Welche Funktion erfüllt der Begriff Empowerment in seinem Alltagsverständnis für SozialarbeiterInnen, in einem Feld, welches ganz und gar nicht mit Selbstbestimmung oder Stärke in Zusammenhang gebracht wird? Welche Rolle spielt die Thematik des Empowerments von Prostituierten in einer kirchennahen Einrichtung ? Wie erklärt sich das Empowermentkonzept in der Sozialarbeit mit Prostituierten im Blickwinkel der Ethik und Moral?
Ein spannender, selbstreflektierender Diskurs einer Sozialarbeiterin aus der Beratungspraxis von Sexarbeiterinnen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Empowerment
- Prostitution
- Der freie Wille und Prostitution
- Zwangsprostituierte
- Selbstbestimmte Prostituierte
- Prostituierte aus wirtschaftlichen Gründen
- Die Ethik der Organisation
- Empowerment und Prostitution
- Schlussgedanken
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit dem Empowerment von Prostituierten im Kontext der Sozialarbeit, insbesondere in einer kirchennahen Einrichtung wie der Caritas Beratungsstelle Lena. Das Ziel ist es, den Begriff des Empowerments zu klären, die Thematik der Prostitution zu beleuchten und die ethische Einstellung der Organisation Caritas in Bezug auf diese Thematik zu untersuchen.
- Begriffsklärung des Empowerments
- Analyse der Prostitution in Österreich
- Ethische Einstellung der Caritas
- Zusammenhang zwischen Empowerment und Prostitution
- Herausforderungen bei der Umsetzung von Empowerment in der Sozialarbeit mit Prostituierten
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Autorin beschreibt ihre Erfahrungen als Sozialarbeiterin in der Caritas Beratungsstelle Lena und stellt die Problematik des Empowerments in der Arbeit mit Prostituierten in den Vordergrund. Sie hinterfragt den Begriff des Empowerments und die ethischen Fragen, die sich im Kontext der Prostitution stellen.
Empowerment
Das Kapitel analysiert verschiedene Definitionen und Konzepte von Empowerment, stellt die unterschiedlichen Ansätze in der Sozialarbeit dar und hinterfragt den Begriff der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Autorin argumentiert, dass Empowerment mehr umfasst als nur die Bereitstellung von Ressourcen, sondern auch die Hinführung zum eigenen Willen und die Entwicklung von Selbstkompetenz beinhaltet.
Prostitution
Dieses Kapitel beleuchtet die rechtliche und gesellschaftliche Situation der Prostitution in Österreich. Die Autorin kritisiert die Formulierung des österreichischen Gesetzes, die die Prostitution als „gewerbsmäßige Duldung sexueller Handlungen am eigenen Körper“ bezeichnet und damit die Passivität und das Abhängigkeitsverhältnis betont.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Empowerment im Kontext der Sexarbeit?
Empowerment bedeutet hier die Hinführung zum eigenen Willen, die Stärkung der Selbstkompetenz und die Unterstützung bei der Wahrnehmung eigener Rechte und Stärken.
Wie steht die Caritas zum Thema Prostitution?
Die Arbeit beleuchtet die ethische Einstellung der Caritas (Beispiel Beratungsstelle Lena), die Hilfe anbietet, ohne die Lebensform der Frauen vorab moralisch zu verurteilen.
Welche Formen der Prostitution werden unterschieden?
Die Arbeit differenziert zwischen Zwangsprostitution, selbstbestimmter Prostitution und Prostitution aus rein wirtschaftlicher Notwendigkeit.
Was kritisiert die Autorin am österreichischen Prostitutionsgesetz?
Kritisiert wird die Formulierung der „Duldung sexueller Handlungen“, da sie die Passivität der Frauen betont und ein Abhängigkeitsverhältnis zementiert.
Wie kann Sozialarbeit die Selbstbestimmung fördern?
Durch Ressourcenbereitstellung, psychosoziale Beratung und die Schaffung eines urteilsfreien Raums, in dem die Frauen ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen können.
- Quote paper
- Lisa Mahdavian-Kral (Author), 2009, Empowerment in der Sozialarbeit mit Frauen in der Prostitution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276395