Ein großes Loch befindet sich hinter Münchens Neuem Rathaus. Lastwagen fahren Schutt-ladungen aus der Stadt und Baucontainer werden auf dem Areal postiert. Einst war hier mitten in der Innenstadt eine kleine Grünanlage, die als eine grüne Lunge für die Innen-stadt fungierte. Im Hinblick auf eine Olympiabewerbung sollte hier eine zweite S-Bahnstammstrecke gebaut werden. Durch die Entdeckung historischer Funde zu Baubeginn kam es zu einer Verzögerung der Bauarbeiten. Mittlerweile wurde die Olympiabewerbung abgelehnt und aufgrund offener Finanzierungsfragen ist noch unklar, ob eine zweite Stammstrecke überhaupt realisiert werden kann. Im Kontext der aktuellen Ausgrabungen, der daraus resultierenden Erkenntnisse und seiner zukünftigen Bebauung oder Umstrukturierung stellt sich die Frage, inwieweit es sich bei dem Marienhof um einen Erinnerungsort handelt. Das Ergebnis dieser Überlegungen sollte in die zukünftige Nutzung des Marienhofs mit einfließen.
Um dies zu klären, soll das Areal genau beleuchtet und unter verschiedenen Blickpunkten dargestellt werden. Es wird zuerst ein kurzer historischer Überblick über die Entwicklung des Marienhofs gegeben. Im Anschluss werden zwei Gebäude exemplarisch genauer betrachtet und daran der Wandel des gesamten Viertels gezeigt. Hierfür wurden ein sakrales und ein profanes Gebäude ausgewählt, an denen verschiedene Facetten der gesellschaftlichen Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg aufgezeigt werden kann. Zuletzt wird sich der Frage gewidmet, ob es sich bei dem Marienhof um einen Erinnerungsort handelt. Dieses soll aus möglichst vielen, unterschiedlichen Perspektiven dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Aktualität der Frage nach einem Erinnerungsort
- Der Marienhof in München - ein Ort der Erinnerung
- Der Marienhof - ein Schauplatz der Geschichte
- Zeitlicher Überblick über den Wandel des Marienhofes
- Bauliche Veränderungen
- Straßenumlegung, Namensänderungen und Infrastruktur
- Wandel der Bebauung
- Gesellschaftliche und wohntechnische Veränderungen
- Bauliche Veränderungen
- Synagoge und Gruftkirche
- Erste jüdische Synagoge
- Jüdische Gemeinde
- Zweifel am Standort
- Umbau der Synagoge zur Gruftkirche
- Maßnahmen zur baulichen Veränderung
- Mystische Sagen zur Kirche
- Erste jüdische Synagoge
- Das Paradeiserhaus
- Kloster der Englischen Fräulein
- Erste Polizeidirektion
- Ausgrabungen am Marienhof
- Anlass und Funde der Ausgrabung von 1989
- Anlass und Funde der derzeitigen Ausgrabungen
- Der Marienhof als Erinnerungsort
- Einordnung in die Definitionen von Erinnerungsorten und Schauplätzen
- Der Marienhof -im Spiegel der Öffentlichkeit
- Interesse an den derzeitigen Ausgrabungen
- Empirische Studie
- Hohe Besucherzahl „Montagsvorträgen" und Grabungsführungen
- Planungen nach dem Zweiten Weltkrieg
- Große Anzahl an Vorschlägen zur Bebauung
- Diskussionen über Nutzung
- Interesse an den derzeitigen Ausgrabungen
- Zukunftsthesen für den Marienhof
- Anhang
- Quellen- und Literaturangaben
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Marienhof in München?
Der Marienhof ist ein zentraler Platz hinter dem Neuen Rathaus in München, der eine wechselvolle Geschichte vom Mittelalter bis heute hat.
Warum finden dort aktuell Ausgrabungen statt?
Anlass für die Ausgrabungen war der geplante Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke, was zur Entdeckung bedeutender historischer Funde führte.
Welche historischen Gebäude standen früher auf dem Marienhof?
Zu den bedeutenden Gebäuden gehörten die erste jüdische Synagoge (später Gruftkirche) und das Paradeiserhaus.
Gilt der Marienhof als "Erinnerungsort"?
Die Arbeit untersucht genau diese Frage und beleuchtet den Platz als Schauplatz der Geschichte im Spiegel der öffentlichen Wahrnehmung.
Was passierte mit der Synagoge auf dem Areal?
Die erste jüdische Synagoge wurde später in eine christliche Gruftkirche umgebaut, was den gesellschaftlichen Wandel verdeutlicht.
- Zeitlicher Überblick über den Wandel des Marienhofes
- Der Marienhof - ein Schauplatz der Geschichte
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- Christina Dose (Author), 2012, Marienhof. Die Entwicklung eines zentralen innerstädtischen Platzes vom Mittelalter bis zur Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266936