Mit der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann die NSDAP mit der Durchsetzung ihrer menschenverachtenden Ideologie. Staatliche Eingriffe in sämtliche Lebensbereiche waren unaufhaltsam und wurden durch die NSDAO unmittelbar nach der Machtübernahme in systematischer Weise durchgeführt. Das Medium Film wurde im Dritten Reich (1933 bis 1945) als wirksamstes Instrument der Massenkommunikation angesehen und zu Propagandazwecken missbraucht, um systemkonforme Inhalte zu transportieren.
In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die Maßnahmen dargestellt, mit denen das NS-Regime die Inhalte der Spielfilme kontrollierte und für ihre eigene Zwecke einsetzte. Im weiteren Verlauf wird verdeutlicht, wie eine sowohl versteckte als auch offene Manipulation der deutschen Bevölkerung überhaupt möglich war. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, aufzuzeigen, warum die Filmschaffenden des NS-Regime oftmals als Meister der Propaganda tituliert werden, obwohl so genannte aggressivpropagandistische Filme, also Filme mit direktem Bezug zum NS-Regime oder zur NS-Ideologie, lediglich ein Zehntel der insgesamt über 1000 Spielfilme ausmachten, die während der NS-Zeit in Deutschland hergestellt wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zentrale Merkmale der nationalsozialistischen Filmpolitik
2.1 Der Filmminister und das Propagandaministerium
2.2 Institutionen und Maßnahmen zur Filmkontrolle
2.2.1 Die Reichsfilmkammer
2.2.2 Filmzensur: Verbote und Prädikate
3. Ökonomische Steuerungsmechanismen
3.1 Die Filmkreditbank
3.2 Die Verstaatlichung der Filmunternehmen
4. Der NS-Film: Propagandastreifen vs. Unterhaltungskino
4.1 Politische und unpolitische Filme
4.2 Der aggressiv-propagandistische Film
4.3 Die Instrumentalisierung des Spielfilms zur Ideologieverbreitung
5. Resümee
6. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Wie wurde der Film im Dritten Reich instrumentalisiert?
Filme wurden als wirksamstes Instrument der Massenkommunikation missbraucht, um nationalsozialistische Ideologien sowohl offen als auch versteckt zu verbreiten.
Welche Rolle spielte das Propagandaministerium bei der Filmkontrolle?
Unter Joseph Goebbels kontrollierte das Ministerium über die Reichsfilmkammer und Zensurmaßnahmen sämtliche Inhalte und Produktionen.
Waren alle Spielfilme der NS-Zeit Propagandafilme?
Nein, nur etwa ein Zehntel der über 1000 produzierten Filme waren direkt aggressiv-propagandistisch; der Großteil diente der scheinbar unpolitischen Unterhaltung.
Was war die Filmkreditbank?
Ein ökonomischer Steuerungsmechanismus des NS-Regimes, um Filmproduktionen finanziell zu kontrollieren und in die gewünschte Richtung zu lenken.
Welche Bedeutung hatten "Prädikate" bei der Filmzensur?
Prädikate dienten dazu, systemkonforme Filme besonders auszuzeichnen und steuerlich zu begünstigen, während unerwünschte Filme verboten wurden.
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- Diplom-Soziologe / PR-Berater (DPRG) Tilmann Wörner (Author), 2014, Spielfilme als Mittel der Propaganda im 3. Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269638