Das dunkle Kapitel Nationalsozialismus machte selbst vor der Berufsgruppe der Krankenpflege keinen Halt, deren Tätigkeiten man gemeinhin doch als moralisch hochwertig einstuft, also durchaus gleichsetzt mit dem Begriff „Menschlichkeit“.
Nächstenliebe, Fürsorge, Aufopferung für die anvertrauten hilfs- und schutzbedürftigen Menschen, sind das nicht alles Attribute, die mit Krankenpflege assoziiert werden? Wie waren diese Werte mit der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus vereinbar? Haben damalige Pflegekräfte ihre innere Stimme der Menschlichkeit zum Schweigen gebracht?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Berufliche Lage und Rollenverständnis der Krankenpflege im Nationalsozialismus
- Ablauf der „Aktion T4“
- Patientenmorde in Hadamar und die Beteiligung der Pflege
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Beteiligung von Krankenpflegekräften an den Patientenmorden im Nationalsozialismus, insbesondere im Kontext der „Aktion T4“ und der „wilden Euthanasie“. Sie analysiert die berufliche Lage und das Rollenverständnis der Krankenpflege in dieser Zeit und untersucht, wie die Ideologie des Nationalsozialismus die Pflege beeinflusste und die Moral der Pflegekräfte in Frage stellte.
- Berufliche Lage und Rollenverständnis der Krankenpflege im Nationalsozialismus
- Die „Aktion T4“ und ihre Organisation
- Die Rolle der Krankenpflege bei den Patientenmorden in Hadamar
- Die moralische Dimension des Handelns von Pflegekräften
- Die Folgen der „Euthanasie“ für die Krankenpflege
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt die zentrale Frage der Arbeit dar: Wie verhielt sich die Krankenpflege im Nationalsozialismus in Bezug auf die Durchführung von „Euthanasie“? Sie skizziert den Kontext der Arbeit und erläutert die Wahl des Themas.
Berufliche Lage und Rollenverständnis der Krankenpflege im Nationalsozialismus
Dieses Kapitel beleuchtet die berufliche Lage und das Rollenverständnis der Krankenpflege im Nationalsozialismus. Es beschreibt die Vereinheitlichung und Gleichschaltung der Berufsverbände und die Durchdringung der pflegerischen Berufsauffassung mit der Ideologie der Nationalsozialisten.
Ablauf der Aktion T4
Dieses Kapitel beschreibt den Ablauf der „Aktion T4“ und die Organisation der Mordaktionen. Es stellt die zentralen Personen und Institutionen vor, die an der Planung und Durchführung beteiligt waren, sowie die Rolle der Psychiater und die Legitimation der „Euthanasie“ durch das Führerdekret.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselbegriffen Krankenpflege, Nationalsozialismus, „Aktion T4“, Patientenmorde, „Euthanasie“, Moral, Verantwortung, Ideologie, Gleichschaltung, Hadamar, Landes-Heil- und Pflegeanstalt, NSV-Schwesternschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was war die „Aktion T4“?
Die Aktion T4 war die systematische Ermordung von Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen durch die Nationalsozialisten.
Welche Rolle spielte die Krankenpflege bei den Patientenmorden?
Pflegekräfte waren direkt an der Auswahl, Überführung und teilweise an der Tötung von Patienten beteiligt, beispielsweise in der Anstalt Hadamar.
Wie wurde die Krankenpflege im Nationalsozialismus gleichgeschaltet?
Berufsverbände wurden vereinheitlicht und die pflegerische Ausbildung wurde massiv von der NS-Ideologie durchdrungen, um Gehorsam gegenüber dem Regime sicherzustellen.
Was versteht man unter „wilder Euthanasie“?
Dies bezeichnet die Fortsetzung der Patientenmorde in dezentralen Anstalten nach dem offiziellen Stopp der Aktion T4 im Jahr 1941.
War die Beteiligung für das Pflegepersonal verpflichtend?
Die Arbeit untersucht die moralische Dimension und zeigt, dass Ideologie und Druck die moralischen Werte der Nächstenliebe bei vielen Pflegekräften zum Schweigen brachten.
- Quote paper
- Andrea Frech (Author), 2013, Krankenpflege im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267855