Die vorliegende Arbeit befasst sich hauptsächlich mit dem Zweikampf als Gottesurteil, sowie der Handeisenprobe, speziell im Zusammenhang mit deren Darstellungen im Dialogus Miraculorum des Caesarius von Heisterbach (Entstehungszeitraum ca. 1219-1223). Die Arbeit soll dem Leser zunächst einen kurzen Überblick über den Dialogus Miraculorum, eine Exempelsammlung von diversen Wundergeschichten, und seinen Verfasser geben. Danach werden die drei Quellenauszüge, die dieser Arbeit zugrunde liegen, vorgestellt und im Hinblick auf sprachliche Mittel, historischen Hintergrund und Motive des Autors analysiert. Im Anschluss daran werden die Ordalien behandelt, besonders die ritualisierten Vorgänge bezüglich Vorbereitung und Vollzug, damit der Leser einen Einblick bezüglich der Anwendung des Ordals als Rechtsmittel erhält. Im Folgenden wird konkret auf den Zweikampf und die Handeisenprobe eingegangen, sowie ein Vergleich mit der Darstellung der einzelnen Gottesurteile in besagtem Werk gezogen. Abschließend folgt das Fazit, welches den Vergleich zunächst auswertet und zuletzt eine mögliche Erklärung bietet, weshalb der Autor eventuell von den historischen Begebenheiten abgewichen ist. Die Arbeitet richtet sich also nach der Fragestellung, inwiefern Caesarius von Heisterbach vom tatsächlichen Vollzug der Gottesurteile in seinen Schilderungen abweicht und weshalb.
Die Forschungsergebnisse zum Thema Gottesurteile sind nicht immer deckungsgleich und es herrscht in einigen Punkten Unstimmigkeit, wie in den folgenden Kapitel noch näher erläutert wird. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Gottesurteile hauptsächlich als eine Erscheinung des Mittelalters handschriftlich in nicht allzu großer Zahl erhalten sind und diese gegebenenfalls auch variieren . Die Studien zum Dialogus Miraculorum erlebten zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen Niedergang, da man das Werk als „abergläubische Schrift“ abtat. Ein halbes Jahrhundert später gewann das Werk wieder an Wert, es wurde aber nur schrittweise aus dem Lateinischen übersetzt . Die erste vollständige englische Übersetzung erschien 1924, die erste vollständige deutsche Version im Jahre 2009. Somit kann man sagen, dass der Dialogus Miraculorum durch die ständige Erforschung von den verschiedensten Blickwinkeln sehr gut erhalten ist und sein Wert wird von Historikern, sowie Forschern der verschiedensten Bereiche, sehr hoch geschätzt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Caesarius von Heisterbach und der Dialogus Miraculorum
- Caesarius von Heisterbach
- Der Dialogus Miraculorum
- Quellenanalyse
- Quellenauszug 3. Distinktion, Kapitel 18
- Quellenauszug 9. Distinktion, Kapitel 48
- Quellenauszug 10. Distinktion, Kapitel 35
- Das Gottesurteil
- Die Gottesurteile bei Caesarius von Heisterbach im Dialogus Miraculorum
- Der gerichtliche Zweikampf
- Die Handeisenprobe
- Vergleich - Die Gottesurteile im Dialogus Miraculorum
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Gottesurteilen, insbesondere den Zweikampf und die Handeisenprobe, im Dialogus Miraculorum des Caesarius von Heisterbach. Der Fokus liegt auf der Analyse der sprachlichen Mittel, des historischen Hintergrunds und der Motive des Autors. Die Arbeit beleuchtet die ritualisierten Vorgänge der Ordalien und vergleicht die Darstellung der Gottesurteile im Werk mit deren tatsächlicher Anwendung. Abschließend wird geprüft, inwiefern Caesarius von Heisterbach von den historischen Begebenheiten abweicht und weshalb.
- Die Gottesurteile im Mittelalter
- Der Dialogus Miraculorum als Quelle für die Rechtsgeschichte
- Die Rolle von Caesarius von Heisterbach als Geschichtsschreiber
- Die Darstellung von Ritualen und Praktiken im Dialogus Miraculorum
- Der Vergleich zwischen historischer Realität und literarischer Darstellung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Gottesurteile ein und skizziert den historischen und religiösen Hintergrund. Kapitel 2 stellt Caesarius von Heisterbach und seinen Dialogus Miraculorum vor, inklusive seiner Biographie und der Entstehungsgeschichte des Werkes. In Kapitel 3 werden drei Quellenauszüge aus dem Dialogus Miraculorum analysiert. Kapitel 4 widmet sich dem Gottesurteil im Allgemeinen. Kapitel 5 behandelt die Gottesurteile im Dialogus Miraculorum, insbesondere den Zweikampf und die Handeisenprobe, und vergleicht diese mit der historischen Realität. Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bietet eine mögliche Erklärung für die Abweichungen von Caesarius von Heisterbach von der historischen Realität.
Schlüsselwörter
Gottesurteile, Zweikampf, Handeisenprobe, Caesarius von Heisterbach, Dialogus Miraculorum, mittelalterliches Recht, Rechtsgeschichte, Exempla, historische Quellen, Literaturanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der "Dialogus Miraculorum" von Caesarius von Heisterbach?
Es handelt sich um eine zwischen 1219 und 1223 entstandene Exempelsammlung von Wundergeschichten, die im Mittelalter weit verbreitet war und heute eine wichtige Quelle für die Rechts- und Kulturgeschichte darstellt.
Welche Gottesurteile (Ordalien) werden im Werk beschrieben?
Die Arbeit konzentriert sich insbesondere auf die Darstellung des gerichtlichen Zweikampfs und der Handeisenprobe (Feuerprobe) als Mittel der Wahrheitsfindung.
Was war der Zweck eines Gottesurteils im Mittelalter?
Man glaubte, dass Gott in einem Rechtsstreit durch ein Wunder eingreifen würde, um die Unschuld eines Angeklagten zu beweisen, wenn menschliche Beweismittel nicht ausreichten.
Weichen die Schilderungen von Caesarius von der historischen Realität ab?
Ja, die Arbeit untersucht, inwiefern der Autor den tatsächlichen Vollzug der Rituale literarisch anpasst oder verändert, um seine didaktischen und religiösen Motive zu unterstreichen.
Was ist die Handeisenprobe?
Bei dieser Form des Ordals musste der Proband ein glühendes Stück Eisen über eine bestimmte Distanz tragen. Die anschließende Heilung der Wunde wurde als Zeichen Gottes für die Unschuld gewertet.
Warum wurde der Dialogus Miraculorum zeitweise als „abergläubisch“ abgetan?
Im 19. Jahrhundert sahen viele Forscher in dem Werk lediglich eine Sammlung von Aberglauben. Erst später wurde sein hoher Wert als sozialgeschichtliche Quelle und Einblick in die mittelalterliche Mentalität wiedererkannt.
- Arbeit zitieren
- Deborah Heinen (Autor:in), 2013, Gottesurteile im "Dialog über die Wunder" des Caesarius von Heisterbach, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275858