinandersetzung mit der umfangreichen deutschsprachigen Forschungsdiskussion.

Was wird im inhaltlichen Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Auswertung epigraphischer, archäologischer und historiographischer Zeugnisse, um den Okkupationsprozess und die anschließende Einrichtung der Provinzverwaltung unter Augustus und Claudius zu untersuchen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Noricum, Annexion, Provinzwerdung, regnum noricum, römische Verwaltung, antike Quellenkritik und Romanisierung.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Kaisers Claudius?

Der Autor stellt fest, dass erst unter Claudius ein eindeutiger, ritterlicher Prokurator belegt ist, was den Status Noricums als fest eingerichtete Provinz mit definierten Grenzen zu diesem Zeitpunkt rechtlich absichert.

Warum ist die Quellenlage für diesen Zeitraum so problematisch?

Die Quellenlage wird als "trümmerhaft" beschrieben, da antike Autoren wie Florus oder Velleius Paterculus selektive, teils widersprüchliche Angaben machen und eine klare Abgrenzung zwischen Okkupation und friedlicher Annexion oft schwierig ist.

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Details

Title
Raetien und Noricum. Zwei römische Provinzen an der Donau
Subtitle
Noricum wird Provinz
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Geschichte)
Grade
1,0
Author
Bernhard Weidner (Author)
Publication Year
2011
Pages
33
Catalog Number
V277512
ISBN (eBook)
9783656701514
ISBN (Book)
9783656703273
Language
German
Tags
raetien noricum zwei provinzen donau provinz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bernhard Weidner (Author), 2011, Raetien und Noricum. Zwei römische Provinzen an der Donau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277512
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