Der calydonische Fürst Tydeus nimmt im Epos "Thebais" des flavischen Epikers Publius Papinius Statius eine zentrale Rolle beim Kampf der Sieben gegen Theben ein. In dieser Arbeit wird die Darstellung des Tydeus im gesamten Werk untersucht, um schließlich ein Persönlichkeitsprofil zu erstellen und eine moralisch-ethische Bewertung seines Verhaltens zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Die Darstellung des Tydeus in den Büchern 1-7
- 2.1 Buch 1,402-510: Polynices und Tydeus in Argos
- 2.2 Buch 2,134-305: Eheschließung von Tydeus und Polynice
- 2.3 Buch 2,306-743: Tydeus als Gesandter in Theben
- 2.4 Buch 3,324-406: Tydeus' Rückkehr nach Argos
- 2.5 Buch 4,93-115: Tydeus und seine Krieger
- 2.6 Buch 6,826-910: Ringkampf zwischen Tydeus und Agylleus
- 2.7 Buch 7,470-563: Der Vermittlungsversuch Jocastes
- 3 Die Darstellung des Tydeus in Buch 8
- 3.1 Aristie des Tydeus (Teil 1) in 8,456-606
- 3.2 Aristie des Tydeus (Teil 2) in 8,655-715
- 3.3 Tod und Freveltat des Tydeus in 8,716-766
- 4 Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung des Tydeus in der Thebais des Publius Papinius Statius und hinterfragt, ob er eine kontinuierliche Entwicklung durchläuft oder von Beginn an einem festen Charakterprofil folgt, welches er bis zu seinem Tod beibehält. Im Fokus stehen die Passagen, in denen Tydeus als Handlungsträger oder Redner auftritt, sowie die Attribute, die ihm zugeschrieben werden.
- Charakterisierung des Tydeus in den ersten sieben Büchern der Thebais
- Analyse der Aristie und des Todes des Tydeus in Buch 8
- Untersuchung der Rolle der Unterweltsgötter in der Gestaltung des Tydeus
- Bedeutung des Konzepts des furor in der Darstellung des Tydeus
- Vergleich der Darstellung des Tydeus mit anderen epischen Figuren
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die These der fehlenden Entwicklung des Tydeus in der Thebais aufstellt. Anschließend werden die ersten sieben Bücher der Thebais untersucht, wobei die Darstellung des Tydeus in jeder einzelnen Episode analysiert wird. In den Kapiteln 2.1 bis 2.7 werden jeweils einzelne Passagen aus den Büchern 1 bis 7 betrachtet, die die Figur des Tydeus beleuchten. Das Kapitel 3 behandelt die Darstellung des Tydeus in Buch 8, wobei die Aristie und der Tod des Tydeus im Mittelpunkt stehen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit der epischen Darstellung des Tydeus in der Thebais von Publius Papinius Statius, wobei Themen wie die Charakterisierung des Tydeus, die Rolle der Unterweltsgötter, das Konzept des furor und die Bedeutung der Reden für die Charakterdarstellung im Vordergrund stehen. Weitere wichtige Aspekte sind die intratextuellen Bezüge, die Parallelen innerhalb der Thebais selbst, sowie der Vergleich mit epischen Vorbildern wie Homer und Vergil.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Tydeus in der „Thebais“ von Statius?
Tydeus ist ein calydonischer Fürst und einer der zentralen Helden im Kampf der Sieben gegen Theben.
Was bedeutet der Begriff „furor“ im Zusammenhang mit Tydeus?
„Furor“ bezeichnet eine rasende Wut oder einen kriegerischen Wahnsinn, der Tydeus antreibt und schließlich zu seiner grausamen Freveltat führt.
Welche Freveltat begeht Tydeus vor seinem Tod?
Im Sterben liegend beißt Tydeus in den abgeschlagenen Schädel seines Gegners Melanippus und verliert dadurch die ihm zugedachte Unsterblichkeit.
Ist Tydeus ein reiner Gewaltmensch?
Die Arbeit untersucht, ob er ein autonomer Gewaltmensch ist oder lediglich ein Spielball der Mächte der Unterwelt.
Wie wird Tydeus moralisch-ethisch bewertet?
Trotz seiner Tapferkeit wird sein Verhalten aufgrund der extremen Grausamkeit und Grenzüberschreitung oft als moralisch verwerflich eingestuft.
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- Christoph Rademacher (Author), 2013, Gewaltmensch oder Spielball der Unterweltsgötter? Darstellung des Tydeus in der "Thebais" des Publius Papinius Statius, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275979