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Theoretische Grundlagen der Kontrakturprophylaxe

Titel: Theoretische Grundlagen der Kontrakturprophylaxe

Akademische Arbeit , 2011 , 25 Seiten

Autor:in: Siegfried Huhn (Autor:in)

Medizin - Anatomie, Physiologie, Cytologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die demografische Entwicklung in Deutschland führt zu einem deutlichen An- stieg von alten Menschen in der Bevölkerung. Der medizinische Fortschritt, ins- besondere auch die verbesserte Notfallversorgung, führt zu einer Hochaltrigkeit, die oft mit multipler Pathologie und entsprechendem Pflegebedarf und einer Umsiedelung in ein Pflegeheim einhergeht (Beske 2011).
Kontrakturen sind ein häufig auftretendes Problem bei anhaltender Immobilität verschiedener Genese, insbesondere wenn diese mit Multipathologie einher geht (Amann 2009). Deshalb haben Bewohner1 von Pflegeheimen in besonde- rem Maße ein erhöhtes Kontrakturrisiko. Pflegeheime im Kontext dieser Arbeit sind stationäre Einrichtungen, die sich auf die Pflege von Menschen speziali- siert haben, für die aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund eines fehlen- den Versorgungsnetzes ein Verbleiben in der Häuslichkeit nicht möglich ist. Dabei sind 93% der Bewohner von Pflegeheimen alte Menschen (über 65 Jah- re) (vgl. 3.1.3) und nur 7% der Bewohner unter 65 Jahre alt (Statistisches Bun-
desamt 2011). Pflegeheime bieten im Rahmen des Versorgungsvertrages (So- zialgesetzbuch XI) (SGB XI 2011) primär Regelleistungen der Grundversor- gung, Wohnen, Hauswirtschaft und Pflege, an (Kämmer 2008).
In dieser Arbeit werden zunächst grundlegende Begriffe im Bereich der Kontrakturprophylaxe bestimmt, bevor danach weiter auf die praktischen Grundlagen eingegangen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffsbestimmungen

1.1 Kontraktur und Kontrakturentstehung

1.2 Einteilung und Ausprägung von Kontrakturen

1.3 Kontrakturprophylaxe

1.3.1 Mobilitätseinschränkung

2. Beschreibung der Zielgruppe Bewohner von Pflegeheimen

3. Risikoeinschätzung

Bereich und Beispiele zur Erkrankungsgrundlage

LG-Einstufungstabelle®

4. Interventionen

i. Bewegung

ii. frühe Selbstmobilisation

iii. Lagerung

5. Pflegeprozess, Pflegeplanung und Dokumentation

Zielsetzung & Themen der Publikation

Diese Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Kontrakturprophylaxe bei mobilitätseingeschränkten Bewohnern in stationären Pflegeeinrichtungen. Ziel ist es, den aktuellen Wissensstand zu Begriffen, Risikofaktoren und pflegerischen Interventionsmöglichkeiten kritisch zu beleuchten und deren praktische Relevanz für den Pflegealltag zu bewerten.

  • Definition und Entstehungsmechanismen von Kontrakturen
  • Risikoeinschätzung und Assessmentinstrumente für die Zielgruppe
  • Methoden der pflegerischen Kontrakturprophylaxe (Mobilisation, Lagerung)
  • Integration der Prophylaxe in den Pflegeprozess
  • Kritische Analyse von Versorgungsstandards in Pflegeheimen

Auszug aus dem Buch

1.1 Kontraktur und Kontrakturentstehung

Der Begriff Kontraktur leitet sich von dem lateinischen Wort contrahere, zusammenziehen oder steif machen, ab. Innerhalb der Pflegeberufe wird deshalb oft von „Gelenkversteifung“ gesprochen. Nach dem Wörterbuch „Pflege Pschyrembel“ (Wied und Warmbrunn 2007) handelt es sich um eine „Funktions- und Bewegungseinschränkung von Gelenken“ und um eine „dauerhafte Verkürzung eines Muskels …“ (ebenda S. 455 u. 456). Dem folgt der Medizinische Dienst (MDS 2009b) in seiner Erläuterung der Fachbegriffe und benennt Kontraktur als Funktions- und Bewegungseinschränkung eines Gelenks.

Winkelmann (2001, zit. nach Keiling et al. 2008) bezeichnet eine Kontraktur als eine „irreversible Bewegungseinschränkung eines Gelenks durch Schrumpfung und Verkürzung von Sehnen, Bändern, Gelenkkapseln und Muskulatur bis hin zu einer vollständigen Gelenkversteifung“ (Keiling et al. 2008, S. 6). Anderae (2001) zeigt an, dass Kontrakturen schmerzfrei sind. Aus Sicht der Orthopädie beschreiben Rössler und Rüther (2005) eine Kontraktur als Einschränkung der Beweglichkeit, die auf einer Verkürzung von Muskeln oder Gelenkweichteilen oder auf einer Veränderung der Gelenkflächen beruht und wählen die deutsche Bezeichnung „teilweise Steife“ (ebenda, S. 152).

Runge und Rehfeld (2001) sprechen von einer Kontraktur als bleibender Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit bzw. einer Reduktion des normalen Bewegungsmaßes (ebenda, S. 460). Kisner und Kolberg (2010) verstehen unter einer Kontraktur eine adaptive Verkürzung der Muskel-Sehnen-Einheit und sonstiger Weichteilgewebe, die ein Gelenk umgeben oder kreuzen. In der Folge zeigt sich ein erheblicher Widerstand gegen passive und aktive Dehnung und eine Einschränkung des Bewegungsumfanges. Abhängig vom Ausmaß ist eine Einschränkung funktioneller Fähigkeiten möglich. Es kann zu einem teilweisen bis vollständigem Verlust der Bewegungsfähigkeit in diesem Gelenk kommen. Zumeist gehen Kontrakturen mit Schmerzen einher (ebenda, S. 46 u. 120 ff).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Beschreibt die Zunahme von Hochaltrigkeit und den damit verbundenen Anstieg des Pflegebedarfs sowie die Relevanz von Kontrakturen als Komplikation bei Immobilität.

1. Begriffsbestimmungen: Definiert Kontrakturen aus pflegerischer und medizinischer Sicht und erläutert die physiologischen Entstehungsursachen.

2. Beschreibung der Zielgruppe Bewohner von Pflegeheimen: Analysiert das Profil pflegebedürftiger Menschen in Heimen, insbesondere im Hinblick auf Mobilitätseinschränkungen und psychische Belastungen.

3. Risikoeinschätzung: Untersucht Instrumente und Screening-Methoden zur Identifikation von Kontrakturrisiken, inklusive der LG-Einstufungstabelle.

4. Interventionen: Stellt gängige pflegerische Methoden zur Prophylaxe dar, darunter Mobilisation, Lagerungstechniken und Bewegungsübungen.

5. Pflegeprozess, Pflegeplanung und Dokumentation: Erläutert die Einbettung der Kontrakturprophylaxe in den strukturierten Pflegeprozess und die Bedeutung der Dokumentation.

Schlüsselwörter

Kontrakturprophylaxe, Pflegeheim, Mobilitätseinschränkung, Altenpflege, Gelenkversteifung, Pflegeprozess, Risikoeinschätzung, Assessmentinstrumente, Immobilität, Physiotherapie, Bewegung, Lagerung, Pflegediagnosen, Dekubitusrisiko, Geriatrie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen der Entstehung und Prophylaxe von Kontrakturen bei immobilen Bewohnern in Pflegeeinrichtungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Kontrakturen, die Risikoeinschätzung bei pflegebedürftigen Menschen und die Darstellung pflegerischer Interventionsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, bestehende Methoden der Kontrakturprophylaxe wissenschaftlich einzuordnen und ihre Anwendbarkeit in der stationären Altenpflege kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Publikation basiert auf einer systematischen Literaturanalyse und dem Vergleich pflegewissenschaftlicher Konzepte und Versorgungsstandards.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Kontrakturen, der Analyse der Bewohnerklientel, verschiedenen Screening-Instrumenten zur Risikobeurteilung sowie spezifischen Maßnahmen wie Mobilisation und Lagerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Kontrakturprophylaxe, Mobilitätseinschränkung, Pflegeprozess und stationäre Altenhilfe.

Welchen Stellenwert nimmt die LG-Einstufungstabelle in dieser Arbeit ein?

Die Tabelle wird als ein Instrument zur Risikoeinschätzung vorgestellt, wobei die Autorin kritisch anmerkt, dass es an validen Daten zur Anwendung und Reliabilität mangelt.

Warum wird die Schulter als besonders sensibel für Inaktivität hervorgehoben?

Die Arbeit weist darauf hin, dass die Schulter bei Inaktivität oder auch bei schulterfernen Verletzungen sehr schnell zu Kontrakturen neigt.

Welche Rolle spielt die Lagerung bei der Kontrakturprophylaxe?

Die Lagerung in physiologischer Mittelstellung dient dazu, Gelenke zu entlasten und Fehlstellungen zu vermeiden, wobei sie stets dem individuellen Krankheitsbild anzupassen ist.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Theoretische Grundlagen der Kontrakturprophylaxe
Autor
Siegfried Huhn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V274637
ISBN (eBook)
9783656665458
ISBN (Buch)
9783656716396
Sprache
Deutsch
Schlagworte
theoretische grundlagen kontrakturprophylaxe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Siegfried Huhn (Autor:in), 2011, Theoretische Grundlagen der Kontrakturprophylaxe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274637
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Leseprobe aus  25  Seiten
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