In der Seminararbeit wird die These vertreten, der Mythos der Brüderlichkeit des russischen und ukrainischen Volkes diente der vom Moskauer Zentrum aus angestrebten Staatskonsolidierung Russlands in den Grenzen des Reiches durch Annäherung der Ähnlichkeiten und Beseitigung der Unterschiede mit dem endgültigen Ziel, das ukrainische Volk im sowjetischen Volk aufgehen zu lassen. Im Verlauf der Arbeit werden Konstrukte wie Familie, Einstellung zum Land und zur Sprache sowie die Poetisierung des Mythos analysiert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Sowjetische Tradition
- Der Mythos und seine Sprache
- Die,,Wiedervereinigung“ der Ukraine und Russland
- Zu den Bezeichnungen „Ukraine“ und „Russland
- Ähnlichkeiten und Unterschiede der beiden Brüder: des großen und des kleinen
- Familie
- Sprache
- Land
- Unterschiede nach Gačev
- Sowjetisch-ukrainische Kunst
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Mythos der Brüderlichkeit der russischen und ukrainischen Völker, der insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg von den sowjetischen Regierungen in Moskau und Kiew intensiv umgesetzt wurde. Ziel der Arbeit ist es, den Mythos aus sowjetischer Perspektive zu analysieren, seine Sprache zu untersuchen und seine Auswirkungen auf die ukrainisch-russischen Beziehungen aufzuzeigen.
- Der Mythos der Brüderlichkeit als Instrument der sowjetischen Staatskonsolidierung
- Die Sprache des Mythos und seine Bedeutung für die Konstruktion von Nationalidentitäten
- Die Darstellung von Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen Russland und der Ukraine im Kontext des Mythos
- Die Verwendung künstlerischer Mittel zur Vermittlung des Mythos in der sowjetisch-ukrainischen Kunst
- Die Rolle des Mythos im heutigen ukrainisch-russischen Diskurs
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den historischen Kontext der Arbeit dar und erläutert die Bedeutung des Mythos der Brüderlichkeit für die ukrainisch-russischen Beziehungen. Das zweite Kapitel beleuchtet die sowjetische Tradition des Mythos und analysiert seine Funktion als Instrument der Staatskonsolidierung im sowjetischen Kontext. Das dritte Kapitel widmet sich der Sprache des Mythos, wobei insbesondere die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Russland und der Ukraine im Kontext des Mythos untersucht werden. Der vierte und letzte Abschnitt betrachtet sowjetisch-ukrainische Kunstwerke, die den Brüderlichkeitsmythos sprachlich zum Ausdruck bringen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Begriffen und Konzepten wie Mythos, Brüderlichkeit, Identität, Staatskonsolidierung, Sowjetunion, Russland, Ukraine, Sprache, Kultur, Kunst, Geschichte, Politik und sozialpolitischer Diskurs.
Häufig gestellte Fragen
Was war der „Mythos der Brüderlichkeit“ zwischen Russland und der Ukraine?
Es handelt sich um ein sowjetisches Konstrukt, das die Einheit beider Völker betonte, um die Staatskonsolidierung unter Moskauer Führung zu legitimieren und Unterschiede zu ebnen.
Welches politische Ziel verfolgte dieser Mythos?
Das Ziel war die schrittweise Assimilation, bei der das ukrainische Volk in einem einheitlichen „sowjetischen Volk“ aufgehen sollte, indem Ähnlichkeiten betont und Differenzen beseitigt wurden.
Wie wurde der Mythos in der Kunst vermittelt?
Durch die Poetisierung und Darstellung in der sowjetisch-ukrainischen Kunst wurde das Bild des „großen“ russischen Bruders und des „kleinen“ ukrainischen Bruders gefestigt.
Welche Rolle spielten Sprache und Familie in diesem Konstrukt?
Die Verwandtschaftsmetaphorik (Brüderlichkeit) und die Betonung sprachlicher Ähnlichkeiten dienten dazu, eine gemeinsame Identität über die nationale Eigenständigkeit der Ukraine zu stellen.
In welcher Zeit war dieser Mythos besonders präsent?
Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Mythos intensiv von den sowjetischen Regierungen in Moskau und Kiew propagiert.
- Quote paper
- Maryna Zühlke (Author), 2005, Der Mythos der Brüderlichkeit des russischen und ukrainischen Volkes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270009