Angesichts der derzeitigen Diskussion um Wirtschaftlichkeit und Qualität im bundesdeutschen „Gesundheitswesen“ und einer wieder einmal symptomorientierten Interventionen durch den Gesetzgeber, die nicht die Ursachen dieses Dilemmas beseitigen, sondern nur kurzfristige Liquiditätsprobleme der Krankenkassen lösen können, möchte ich anhand einiger Beispiele aufzeigen, dass wir keine neuen Reformen und Reglementierungen bzw. ‚neue‘ (bewiesenermaßen durch die soziale Realität überholte) us-amerikanische Konzepte – als Ausdruck der ‚Kreativität‘ unserer Gesundheitsgurus - benötigen, sondern einen gesunden Pragmatismus in bezug auf die konsequente Durchsetzung gesetzlicher Grundlagen (Qualitätskontrolle) und die Beseitigung professioneller Privilegien.
Inhaltsverzeichnis
- Zusammenfassung
- 0. Einleitung
- 1. Strukturelle Probleme
- 2. Gesetzliche Rahmenbedingungen
- 3. Krankenkassen
- 4. Standesorganisationen
- 5. Schnittstellen
- 6. Standards
- 7. Qualitätskontrolle
- 8. Managed Care/Disease Management
- 9. Dokumentation
- 10. Die professionellen Akteure
- 11. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert kritisch das bundesdeutsche Gesundheitswesen und dessen Defizite. Der Fokus liegt auf der mangelnden Qualität und Effizienz sowie auf der fehlenden Transparenz im System. Der Autor argumentiert, dass die ständigen Reformen und Interventionen durch den Gesetzgeber die eigentlichen Probleme nicht lösen, sondern lediglich kurzfristige Symptombekämpfung betreiben.
- Kritik an der Funktionsweise des Gesundheitswesens
- Mangelnde Definition und Abgrenzung von Gesundheits- und Krankheitssystem
- Analyse der professionellen Akteure und ihrer Rolle
- Kritik an der mangelnden Kontrolle und Transparenz
- Untersuchung der strukturellen Probleme im System
Zusammenfassung der Kapitel
- 0. Einleitung: Der Autor stellt die Problematik des deutschen Gesundheitssystems vor und kritisiert dessen fehlende Definition und Abgrenzung. Er analysiert die Rolle der professionellen Akteure und die problematische Interaktion zwischen Experten und Laien. Zudem wird die Frage nach Gesundheit und Krankheit beleuchtet.
- 1. Strukturelle Probleme: Der Autor analysiert das Solidaritätsprinzip im deutschen Gesundheitssystem und die Paradoxie, die durch den Konkurrenzdruck zwischen den Krankenkassen entsteht. Er kritisiert die Aushebelung des Solidaritätsprinzips durch die Privatisierung und die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Berufsgruppen.
Schlüsselwörter
Gesundheitswesen, Krankheitssystem, Solidaritätsprinzip, Qualität, Effizienz, Transparenz, professionelle Akteure, strukturelle Probleme, Krankenkassen, Reformen, Interventionen, Kritik, Analyse, Defizite.
Häufig gestellte Fragen
Was wird am deutschen Gesundheitswesen kritisiert?
Kritisiert werden mangelnde Effizienz, fehlende Qualitätskontrolle, professionelle Privilegien und die rein symptomorientierte Politik des Gesetzgebers.
Was versteht der Autor unter „Sozialer Regression“?
Damit ist der Rückschritt in der Versorgungsqualität und die Aushöhlung des Solidaritätsprinzips durch ökonomischen Druck gemeint.
Warum lösen Reformen die Probleme oft nicht?
Laut Text bekämpfen Reformen meist nur kurzfristige Liquiditätsprobleme der Krankenkassen, statt die strukturellen Ursachen des Dilemmas zu beseitigen.
Welche Rolle spielen die „professionellen Akteure“?
Die Arbeit analysiert kritisch die Rolle von Ärzten, Standesorganisationen und deren Privilegien, die oft einer echten Qualitätsverbesserung im Wege stehen.
Was ist das Problem beim Solidaritätsprinzip?
Durch zunehmenden Konkurrenzdruck und Privatisierungstendenzen wird das eigentliche Ziel der solidarischen Absicherung gefährdet.
- Arbeit zitieren
- Jean-Paul Corbie (Autor:in), 2004, Defizite im Gesundheitswesen - Die Soziale Regression, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27693