Auf Grund des steten Zusammenwachsens der europäischen Länder zu einer europäischen Union sind auch die Anforderungen an dieser immanent gewachsen. Eine besondere Rolle spielt angesichts der vielen Konfliktsituationen inner- und außerhalb Europas die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union.
In der Arbeit „ Die westdeutsche Wiederbewaffnung als Grundstein für die EVG?“ soll ermittelt werden, inwieweit die Diskussionen und Planungen für einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag Voraussetzungen für Diskussionen und Planungen über eine EVG lieferten. Weiterhin wird der Frage nachgegangen, in welchem Maße die Westalliierten den Prozeß der Diskussionen und Planungen vor allem nach den Ausbruch des Koreakrieges vorangetrieben haben. Außerdem sollen auch die sicherheitspolitischen Zielsetzungen Adenauers betrachtet werden.
Dafür ist es notwendig, daß besonders die Jahre zwischen 1947 und 1951 im Vordergrund stehen. Als unterste Grenze wurde 1947 gewählt, da zu dieser Zeit für die westalliierten Mili-tärs Überlegungen zwingend wurden, ein mögliches westdeutsches Verteidigungspotential in die sicherheitspolitischen Planungen aufzunehmen. Die Obergrenze wird mit 1951 festgelegt, da es im Sommer des selben Jahres zur Entscheidung kam, eine EVG aufzubauen. Es bleiben somit die Diskussionen und Planungen über einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag inner-halb der Verhandlungen über die EVG unberücksichtigt.
Im ersten Teil dieser Arbeit wird die EVG den Schwerpunkt bilden, um sich einen Überblick über die Zusammenhänge der sogenannten „EVG-Phase“ verschaffen zu können. Darüber hinaus wird der Vertrag über die EVG erörtert, um die Arbeitsweise darzulegen und das Verständnis für die EVG zu erhöhen. Der Hauptteil setzt sich zunächst mit den sicherheitspoliti-schen Zielen Adenauers auseinander, da dieser die Diskussionen maßgeblich mitbestimmte. Des weiteren werden die Diskussionen um einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag vor und nach dem Ausbruch des Koreakrieges aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Vorbemerkungen
- 2.1. Forschungsstand
- 2.2. Die EVG-Phase im historischen Überblick
- 2.3. Der Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft
- 3. Die Planungen zur deutschen Wiederbewaffnung bis zur Entscheidung für das EVG-Projekt
- 3.1. Die sicherheitspolitischen Ziele Adenauers
- 3.2. Diskussionen um einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag 1947-1950
- 3.3. Die Zeit der Entscheidungen
- 3.3.1. Die Entscheidung für eine deutsche Wiederbewaffnung im Dezember 1950
- 3.3.2. Die Entscheidung für das EVG-Projekt
- 4. Schlußbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit analysiert die Rolle der westdeutschen Wiederbewaffnung bei der Entstehung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG). Im Fokus steht die Frage, inwiefern Diskussionen und Planungen für einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag Voraussetzungen für die Diskussionen und Planungen über eine EVG lieferten.
- Sicherheitspolitische Ziele Adenauers
- Diskussionen um einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag 1947-1950
- Einfluss des Koreakrieges auf die Diskussionen und Planungen
- Die Entscheidung für eine deutsche Wiederbewaffnung und die EVG
- Die Bedeutung der EVG für die europäische Integration
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung gibt einen Überblick über die Relevanz der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU und die historische Bedeutung der EVG. Die Vorbemerkungen präsentieren den Forschungsstand zur EVG, wobei die zentralen Thesen von Noack, Lipgens und Loth beleuchtet werden. Kapitel 3 konzentriert sich auf die Planungen zur deutschen Wiederbewaffnung und die sicherheitspolitischen Ziele Adenauers, wobei die Diskussionen um einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag vor und nach dem Ausbruch des Koreakrieges beleuchtet werden.
Schlüsselwörter
Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG), Westdeutsche Wiederbewaffnung, Adenauer, Koreakrieg, Sicherheitspolitik, Europäische Integration, Forschungsstand, Vertrag, Politische Föderation.
Häufig gestellte Fragen
Was war die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG)?
Die EVG war ein geplantes Projekt in den 1950er Jahren zur Schaffung einer übernationalen europäischen Armee unter Einbeziehung westdeutscher Truppen.
Welchen Einfluss hatte der Koreakrieg auf die westdeutsche Wiederbewaffnung?
Der Ausbruch des Koreakrieges 1950 verstärkte die Angst vor einer kommunistischen Aggression in Europa und beschleunigte die Planungen für einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag massiv.
Welche sicherheitspolitischen Ziele verfolgte Konrad Adenauer?
Adenauer strebte die Westintegration der Bundesrepublik an, um Souveränität zurückzugewinnen und die Sicherheit gegenüber der Sowjetunion zu garantieren.
Warum scheiterte die EVG letztendlich?
Das Projekt scheiterte 1954 in der französischen Nationalversammlung, vor allem aufgrund von Bedenken über den Verlust nationaler Souveränität.
War die Wiederbewaffnung die Basis für die EVG?
Ja, die Diskussionen um einen deutschen Wehrbeitrag lieferten die notwendigen Impulse, um über eine tiefergehende militärische Integration in Europa nachzudenken.
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- Magister Artium Patrick Fengler (Author), 2003, Die westdeutsche Wiederbewaffnung als Grundstein für die EVG?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26846