Gesundheitsförderung – ein Schlagwort, das auch im Bereich der Pflege eine immer größere Bedeutung gewinnt. Das Gesundheitsfördernde Krankenhaus, ein Konzept der WHO, gilt als zukunftsweisende Strategie für Krankenhäuser, um auf die sich ändernden Anforderungen und Veränderungsprozesse, welche u.a. die demographische Entwicklung, die Auswirkungen der Gesundheitsreform, etc. beinhalten, zu reagieren (Grundböck et al 1997, S.41). Das Konzept des Gesundheitsfördernden Krankenhauses umfasst vier Hauptgruppen:
1. patientInnenorientierte Strategien für gesündere und zufriedenere PatientInnen,
2. personalorientierte Strategien für gesündere und zufriedenere MitarbeiterInnen,
3. organisationsorientierte Strategien für rationaler und effizientere Organisationsstrukturen – „Gesündere Organisationen“,
4. umweltorientierte Strategien für eine strategische Positionierung des Krankenhauses in seiner Umwelt – „Gesündere Umwelt“. (Grundböck et al 1997, S.41)
In der vorliegenden Arbeit liegt der Fokus auf der zweiten Hauptgruppe – personalorientierte Strategien für gesündere und zufriedenere MitarbeiterInnen -, d.h. es wird der Frage nachgegangen, wie muss Gesundheitsförderung für Pflegekräfte aussehen?
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BETRIEBLICHES GESUNDHEITSMANAGEMENT
2.1 DEFINITION
2.2 ZIELE DES BETRIEBLICHEN GESUNDHEITSMANAGEMENT
3 GESUNDHEITSFÖRDERUNG IM KRANKENHAUS
3.1 SPEZIELLE BELASTUNGSFAKTOREN IM PFLEGEBERUF
3.2 HANDLUNGSANSÄTZE AUF INDIVIDUELLER EBENE
3.3 HANDLUNGSANSÄTZE AUF INSTITUTIONELLER EBENE
3.3.1 ANSATZPUNKTE AN ORGANISATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN
3.3.1.2 Supervision
3.3.1.3 Gesundheitszirkel
3.3.1.4 Gesunde Arbeitszeiten für Pflegepersonen
3.3.1.5 Weitere Ansatzpunkte
4 EIGENE STELLUNGNAHME
5 LITERATUR
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeiten und Möglichkeiten der Gesundheitsförderung für Pflegepersonal im Krankenhaus. Ziel ist es, personalorientierte Strategien zu identifizieren, die den zunehmenden Belastungen im Pflegeberuf entgegenwirken und die Gesundheit sowie Zufriedenheit der Mitarbeitenden langfristig sichern.
- Analyse spezieller Belastungsfaktoren in der Krankenpflege (körperlich, psychisch, sozial)
- Grundlagen des betrieblichen Gesundheitsmanagements
- Handlungsansätze zur Gesundheitsförderung auf individueller Ebene
- Strukturelle und organisatorische Interventionsmöglichkeiten im Krankenhaus
- Bedeutung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
Auszug aus dem Buch
3.1 SPEZIELLE BELASTUNGSFAKTOREN IM PFLEGEBERUF
Im folgenden Abschnitt werden die speziellen Belastungsfaktoren, denen Pflegekräfte im Berufsalltag ausgesetzt sind beschrieben.
In der Literatur werden verschiedene Belastungsbereiche samt ihrer Auswirkungen beschrieben, die zwar in der Praxis nicht eindeutig voneinander getrennt werden können, zur Erleichterung ihrer Darstellung jedoch einzeln beschrieben werden (Weidner 1995, S.142ff).
1. Körperliche Belastungen und Auswirkungen
Nach einer Analyse von Bartholomeyczik sind die häufigsten Gesundheitsbeschwerden von Pflegekräften
- Rücken- und Nackenschmerzen,
- Kreislaufstörungen,
- Migräne,
- Hautausschlag und
- gynäkologische Beschwerden.
Auslösende Belastungen sind vor allem häufiges Stehen, Gehen, Bücken, schweres Tragen und Heben, sowie Infektionsgefahren und Kontakt mit toxischen oder allergieauslösenden Stoffen oder Strahlenexposition.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Gesundheitsförderung im Krankenhauskonzept der WHO und definiert den Fokus auf personalorientierte Strategien zur Unterstützung des Pflegepersonals.
2 BETRIEBLICHES GESUNDHEITSMANAGEMENT: Dieses Kapitel erläutert die Definition und die zentralen Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements sowie dessen historische Wurzeln in der Ottawa-Charta.
3 GESUNDHEITSFÖRDERUNG IM KRANKENHAUS: Das Kapitel analysiert spezifische Belastungsfaktoren im Pflegeberuf und diskutiert Interventionsmöglichkeiten auf individueller sowie institutioneller Ebene.
4 EIGENE STELLUNGNAHME: Die Autorin reflektiert die Wichtigkeit ganzheitlicher Ansätze und unterstreicht, dass individuelle Maßnahmen ohne institutionelle Veränderungen in der Praxis wirkungslos bleiben.
5 LITERATUR: Zusammenstellung der in der Hausarbeit verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Gesundheitsförderung, Pflegepersonal, Krankenhaus, betriebliches Gesundheitsmanagement, Belastungsfaktoren, Burnout, Arbeitsschutz, Arbeitszeitgestaltung, Supervision, Gesundheitszirkel, psychosoziale Belastung, Organisationsstruktur, Pflegemanagement, Gesundheitsreform, Mitarbeiterzufriedenheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Notwendigkeit, Gesundheitsförderung gezielt für Pflegepersonal im Krankenhaus zu implementieren, um der wachsenden Arbeitsbelastung entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die physischen, psychischen und sozialen Belastungen im Pflegeberuf sowie die Möglichkeiten des betrieblichen Gesundheitsmanagements zur Prävention.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Identifikation von Handlungsansätzen auf individueller und institutioneller Ebene, die die Gesundheit der Pflegekräfte nachhaltig verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Modelle und Studien zur Arbeitsbelastung und Gesundheitsförderung im Krankenhaus zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Belastungsprofile von Pflegekräften und stellt Konzepte wie Supervision, Gesundheitszirkel und die Gestaltung gesunder Arbeitszeiten vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gesundheitsförderung, Pflegepersonal, Belastungsfaktoren, betriebliches Gesundheitsmanagement und Arbeitszeitgestaltung geprägt.
Warum hält die Autorin individuelle Maßnahmen allein für unzureichend?
Sie argumentiert, dass ohne verbesserte institutionelle Rahmenbedingungen eine Sensibilisierung der Mitarbeiter für gesundheitsbewusstes Verhalten kaum Wirkung zeigt.
Welche Rolle spielt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?
Die Vereinbarkeit wird als ein kritischer Faktor identifiziert, insbesondere da Pflegekräfte häufig in Schicht- und Wochenenddiensten arbeiten, was familiäre Beziehungen zusätzlich belasten kann.
- Arbeit zitieren
- Silke Hegemann (Autor:in), 2004, Gesundheitsförderung im Krankenhaus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27337