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Slawische Ortsnamen in Thüringen und ihre Bedeutung

Title: Slawische Ortsnamen in Thüringen und ihre Bedeutung

Term Paper , 2013 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marianne Kupetz (Author)

Nomenclature, Onomastics
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Mit Sicherheit hat sich ein jeder schon einmal gefragt, woher dieser oder jener Ortsname aus seiner Heimat stammt. Manch einer fragt es sich nur im Stillen und ein anderer versucht seine Fragen anhand von Literatur zu beantworten. Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts beschäftigen sich vermehrt Forschergruppen mit dem Thema der Namensforschung- und Bedeutung.
Die vorliegende Arbeit soll einen kurzen Einblick in das Gebiet der slawischen Ortsnamenforschung anhand von Beispielen aus dem Thüringer Raum geben und aufzeigen, wie schwierig es oftmals sein kann, den ursprünglichen Namen einer Siedlung oder Stadt herauszufinden, wenn diese bereits über einen längeren Zeitraum besteht und mehrere Wandel in der Schreibweise durchlebt hat. Dabei muss man unbedingt beachten, dass es kaum gesicherte Angaben zur Entstehungsgeschichte gibt und viele Interpretationen lediglich auf den Übersetzungen oder Namensableitungen basieren.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bildungsmuster slawischer Ortsnamen im Thüringer Raum

2.1. Ortsnamen aus slawischen Vollnamen mit dem Suffix ,,j“ und ,,ici“

2.2. Ortsnamen aus slawischen Kurznamen mit dem Suffix ,,j“, ,,ici“, ,,ov“ und ,,in“

2.3. Pluralische slawische Bewohnernamen (Tätigkeitsnamen)

2.4. slawische Bewohnernamen mit Endung auf ,,jane“

2.5. mit slawischen Sachwörtern gebildete Ortsnamen mit dem Suffix ,,ica“ und ,,ina“

2.6. slawische Einzelnamen

2.7. sorbische Personennamen mit deutschem Ortsnamen-Grundwort

2.8. deutsches Lehnwort mit sorbischem Ortsnamen-Suffix

2.9. deutsche Ortsnamen für sorbische Siedlungen

3. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit gibt einen Einblick in die slawische Namensforschung im Thüringer Raum und beleuchtet die komplexen Prozesse der Namensentstehung und -wandlung. Das Ziel ist es, anhand von Beispielen aufzuzeigen, wie Siedlungsnamen durch unterschiedliche Bildungsmuster geprägt wurden und welche Schwierigkeiten bei der etymologischen Deutung im Kontext des deutsch-slawischen Kulturaustausches bestehen.

  • Grundlagen der slawischen Ortsnamenforschung
  • Klassifizierung von Bildungsmustern (Vollnamen, Kurznamen, Bewohnernamen)
  • Einfluss des mittelalterlichen Landesausbaus auf die Namengebung
  • Problematik der Namensdeutung durch Lautwandel und Überlieferung
  • Interaktion zwischen sorbischen und deutschen Sprachelementen

Auszug aus dem Buch

2. Bildungsmuster slawischer Ortsnamen im Thüringer Raum

Ivan Lutterer schreibt im Sammelband von Teodolius Witkowskis „Forschungen zur slawischen und deutschen Namenkunde“ kurz und verallgemeinernd, dass „toponymische Suffixe […] aus appellativischen Suffixen hervorgegangen sind“.[14] Das bedeutet vereinfacht, dass aus verschiedenen Sach-, Gattungs-, und Personenbezeichnungen die heutigen Ortsnamen entstanden. Die häufigsten Endungen im tschechischen Raum sind „-ic“, „-ov, „-in“, „-ovice“, „-ovici“, „-nik“, „-sk“, „-icha“ und „-sko“.

Dabei steht „-sko“ für Wüstungen oder aus Wüstungen wieder errichtete Dörfer und „-ov/-ovici/-ici“ für besitzanzeigende oder eine Bevölkerung bezeichnende Siedlungen. Diese Endungen wurden u.a. verwendet, um die Siedlung nach der Zugehörigkeit der Leute zu einer Person zu benennen („Der Ort der Leute/Familie des ...“). Trägt man ein Ort samt „-ovice“ ein „-ov“ im Namen, kann es auch ein Hinweis auf ein noch vorhandenes oder einst dagewesenes Kloster sein.

Im Grunde haben slawische Ortsnamen das gleiche Bildungsmuster bzw. den gleichen Hintergrund wie im Deutschen. Benennungen nach naturräumlichen oder personellen Gegebenheiten sind bei beiden üblich. Der Unterschied ist aber, dass im Deutschen eher Wortverbindungen (Komposita) und im Slawischen vorwiegend Ableitungen (Derivate) gebildet werden wie z. B. für Bewohnernamen „Dresdjane“ = Dresden, mit der Bedeutung: „Leute, die im Wald wohnen“ oder bei „Droganici“ = Leute (Familie) des Drogan.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der slawischen Namensforschung in Thüringen ein und erläutert die Bedeutung der Forschung für das Verständnis historischer Siedlungsprozesse.

2. Bildungsmuster slawischer Ortsnamen im Thüringer Raum: Hier werden die verschiedenen linguistischen Strukturen und Suffixe analysiert, die zur Bildung von Ortsnamen im slawischen Kontext führten.

2.1. Ortsnamen aus slawischen Vollnamen mit dem Suffix ,,j“ und ,,ici“: Dieses Kapitel behandelt die älteste Schicht der Ortsnamengebung, die meist auf Personennamen basiert.

2.2. Ortsnamen aus slawischen Kurznamen mit dem Suffix ,,j“, ,,ici“, ,,ov“ und ,,in“: Untersuchung der häufig verbreiteten Kurznamenformen und deren Suffixbildungen im Raum Gera.

2.3. Pluralische slawische Bewohnernamen (Tätigkeitsnamen): Analyse von Ortsnamen, die sich aus den Berufen oder Tätigkeiten der ersten Siedler ableiten.

2.4. slawische Bewohnernamen mit Endung auf ,,jane“: Betrachtung einer speziellen Gruppe von Namen, die vermutlich auf Sachbezeichnungen zurückgehen.

2.5. mit slawischen Sachwörtern gebildete Ortsnamen mit dem Suffix ,,ica“ und ,,ina“: Erklärung von Namen, die primär auf die naturräumliche Umgebung (wie Gewässer) Bezug nehmen.

2.6. slawische Einzelnamen: Überblick über einfache slawische Ortsnamen, die keiner festen normierten Suffix-Struktur folgen.

2.7. sorbische Personennamen mit deutschem Ortsnamen-Grundwort: Darstellung von Mischbildungen, die den deutsch-slawischen Kulturaustausch und Landesausbau widerspiegeln.

2.8. deutsches Lehnwort mit sorbischem Ortsnamen-Suffix: Analyse von sprachlichen Austauschprozessen, bei denen deutsche Begriffe slawische Suffixe erhielten.

2.9. deutsche Ortsnamen für sorbische Siedlungen: Dokumentation von Siedlungen, die von deutschen Landesherren für sorbische Bevölkerungsteile gegründet oder umbenannt wurden.

3. Zusammenfassung: Abschließende Reflexion über die Ergebnisse und den weiteren Forschungsbedarf in der Namenkunde.

Schlüsselwörter

Slawische Ortsnamen, Thüringen, Namenforschung, Suffixe, Siedlungsgeschichte, Etymologie, Germania Slavica, Sorbisch, Landesausbau, Toponymie, Sprachkontakt, Bewohnernamen, Sachbezeichnungen, Onomastik, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Herkunft und Bedeutung slawischer Ortsnamen im thüringischen Raum und analysiert deren sprachliche Strukturen im Kontext der regionalen Siedlungsgeschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Typologie slawischer Namensbildungen, die Auswirkungen des mittelalterlichen Landesausbaus auf die Namengebung und die linguistische Wechselwirkung zwischen slawischen und deutschen Sprachelementen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Untersuchung von Bildungsmustern (wie Suffixen) und historischen Beispielen den historischen Siedlungsprozess und die Namensentstehung im Thüringer Raum transparenter zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Analyse und der Auswertung namenkundlicher Fachliteratur sowie historischer Quellen, um die Herkunft der Namen zu erschließen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Kategorien von Ortsnamen, darunter Voll- und Kurznamen, Bewohnernamen nach Tätigkeiten, Sachnamen und Mischbildungen, die durch den deutsch-slawischen Kontakt entstanden sind.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Onomastik, Suffixanalyse, Germania Slavica, Siedlungstypologie, sorbische Spracheinflüsse und historische Etymologie.

Was bedeutet das Suffix "-sko" im Kontext slawischer Ortsnamen?

Das Suffix "-sko" steht laut der Arbeit häufig für Wüstungen oder Orte, die aus ehemaligen Wüstungen durch Wiederbesiedlung entstanden sind.

Warum ist die Deutung von Ortsnamen im untersuchten Gebiet oft schwierig?

Die Deutung ist komplex, da über die Jahrhunderte ein starker Sprachwandel stattfand, viele Ortsnamen durch Verschleifung oder falsche (Ver-)Hörungen verändert wurden und oft nur schriftliche Überlieferungen als Basis für Interpretationen dienen.

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Details

Title
Slawische Ortsnamen in Thüringen und ihre Bedeutung
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,3
Author
Marianne Kupetz (Author)
Publication Year
2013
Pages
14
Catalog Number
V270425
ISBN (eBook)
9783656617846
ISBN (Book)
9783656617839
Language
German
Tags
Onomastik Thüringen Ortsnamen Slawen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marianne Kupetz (Author), 2013, Slawische Ortsnamen in Thüringen und ihre Bedeutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270425
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