„Es hiess, dass nach nahezu einem Jahrhundert des Krieges eine Jungfrau ihr entzweites Volk wieder einen würde“
So besagte eine Legende über eine Frau, die Frankreich von den Engländern befreien und Burgund und Frankreich wieder vereinen würde. 1429 behauptete Jeanne d'Arc eben diese Jungfrau zu sein. Aus dieser Behauptung und den Ereignissen der folgenden zwei Jahre sollte ein Mythos entstehen, der bis heute wirkt. Sei es in der Literatur, im Film, oder in Computerspielen5, die Person der Jeanne d'Arc und ihre Geschichte wird weltweit und für alle Altersschichten aufbereitet.
Um beurteilen zu können, in welchen Umständen Jeanne d'Arc aufwuchs und später handelte, muss zunächst der Kontext hergestellt werden. Anschließend wird der Verurteilungsprozess kurz umrissen und danach beurteilt werden, welche Motivation sich aus den Anklagepunkten und den beteiligten Akteuren erkennen lässt. Abschließend wird auf Grundlage dieser Erkenntnisse versucht die Intention des ersten Prozesses deutlich zu machen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kontext
- Prozess
- Anklagepunkte
- Akteure
- Die Engländer
- Die Universität von Paris
- Fazit
- Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Motivation für die Verurteilung Jeanne d'Arcs im Rahmen eines Hexenprozesses. Sie untersucht die politischen Umstände und Akteure, die zum Prozess führten, und analysiert die Anklagepunkte, um die zugrundeliegende Intention des Prozesses zu ergründen.
- Politische Instrumentalisierung des Hexenprozesses
- Die Rolle der Engländer im Prozess
- Die Bedeutung der Universität von Paris
- Jeanne d'Arcs Selbstverständnis
- Der Kontext des Hundertjährigen Krieges
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Person Jeanne d'Arcs und ihren Mythos vor und skizziert die Forschungslandschaft zu ihrer Person. Das zweite Kapitel bietet einen Überblick über den Kontext des Hundertjährigen Krieges, insbesondere die Situation zu Zeiten Jeannes. Im dritten Kapitel wird der Verurteilungsprozess kurz umrissen und auf die Anklagepunkte und die beteiligten Akteure eingegangen.
Schlüsselwörter
Jeanne d'Arc, Hundertjähriger Krieg, Hexenprozess, politische Instrumentalisierung, Anklagepunkte, Engländer, Universität von Paris, Frankreich, Burgund.
Häufig gestellte Fragen
War der Prozess gegen Jeanne d'Arc religiös oder politisch motiviert?
Obwohl sie in einem kirchlichen Inquisitionsverfahren als Hexe verurteilt wurde, analysiert die Arbeit die primär politischen Motive der Engländer, Jeanne als militärische und moralische Gefahr auszuschalten.
Welche Rolle spielten die Engländer im Prozess?
Die Engländer finanzierten den Prozess und übten massiven Druck auf das Gericht aus, um Jeanne d'Arc durch eine Verurteilung wegen Häresie zu diskreditieren und den französischen König Karl VII. zu delegitimieren.
Warum beteiligte sich die Universität von Paris an der Anklage?
Die Universität von Paris galt als theologische Autorität und unterstützte die burgundisch-englische Seite. Ihre Gelehrten lieferten die theoretische Begründung für die Anklagepunkte.
Was waren die zentralen Anklagepunkte gegen Jeanne d'Arc?
Die Anklage umfasste unter anderem das Tragen von Männerkleidung, die Behauptung unmittelbarer göttlicher Offenbarungen ohne kirchliche Vermittlung und den Vorwurf des Götzendienstes.
Welchen Einfluss hatte der Hundertjährige Krieg auf das Verfahren?
Der Krieg bildete den entscheidenden Kontext: Jeannes Erfolge hatten das Kriegsglück zugunsten Frankreichs gewendet, weshalb ihre Beseitigung für die Engländer von höchster strategischer Bedeutung war.
- Arbeit zitieren
- Ann Greenberg (Autor:in), 2013, Beseitigung durch Hexenprozess? Motive hinter der Verurteilung Jeanne d'Arcs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276057